Sachsen

September 6, 2009

In Sachsen geht die Sonne auf;

geht auch unter – doch woanders.

In Sachsen ist der Elbe Lauf;

die auch endet – doch woanders.

Und doch sitz ich hier im Regen;

seh die Tropfen fallen in die Elbe.

In Sachsen ist der Mensch noch frei,

verglichen mit dem restlich‘ Bund.

In Sachsen die Natur noch lebt,

die gejagt wird im ganzen Bund.

Und nun sitz ich hier im Lande,

die Natur sticht und liebt mich nicht.

Doch Sachsen ist’s, wo ich jetzt wohn,

und doch bekomme keinen Lohn.

Werbeanzeigen

Zitat des Tages

April 16, 2009

„Durch die Unterordnung des Menschen unter die Maschine entsteht der Zustand, dass die Menschen gegenüber der Arbeit verschwinden, dass der Pendel der Uhr der genaue Messer für das Verhältnis der Leistungen zweier Arbeiter geworden [..] ist. So muss es nicht mehr heißen, dass eine (Arbeits-)stunde eines Menschen gleichkommt einer Stunde eines anderen Menschen, sondern dass vielmehr ein Mensch während einer Stunde so viel wert ist wie ein anderer Mensch während einer Stunde. Die Zeit ist alles, der Mensch ist nichts mehr, er ist höchstens noch die Verkörperung der Zeit. Es handelt sich nicht mehr um die Qualität. Die Quantität allein entscheidet alles.“

– K. Marx: Das Elend der Philosophie (1847)


Aphorismen 36 und 37: Bewunderung und das Kennen

April 13, 2009

Es ist leichter, die Arbeit von Personen zu bewundern, die man nicht persönlich kennt, deren Schwächen und Abscheulichkeiten man nie kennengelernt hat.

Man kann nicht immer die Arbeit derer schätzen, die man als Person sehr mag.


Zitat des Tages

März 3, 2009

„Können die Arbeiter denn nicht begreifen, daß dadurch, daß sie sich mit Arbeit überbörden, sie ihre und ihrer Nachkommenschaft Kräfte erschöpfen, daß sie, abgenutzt, vorzeitig arbeitsunfähig werden, daß sie, aufgesogen und abgestumpft von einem einzigen Laster, nicht mehr Menschen sind, sondern menschliche Wracks, daß sie alle schönen Anlagen in sich ertöten, nur um der rasenden Arbeitssucht willen?“

Paul LaFargue: Das Recht auf Faulheit (1880)


Aphorismus 45: Beschäftigung

Februar 15, 2009

Jeder Mensch braucht ständige Betätigung, sonst schweift sein Geist ab in Langeweile.


Zitat des Tages

Dezember 12, 2008

„Langeweile.

Nichts ist dem Menschen so unerträglich, als wenn er sich in vollkommener Ruhe befindet, ohne Leidenschaften, ohne Beschäftigungen, ohne Zerstreuungen, ohne Betriebsamkeit.

Dann fühlt er seine Nichtigkeit, seine Verlassenheit, seine Unzulänglichkeit, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere.

Sogleich werden vom Grunde seiner Seele die Langeweile, der Trübsinn, die Traurigkeit, der Kummer, der Verdruss und die Verzweiflung aufsteigen.“

– Blaise Pascal, ca. 1652


Der Mensch determiniert durch unbewusste Motivierung. Erläutert in der Psychopathologie des Alltags von S. Freud.

November 7, 2008

Sigmund Freud publizierte 1901 sein Werk ‘Psychopathologie des Alltagslebens. Über Versprechen, Vergessen, Vergreifen, Aberglaube und Irrtum’. Hier wendet er seine Psychoanalyse an verschiedenen Beispielen – meist welchem aus seinem eigenen Leben, von Patienten oder Freunden – mit der Theorie, dass dies alles zurückzuführen sei auf unterbewusste Vorgänge. Auch führt er hier den später so genannten ‘Freudschen Versprecher’ ein, ebenso wie er in diesem Werk zu einer Konklusion der Frage kommt, ob es nun einen freien Willen gibt oder nicht.

Diese Arbeit möchte die wichtigsten Punkte des Werkes herausarbeiten und präsentieren.