MG06 Das Huhn, der Herrscher der Welt und seine Frau.

März 18, 2020

Z Eines Tages ward ein Huhn geboren, dessen Ahnen

C schon vor langer Zeit gestorben waren.

K Am 19. 3. fanden die Bestattungsrituale statt. Alle waren

Z außer sich, aufgrund der Tatsache, dass dieses Ereignis nur alle 1000 Jahre

C zelebriert wird und somit ohne Bedeutung hingenommen wird.

K So oder so sollte aber die Welt in 2 Tagen explodieren.

Z Warum also sollte es sich also nicht dem absoluten Exzess

C voll Leidenschaft hingeben, um dann festzustellen zu müssen,

K dass es keine Lust hatte. Stattdessen setzte sich der Herrscher der Welt an den PC

Z und schaute bei eBay nach, ob es denn nicht günstiger

C verkauft wird. Da dies nicht der Fall war, ging er

K in eine Spielhalle und spielte eine Runde Space Invaders. Diese zerstörten gerade

Z den gesamten Jahresetat seiner Firma. Er musste also für

C seine Frau eine gute Ausrede einfallen lassen, um dies

K zu verdecken. Die Frau bestellte sich eine Pizza. Der Bote starb aber. Pferde eroberten

Z wieder das Herz der Kleinen in ihr, womit sie wieder in der Lage

C war, ihre wahre Natur und Aufgabe zu erkennen. Diese war

K die Welt zu vernichten. Sie musste nur noch auf den großen roten Knopf

Z schauen, um zu wissen, dass sie es nicht könne.


MG05 Nichts Passiert

März 11, 2020

C Eines Tages klopfte es ans Fenster.

K Der Feuerwehrmann sagte freundlich: „Hallo, bei ihnen brennt’s!“

Z doch der bedauerlicherweise gehör- und auch sonst sinnenlose

C Mann verabscheute Geruchsempfindungen. Somit kommunizierte

K nichts. 42 alte Waschweiber hielten dagegen einen Schwatz und

Z entschieden, ihre Runde auf 43 zu erweitern. Der Alte

C starb und wurde als Regenwurm wiedergeboren.

K Ein Vogel kam und fraß den Wurm. Ein Affe aß eine Banane mit

Z Rum gefüllt bis oben hin. „Das Aushöhlen hatte sich gelohnt.“

C Nachdem er gut und lange gelagert wurde, konnte man

K daraus Schimmel produzieren. Mit diesem wollte man die Welt verpesten,

Z so wie es sich ein Jeder schonmal gewünscht hatte.

C Da aber niemand bei „Wünsch dir was“ mitgemacht hatte,

K gab es graue Soße. Lila Mäuse erfanden einen Teleporter. Damit konnte man

Z gemütlich blaue Sterne vom 3. zum 4. Omalikron transportieren.

C Dies schlug aber fehl und somit hatte sich die Mission erledigt.

K Alle konnten endlich Heim gehen. Die Helden heirateten. Die Mäuse

Z freuten sich gemeinsam mit den Erdmännchen

C um die Wette und haben dabei für immer gewonnen.


MG04 Die letzten Tage des Weihnachtsmannes

März 4, 2020

K Eines schönen Morgens stand der Weihnachtsmann auf und fand,

Z dass sein Bart viel, viel zu lang geworden war, und so

C rasierte er ihn ab und entdeckte

K einen verborgenen Schatz. Elfen und Kobolde tanzten, lachten und

Z spielten mit den kleinen roten Bällchen, die der Erlös des Schatzes

C von Prinz Gustav waren. Um diesen zu huldigen wurde

K ein gewaltiges Feuerwerk veranstaltet. Elefanten und Löwen kamen

Z um den Schaden zu begrenzen und fraßen die Brandstifter auf.

C Nach dem Mahl genehmigten sie sich eine Pause

K für zwei Zigaretten. Danach bereiteten sie eine Badewanne voll

Z Rum zu. „Das Aushöhlen hatte sich gelohnt“, dachte er

C und wünschte er hätte mehr davon erzeugt.

K Eine Wand mit Gänseblümchen klatschte allen ins Gesicht und graue

Z langarmige Zotteln waberten wild umher, fast wie Klauen, die

C abgeschnitten wurden. Um nicht aufzufallen, tat er so

K als wäre er ein Clown. Seine rote Nase schmerzte. Darum kaufte er sich

Z eine alte Christbaumkugel und nutzte sie als Prothese.

C So wundervoll dies auch aussah, so ging sie einen Tag später kaputt. Somit

K hatte er keine Lust mehr. Er schloss sich Conan dem Barbar an und starb nach zwei Tagen.


MG03 Die wohl tollste Geschichte aller Zeiten

Februar 26, 2020

Es war einmal im fernen Leipzig, da saß er in seinem Zimmer und schmiedete üble Pläne, um die Zerstörung der Welt voran zu treiben. Doch fiel ihm dann doch etwas besseres ein und so verließ er sein Zimmer um sich mal in seiner Küche umzuschauen. Doch in der Küche erwartete ihn grauenvolles: der Kühlschrank hatte sich geöffnet und schlang plötzlich mit riesigen Tentakeln nach ihm – ob das ein Zeichen war? Aber nein, da musste ihm doch jemand was in seinen Drink gemischt haben, denn nun realisierte er, dass er gar nicht in seiner Wohnung stand und auch kein monströser Fortsatz ihm nach dem Leben trachtete. Verwundert betrachtete er den Vorlesungssaal. Warum stand er nun hier nackt? Er hatte genug. es wurde ihm plötzlich alles zu viel und er hatte das brennende Verlangen, schreiend aus dem Raum rennen zu müssen. Und da wurde ihm auch gewahr, wieso er diese Assoziation traf, der Raum hatte wirklich Feuer gefangen. Higo, sein Haustieralien, sprang ihm da aber in den weg, schnappte sich eine Banane und pinkelte auf das Feuer.

„Verdammte scheiße … das Feuer, das hatte ich komplett vergessen“, sagte sich der zukünftige Imperator und versuchte mit allen Kräften sein letztes hab und gut zu retten. Doch als dass das Männchen aus Leipzig sah, wurde es zornig, denn eigentlich hatte er dieser Knallscharsche verboten seine Sachen zu durchwühlen und jetzt nutzte dieser Typ auch noch die Situation aus um ihm seiner letzten paar Unterhosen zu beklauen.


In diesem Moment klingelte es an der Haustür. Sein alter Freund Bobo, der oberböse schwarze Meisternekromant war zum Kaffeetrinken vorbeigekommen. Sein Begleiterskelett stürzte sich sofort auf die angebotenen Unterhosen und kaute genüsslich an ihnen herum. „Nein, nicht meine Unterhosen. Ach man, du blödes Arschloch, werd endlich diese Plage von Skelett los! Die Dinger nerven ständig und fressen auch immerzu meine Sachen.“ Bobo sagte nichts, war aber sehr nervös. ihm war sehr wohl bewusst, was alles passieren konnte wenn der Imperator schlechte Laune hatte. Er hatte die Geschichte mit dem Kleinkind im Wagen und dem Lollie noch nicht vergessen … niemand hatte das. Oder war er selbst es gewesen, der dieses Greultat angerichtet hatte? Er konnte sich nicht erinnern und dieses Unwissen versetzte ihn in eine noch größere Aufgeregtheit als die, in der er sich sowieso schon befand. Also rief er erstmal den Pizzabringdienst und ließ sich eine große Pizza Hawaii kommen. Doch dann erinnerte er sich an das Grauen nebenan. Und sofort schoss es ihm durch den Kopf, dass die soeben bestellte Pizza mit Schinken belegt sein würde. Schnell versuchte er noch einmal, den Boten anzurufen, aber da war es schon zu spät. Es klingelte bereits. Was sollte er nur tun? Luigi’s Verkaufsstrategie war es, immer eine kleine Überraschung unter dem Schinken zu verstecken, nur nachdem er seine letzten 3 Bestellungen noch immer nicht bezahlt hatte, konnte das Geschenk des Italieners diesmal tödlich sein. Trotzdem wagte er es und lag wenig später bekifft in der Ecke. Welch Geschenk! War ihm Luigi also doch nicht böse. Im Rausch blickte er aus dem Fenster und sah eine Feuerblume aufsteigen. Da musste er sofort an seine tolle Zeit mit Mario und Luigi denken … er wusste noch genau, dass ihm die Rohre, durch sie immer rutschten, schon damals gefährlich vorkamen aber die beiden wollten es ja nicht anders haben. Und wie er es drehen und wenden wollte, er konnte das warum nicht begreifen. Oh nein, was war nur mit seinem Verstand los? Das Zeug, das er sich seit neustem drückte, brachte bei ihm die Grenze zwischen Computerweltfiktionalität und Realität zum Einsturz Und trotzdem war er ganz heiß auf den nächsten Schuss. Er bereitete sich den nächsten vor. Derweil krabbelte da ein Männchen aus seinem Monitor und drückte auf ihn gerichtet ab. ein Schuss fiel …. plötzlich wurde ihm schwarz vor Augen, während er noch immer das schallende Gelächter des kleinen Zwerges hören konnte. Was für ein lächerliches Schicksal, seinen Tod hatte er sich wahrlich anders vorgestellt, nur so schien es ihm, gab es da etwas, dass ihn ohne sein Zutun von Anfang an in diese Lage hinein bringen wollte. Und dann verschwand auch das Lachen und nichts mehr blieb.


MG02 August und die GoGo-Stripper

Februar 19, 2020

H Eines Tages, dachte August, werde auch ich
k ein mächtiger Herrscher des Universums sein, dann werde ich
g die komplette Welt zerstören und mir ein neues Reich schaffen.
H Mit diesen Plänen im Kopf ging er zu
k seinem alten Meister und bat um einen Kamillentee,
g den der Meister in seinem vollkommen überfüllten Schrank nicht finden konnte
H weswegen er wütend mit einem Messer in
k die alte Apfelsine einstach, welche eigentlich unschuldig war,
g doch die ihre Schuld auch nicht bestreiten konnte.
H Plötzlich riss ihre Hose und August reagierte mit
k raschem Verstand und zückte Nadel und Garn,
g und nähte es wieder zusammen.
H Der Meister verteilte zur Feier bunte Hüte und
k erschoss mit der Pistole alle Gäste. August ging heim um
g die Waffe zu waschen, sich zu waschen und …
H Zeitgleich betrat Augusts Schwiedermutter Uschi
k den Schauplatz und machte sauber. Zum Essen gab’s Lasagne,
g mit etwas Spargel und Spinat.
H Die italienische Bedienung beugte sich nach vorne und
k der spanische Pudel glotzte in ihren Ausschnitt. August
g schnappte sich ihn und griff nach seinem Schwert.
H Doch schnell riss Uschi ihm eines seiner
k Gläser aus der Hand. Durstig trank sie alles aus und staunte
g wie viel er denn eigentlich trinken konnte und fiel um.
H In diesem Moment betraten August und der Meister
k die Opernhalle. AC/DC traten gerade auf. der Leadsänger
g stimmte ein Pavarotti-C an und sang mit voller Stimme.
H Doch genau damit hatte sie gerechnet und
k verwies auf die 3 schwulen Männer, die YMCA sangen,
g und einen flotten Gogo-Strip hinlegten, während das Publikum
H sich auszog und sang. Da betrat Dr. Bösewicht
k die Bühne und schrie alle Akteute an. Warum war die Welt noch
g so komplett, wo sie doch vernichtet sein sollte.
H Daraufhin fassten sich alle an die Hände und tanzten. Ende


MG01 Knut der Zauberlehrling

Februar 12, 2020

Noch sinnloser..

k: Am Anfang war der Zauberlehrling. Knut hieß er und schlacksig war er.
H: Knut stieg aber gerade in einen Bus nach Hogwarts – er fuhr schwarz – und
g: zeigte dabei auch kein Schamgefühl, als der Bus in Hogwarts ankam.
k: Leider war die Schule im letzten Drachenkrieg vernichtet worden, nun stand
H: er vor einem rauchenden Trümmerhaufen, an dem sich Penner Marshmallows brieten
g: und dort stand nebenher noch eine angezündete Mülltonne. Die Penner tranken eine Menge
k: Champagner und aßen Kavier. Die Zeitmaschine neben ihnen blinkte startbereit.
H: Knut stieg ein und stellte das Zieldatum auf den 24.12.0000.Be..(nicht lesbar) hat er den Hebel
g: aber doch liebte er ihn. Aber ob er sein Ziel denn wirklich erreichen wird?
k: Leider war der böse Obermagier Milan bereits auf dem Weg die Welt zu
H: verspeisen. Knut trat aus der Maschine und schlich hinter ihm entlang. Er musste Hilfe holen!
g: Er lief die Strasse entlanf und sah sich hilfesuchend um. Doch niemand war da!
k: Am Ende der Straße stand Obermagier Milan und beschwor eine magisch Bombe um
H: dedn Mutterbodedn in mundgerechte Stücke zu zerteilen. Doch nun warf Mike die Bombe zu Knut.
g: Doch Knut ließ sie fallen und die Bombe explodierte. Knut wurde in seine Einzelteile zerissen.
k: Der böse Obermagier hieß übrigens Milan und war nun Weltherrscher. Zwanzig
H: kleine, niedliche, flauschige, schwarze Küken liefen plötzlich durch die Bildfläche und sangen:
g: „Der Knut ist tot! Der Knut ist tot! Quark, quark! Mami warte! MAMI!“
k: Mami aß nur ’nen Joghurt und beobachtete den Fernseher. Ihr Junge stolperte.
H: Doch zurück zum Geschehen: Eins der Küken warf Knut einen Schlüssel zu uns zwinkerte: “ Alles Ablenkung.“
g: Mike war erstaunt: „Knut? Du lebst noch? Was für ein Wunder!?“
k: Dabei hatten alle die Bombenexplosion miterlebt. Knut sah auch arg zerzaust aus und Mike
H: hatte ’nen Arm weniger. „Macht nix“, sagte Knut zu Mike , „der wächst nach.“ Nun stürmten beide
g: i due Hogwarter Halle zurück. Mike war noch erschrocken wegen seinem Arm
k: und wegen der Ruine Hogwarts, wollte aber im Garten mit Knut Hasen jagen gehen. Dreizehn
H: Jahre später knüpften sie nun gegen Milan. Mike sprang vrwärts und biss Milan in
G. den Hintern, dieser schrie laut auf und lief davon.
k: Der Hintern fraß drei Hasen im Garten und metzelte fünf Drachen nieder. Sieben Dachse spielten
H: mit neun toten Mäusen Football. Plötzlich war das Wetter besser und alle lachten.

-Ende-


G53 GaU04 Laipziger Vandalen-Bekämpfer

Februar 8, 2020

Laipziger Vandalen-Bekämpfer

Sämtliche Orte, Personen und Anspielungen sind fast völlig fiktiv.

Peter Fröhlich saß in der Straßenbahn. Schon wieder teurer geworden! Fluchte er innerlich. Blöde Fahrkarten. Es war 22 Uhr und die Bahn fuhr durch eine dunkle Ecke der Stadt. Gelangweilt blickte er aus dem Fenster. Die Häuser waren allesamt sauber und frisch geputzt, bemerkte er erfreut. Ja, die Stadt galt nicht umsonst als sauberste des Staates. Und Peter war stolz auf diese seine Stadt. Vorbei waren die alten Zeiten der heruntergekommenen Straßen und halbverfallenen Gebäude, bekritzelt mit den hässlichen Vorstellungen nutzloser Jugendlicher. Versprechungen hoher Belohnungen für alle die bei der Ergreifung dieser Jugendlichen halfen, hingen innen an den Bahnwänden. Verlockend.

Nächster Halt: Graue Straße“, tönte die liebliche Durchsage.

Ah, endlich. Fast daheim, dachte Peter bei sich. Er gab einem der freundlichen Fahrbegleiter, die in Gruppen zu je fünf Personen vor den ebenso fünf Türen der Bahn standen, ein Zeichen, dass er gleich aussteigen wolle. Der Fahrbegleiter handelte sofort und drückte den Knopf des Haltewunsches für Peter.

Sobald die Bahn hielt stand Peter auf und verließ sie. Am anderen Ende seines Wagens sah er noch eine Frau bei dem Versuch, einen Kinderwagen in die Bahn zu bekommen, doch alle Fahrbegleiter waren gerade mit anderen Dingen beschäftigt, vor allem mit Gesprächen. Er beachtete es nicht weiter, ging zum Bürgersteig und schlug den Weg gen Heimat ein. Unterwegs kam er an der Bushaltestelle vorbei, wo ein Bus nur einmal am Tag hielt, weshalb er ihn nicht nutzen konnte, auch wenn er genau zu seiner Arbeitsstelle fuhr. Ein Haufen Jugendlicher hatte es sich nun darinnen gemütlich gemacht. Sie tranken ihre jugendlichen Getränke und pöbelten vorbeikommende Bürger an. Froh sich auf der anderen Straßenseite zu befinden hielt Peter sich lieber bedeckt im Schatten. – Doch was war das? – Einer der Jugendlichen zückte ein Messer. – Und gemütlich begann er damit ein Bild in die Glaswand der Haltestelle zu kratzen.

Das darf doch nicht wahr sein! Schoss es Peter durch den Kopf. Sofort erinnert er sich an den Wahlspruch „Vandalismus kostet Sie ihr Geld!“ und wollte er wirklich mit ansehen, wie wieder jemand höhere Kosten für ihn verursachte? Nein, also wählte er die Nummer des Vandalismusbekämpfungsdienstes, die auf Plakaten und Leuchtreklamen an jeder Ecke hing, von der nächsten Notrufsäule aus. Man wollte von ihm die Nummer der Haltestelle wissen und versprach danach sofort einzugreifen.

Schnell war das Einsatzkommando vor Ort: Ein schwarzer Transporter hielt neben der Haltestelle und sechs schwach vermummte und bewaffnete Kämpfer stürzten aus ihm heraus. Die Jugendlichen konnten keinen Widerstand leisten, sondern wurden weggebracht. Der Transporter verließ den Ort des Geschehens schließlich wieder und wurde schnell durch ein orangenes Wartungsfahrzeug ersetzt. Zwei Männer in Orange, wesentlich weniger energisch denn die schwarzen Truppen zuvor, stiegen aus, lösten die angekratzte Glasscheibe aus der Halterung und tauschten sie gegen eine frische aus. – Letztlich verschwanden auch sie.

Peter lächelte genügsam über diese Tat und den zu erwartenden Anstieg seines Kontoguthabens um die Belohnung. Fröhlich ging er heim; wieder einmal war die Stadt gerettet. – Ein lautes Krachen ertönte hinter ihm, als eine Taube die frische Glasscheibe nicht als solche erkannte und daran ihr Leben ließ. Doch das bemerkte er nicht mehr, ebensowenig das orangene Fahrzeug, welches schnell angerauscht kam und die jetzt wieder beschädigte Scheibe erneut ersetzte. Da war Peter aber bereits daheim. Er machte sich noch etwas zu essen, sah sich im Fernsehen eine Weile die schönsten Straßenbahnbilder des Tages an und ging bald darauf schlafen.

Acht Stunden später musste er zur Arbeit. Er fuhr Richtung Bahnhof, der zentralen Verteilungsstelle wo alle mal hinkämen. Es waren gerade Schulferien: Zahlreiche Schüler hatten nichts zu tun und fuhren in die Stadt oder weiter in andere Orte. Andere hatten eine Ferienarbeit bei den städtischen Verkehrsbetrieben bekommen und warteten nun die Fahrzeuge – weit außerhalb in ruhigen Wartungshallen. Diese konnten sich nun natürlich nicht in Betrieb befinden und so sah Peter seine Bahn um zwei Wagen gekürzt. Gut achtzig Menschen drängten sich hinein, wo Platz für 45 erlaubt war. Immerhin aber war Peter nun unterwegs.

Doch bald ertönte eine Durchsage: „Liebe Fahrgäste, aufgrund der Vandalismuskosten werden alle Strecken um zehn Prozent gekürzt. Die nächste Haltestelle wird also nicht angefahren.“

Aus dem Fenster blickend erkannte Peter eine gewaltige Baustelle zu beiden Seiten der Straße auftauchen. Die Bahn konnte sich gerade noch dort hindurch schlängeln. Und da Autos in der Stadt ja verboten waren, machte ein großflächiger Umbau der Straßen eh nichts mehr aus.

Schließlich erreichte die Bahn den Bahnhof. Wie soviele andere purzelte Peter halb aus der überfüllten Maschine auf den Bahnsteig. Er freute sich aber dennoch, da als folgende Bahn bereits die 5 angezeigt wurde, mit welcher er zu fahren gedachte. Zunächst aber stürmten Zeitungsverkäufer, Bettler und Leute, deren Schmuckverkaufserlös an die arme Welt gehen sollte, auf ihn zu. Nach einer ganzen Weile konnte er sich endlich von ihnen befreien.. – Noch zwei Minuten bis zu seiner Bahn, die er mit Selbstverteidigung verbrachte. Nach weiteren fünf Minuten blickte er erneut zur Anzeigetafel, an welcher die 5 immer noch für dieselbe Uhrzeit angezeigt wurde. – Nein, plötzlich verschwand die Anzeige. Gleichzeitig fuhr eine 17 neben ihm ein. Die Tafel kündigte die nächste 5 nun für in 15 Minuten an.

Enttäuscht setzte Peter sich und wartete, während er frierte. Nach weiteren zehn Minuten kam eine andere Bahn. Es war die ständig überall herumfahrende Glücksbahn. Pausenlos wurden darinnen Musik und Spiele gespielt, Essen verteilt und – anderer Kram. Doch Peter hatte gerade nicht das geringste Interesse daran teilzunehmen. Gleich sollte die 5 kommen. Und tatsächlich: da rauschte sie schon an. Peter drängelte sich wie alle anderen vor, genau vor die Tür. Bei fünfzig Leuten die sich einen Wagen teilen müssten, sollte man schon vorsorgen, um einen Platz zu bekommen; denn so wie er dachten auch alle anderen.

Als die Bahn dann hielt, warteten sie wie Raubtiere, dass sich eine Lücke in der Masse der Aussteigenden zeigen würde um diese sofort zu nutzen. Doch da niemand überhaupt Platz zum Aussteigen hatte, strömte der Mob irgendwann einfach hinein und zog Peter mit sich, wie eine Fliege im Abfluss. Drinnen fand er sich in eine Ecke gequetscht wieder, genau neben den freundlichen Fahrbegleitern.

Endlich in der Bahn, dachte er bei sich. Gut dreißig Minuten Fahrt, dann wäre er an seiner Arbeitsstelle.

Als es endlich losging, wurde Peter in der Sommerhitze mit den wohligen Gerüchen der anderen Menschen verwöhnt. Drei Haltestellen weiter, eine vor dem Frühlingsplatz, hieß es plötzlich, dass aufgrund der Streckeneinsparungen eine Umleitung genommen werden würde. Fünfzehn Minuten später fanden sie sich endlich an der Haltestelle Frühlingsplatz wieder. Da die 5 von dort nun einen anderen Weg fahren sollte, musste Peter wohl oder übel aussteigen. Die gesamte Zeit des Weges zwischen den Menschen hindurch zur Tür dauerte jedoch so lang, dass er erst eine Station weiter aussteigen konnte.

Kaum war das endlich geschafft, fand er sich in einem Straßenfest wieder. Wo kamen die denn plötzlich her? Nein, danke, er wollte gerade keine Lose – oder besser: Er hatte keine Zeit. Die Arbeit wartete jetzt schon so lange – ohne ihn.

Weitere fünfzehn Minuten dauerte es, bis er seinen Weg zurück zum Frühlingsplatz gefunden hatte. Dort fegte gerade das Betriebsmaskottchen, eine menschengroße blaue Ratte, den Bahnsteig. – Und da kam auch schon die 18. Peter stürzte fröhlich über diese Umstände auf die sich öffnenden Türen zu, doch da geriet die Ratte in seinen Weg und schenkte ihm Süßigkeiten. Als dies erledigt war, war die Bahn außer Sicht; die nächste käme in dreißig Minuten.

Seufzend beschloss Peter, den Rest des Weges lieber zu Fuß zu gehen.

Mit nur einer Stunde Verspätung kam er letztlich an seinem Arbeitsplatz an. Selten hatte er es so schnell dorthin geschafft.

Und abends galt es den Weg zurück zu finden.

ENDE