Zitat des Tages – Was ist Politik?

Mai 17, 2014
Der Vater meint: "Natürlich kann ich Dir das erklären. Nehmen 
wir zum Beispiel unsere Familie.
Ich bringe das Geld nach Hause, also nennen wir mich
Kapitalismus. Deine Mutter verwaltet das Geld, also nennen wir
sie die Regierung. Wir beide kümmern uns fast ausschliesslich um
dein Wohl, also bist du das Volk. Unser Dienstmädchen ist die
Arbeiterklasse und dein kleiner Bruder, der noch in den Windeln
liegt, ist die Zukunft. Hast du das verstanden?"

Der Sohn ist sich nicht ganz sicher und möchte erst mal darüber 
schlafen. In der Nacht erwacht er, weil sein kleiner Bruder in 
die Windeln gemacht hat und nun schreit.

Er steht auf und klopft am Elternschlafzimmer, doch seine Mutter
liegt im Tiefschlaf und lässt sich nicht wecken. Also geht er zum
Dienstmädchen und findet dort seinen Vater bei ihr im Bett. Doch
auch auf sein mehrmaliges Klopfen hin lassen die beiden sich
nicht stören. So geht er halt wieder ins Bett und schläft weiter.

Am Morgen fragt ihn der Vater, ob er nun wisse, was Politik sei
und es mit seinen eigenen Worten erklären könne. Der Sohn
antwortet: "Ja, jetzt weiss ich es. Der Kapitalismus vögelt die
Arbeiterklasse während die Regierung schläft, das Volk wird total
ignoriert, und die Zukunft ist voll Scheisse!"

Zitat des Tages – Angestellte und Arbeiter

Juli 27, 2012

Drin schuften sie
wies liebe Vieh,
sie hörn vom Chef die Schritte.
Und murren sie, so höhnt er sie:
„Wenns ihnen nicht passt – bitte!“

Mensch duck dich. Muck dich nicht zu laut.
Sie zahln dich nicht zum Spaße!
Halts Maul – sonst wirst du abgebaut,
dann liegst du auf der Straße.

 

– Kurt Tucholsky: Angestellte


Zitat des Tages.

Juli 2, 2010

Zum Thema Tempelsklaven der Sumerer.

„Hierbei handelte es sich zum Teil um gekauftes oder als Kriegsbeute verschlepptes Personal. Das Bild, das wir von ihrer Lage gewinnen, ähnelt in vielem mehr dem von modernen Lohnabhängigen, als etwas von amerikanischen Sklaven im 19. Jh.“

Selz (2005): Sumerer und Akkader.


Zitat des Tages

März 3, 2009

„Können die Arbeiter denn nicht begreifen, daß dadurch, daß sie sich mit Arbeit überbörden, sie ihre und ihrer Nachkommenschaft Kräfte erschöpfen, daß sie, abgenutzt, vorzeitig arbeitsunfähig werden, daß sie, aufgesogen und abgestumpft von einem einzigen Laster, nicht mehr Menschen sind, sondern menschliche Wracks, daß sie alle schönen Anlagen in sich ertöten, nur um der rasenden Arbeitssucht willen?“

Paul LaFargue: Das Recht auf Faulheit (1880)


Individuum und Gesellschaft. Gustav Landauers sozialistischer Anarchismus

Juli 23, 2008

Gustav Landauer war einer der außergewöhnlichsten und eigensinnigsten Personen der Menschheit, des Anarchismus, des Sozialismus, der Philosophie, Mystik und Literatur.

Er erklärte, wie man das absolute Individuum überwindet, in sich selber die Welt der Vorfahren entdeckt und so zur Gemeinschaft mit den Menschen findet. Diese Gemeinschaft stellte er als Utopist sich vor als Herrschaftslosigkeit, Freiheit, Individualismus – als Anarchismus. Doch Anarchismus in Gemeinschaft, und diese verwirklicht im Sozialismus. Doch nicht im gleichschaltenden Sozialismus des Marxismus, sondern im individualistischen Sozialismus – im sozialistischen Anarchismus.

Das war sein Lebensziel und er hätte auch zeigen können, dass es funktioniert, hätte man ihn nach der Münchner Räterepublik nicht ermordet.

Hier nun eine kleine Arbeit als Einführung in seine Ideen, samt Kritik.