Charakter(typen) bei Platon und Aristoteles

August 18, 2010

Hier geht es um folgendes Thema:

Hier wollen wir untersuchen, was beide Autoren zum Charakter sagen. Der eigentliche Begriff (‘Prägung’) wurde erst von Aristoteles’ Schüler Theophrast definiert, doch auch Platon und Aristoteles beschrieben schon die Prägung eines Menschen, vor allem durch ihre Definitionen der Seele und deren Teile (Verstand, Emotionen, Trieb). Beide stellten aber auch einige Charakter-Archetypen auf.


Des Königs Ring

September 30, 2009

Der König einmal jagen ging,

ein großes Tier er fing.

So ein großes, so ein schönes Ding“,

er sprach zu seinem Ring.

Den Ring – das Tier – was war das bloß?

er sich fragt dann im Schloss.

Ein Traum? Sagt nicht das Buch im Schoß.

War ich dort hoch zu Ross?

Der König – er weiß es jetzt nicht,

fern im Kopf das gut‘ Licht.

Er ist verstört seit Jahr und Tag

Stammelt fremde Dinge –

sein Arzt nicht zu helfen vermag.

Alles ist in Sorge –

Der König verloren im Ringe.


Politik

August 4, 2009

Ah, da kommt der kleine Hampelmann,
auch genannt Präsident des Landes.
Ah, der geht ja aber ganz schön ran!
Geziemt sich sowas seines Standes?

Hinter ihm kommen die Minister,
die gut genährt, rund und rosig sind.
Da! Der Eine! Da, wieder frisst er,
während draußen verhungert ein Kind.

Doch heut‘ vergnügt sich das Kabinett,
im Irrgarten hier in ihrem Zoo.
Alle spielen sie im Internet
– nur Einer wurde gesperrt ins Klo.

Aber nun zurück, kleine Kinder!
Die Mütter kommen, euch zu holen.
Morgen spielt ihr wieder die Schinder,
spielt Politik und schreit Parolen.


Der Begriff Praxis

August 3, 2009

Der Begriff Praxis wird allgemein verstanden als Gegenteil der Theorie. Wo diese bloßes Überlegen ist, zeigt sich die Praxis als ausführende Tat. Doch dies sagt noch nicht alles aus. Es gibt viele Formen von Praxis, wobei das Verhältnis zur Theorie oft unklar ist, vor allem, welches zuerst kommt. Diese Arbeit möchte einige Positionen und Überlegungen zu dem Thema vorstellen. Die älteste Form von Praxis findet sich bei Platon. Über Aristoteles geht es dann weiter zu Kant zum Marxismus, der dem Begriff der Praxis erstmals eine genauere und abweichende Definition gab, und letztlich hin zu modernen Positionen.


Der Bauer und der Ochse

Juni 30, 2009

Einst ein Bauer einen formidablen Pflug erstand,
seinen Ochsen zu ersetzen.
Dieser das Ganze jedoch leider nicht witzig fand.
Seit Jahren ließ er sich hetzen
und dafür sollte er ganz ohne jeglichen Dank
sein Ende hier nun bekommen?
Er, der schuftete, der selbst als er schon alt und krank
noch Berge hatte erklommen?

Dies könne er so niemals auf sich sitzen lassen
und so fing er an zu hassen.
Er zerstörte dem Bauern bald all seine Kassen,
lauerte ihm auf in Gassen
und zerrte den flehenden Bauern zur ‚Schlucht der Schand“,
stoß ihn dort über den Rand.
Und fortan ward bald überall den Menschen bekannt:
Ochsen gehört das Bauernland.


Geht es uns wirklich immer besser?

Januar 5, 2009

Eine Antwort auf H. M. Enzensbergers Theorie der ständigen Verbesserung von 2001.

Ja, sicher, der Menschheit geht es wohl immer besser. Anästhesien, Selbstentfaltung, erhöhte Lebenserwartung, selbst bessere Bedingungen in Entwicklungsländern.

Schon und gut. Doch wird es ewig weitersteigen? Wie soviele Beispiele gezeigt haben, lässt es sich nicht ewig weiter steigern. Jedes große Imperium ist irgendwann zusammengebrochen um dann sein dunkles Zeitalter zu erleben. So war eins der Argumente von Enzensberger, dass unsere persönlichen Daten besser geschützt werden. Gerade das allein schlägt doch schon um ins Gegenteil: wir werden immer mehr überwacht und ausspioniert.

Immer wenn ein Höhepunkt erreicht wurde, konnte es nur noch abwärts gehen. Dies soll jetzt nicht so marxistisch klingen, wie es vielleicht anmutet. Vermutlich wird der Kapitalismus wirklich alles überleben. Doch muss die Zukunft deshalb für uns besser sein? In einem anderen Essay wies Enzensberger auf den neuen Luxus der freien Zeit hin und den Druck der Moderne, stets schnell und innovativ sein zu müssen. Genau das ist doch bereits keine Verbesserung mehr. Selbstverwirklichung mag da sein, doch bringt es auch Nachteile mit sich. Lasst es uns realistisch betrachten: es gibt und schlechtes. Und in einigen Bereichen war uns schon die Antike überlegen. Fortschritte bringen stets Pro und Contra mit sich.pressionen und Orientierungslosigkeit sind ein weiteres Zeichen der Zeit.

Nein, ich will nun keiner der von Enzensberger angegriffenen Pessimisten sein, doch auch kein strikter Optimist wie er. Lasst es uns realistisch betrachten: es gibt und schlechtes. Und in einigen Bereichen war uns schon die Antike überlegen. Fortschritte bringen stets Pro und Contra mit sich.

Referenzen:

Enzensberger, Hans Magnus: Über die unaufhaltsame Verbesserung der Welt. In: Nomaden im Regal. Frankfurt: Suhrkamp 2003, S. 154ff.


Die Erinnerung lässt sich ändern.

November 23, 2008

Die Erinnerung lässt sich ändern.

Erinnerung ist änderbar.
Die persönliche täuscht sich schon von Natur aus leicht, ergänzt oder verändert aus subjektiven Vorlieben heraus. Da wird aus einem Gespräch eine Beleidigung weil die selektive Erinnerung nur die provokante Bemerkung zu beginn hervorhebt. Ältere Erinnerungen werden vielleicht gar völlig fiktiv da einzelne Stellen vergessen, andere geändert und weitere hinzu gesponnen wurden.
Nun lässt sich diese subjektive Erinnerung aber natürlich nur durch den eigenen Willen, selektivem Vergessen oder gewaltsamen Eingriff in die Psyche durch eine andere Person ändern.
Erinnerung, für die es keine lebende Person mehr gibt, die sich aktiv daran erinnern kann oder bei der passive Erinnerungen ausgelöst werden könnten – das sind die Erinnerungen, die man ändern kann. Sie sind nur über ein Medium weitererinnerbar, und dieses Medium ist die Schwachstelle.
Jedes Medium, dass der Mensch bisher verwendete, war manipulierbar. Erzählungen, Gesänge, Geschriebene Wörter, sogar Fotos und Filme lassen sich ändern.
Epikur schrieb ganze Bände – alles was noch daran erinnert sind 3 Briefe und wenige Fragmente. Wer sagt uns, dass das wirklich er war?
Wer sagt uns, dass es die Zeit überhaupt wirklich gab?
Es lässt sich erschließen aus der Vermengung zahlreicher Einzelerinnerungen. Doch je später man geht, desto unzuverlässiger und bruchstückhafter werden diese.
Irgendwann ist jede Erinnerung vorbei, irgendwann ist jeder vergessen oder sein ideales Abbild, sein Idol, zu einer Legende und damit etwas anderem geworden. Letzteres ist wiederum ein Punkt für die veränderte Erinnerung.
Man kann sich jede Erinnerung schaffen, wenn man es will. Nur ist ist heute für den Einzelnen schwieriger als früher. Kollektive und Regierungen haben die Macht.