Das Unlogische an der OT

Februar 1, 2009

Wenn der übriggebliebene Kandidat einer ist, der weiterhin Constraints verletzt, warum sollte er in der Sprache bleiben? Warum nicht nun einen Ausdruck finden, der den nächsten Constraint nicht verletzt und immer so weiter, bis keiner mehr verletzt wird?

Advertisements

Aphorismus 43: Aussagegehalt

November 7, 2008

Alle geschriebenen Worte dieser Welt können nicht soviel aussagen wie eine einzige Tat, ein einziger Blick, eine einzige Mimik.


An die Anglizismen-Hasser, Teil 2: Der Verein Deutscher Sprache

November 6, 2008

Bereits einmal habe ich mich an die Anglizismen-Hasser gewandt, nachzulesen hier. Alles zu wiederholen wäre an dieser Stelle deshalb wohl überflüssig, meine Argumente habe ich bereits dargebracht. Nun habe ich aber ein sehr gutes Beispiel gefunden, an dem man diesen Schwachsinn darstellen kann:

Der Verein Deutscher Sprache e.V.

Für 30 Euro im Jahr kann man diesem dubiosen Verein beitreten, der die Deutsche Sprache vor den drohenden Anglizismen bewahren will, und sogar eine Wortpatenschaft übernehmen.

Nun steht auch in der aktuellen Focus Campus ein Bericht über den Vorsitzenden des Vereins: Walter Krämer. Dieser ist Professor für Statistik und schrieb nun ein Buch namens „Wir können alles, sogar besser – wo Deutschland wirklich gut ist“, in welchem er 160 tolle Dinge in und an Deutschland aufzählt. Aber das interessiert hier gerade gar nicht (auch wenn es in dem Bericht der FC nur darum geht).

Ein anderes seiner Bücher heißt z.B. „Lexikon der populären Irrtümer“. Und wer hat nun bemerkt, dass da nur ein original deutsches Wort drin steckt? Richtig, das ‚der‘.

Ironischerweise ist der Herr Professor sogleich auch noch Pate für ein Wort. Natürlich für das Wort ‚Statistik‘. Und mal ganz ehrlich: was daran ist bitte Deutsch?

Auch Menschen wie Angela Merkel und Christian Wulff sind Paten. Ebenso für Wörterchen, die nur teilweise deutsch sind.

Dieser Verein ist also einer dieser populär nationalistischen aber auch gleichzeitig verquer inkosequenten Läden, die alles Neue verurteilen und ablehnen, obwohl es für einen Sprachwandel mehr als normal ist: die Entlehnung neuer Begriffe. Und das tat unsere Sprache bereits seit Ewigkeiten. Wer von uns kann auf anhieb noch Althochdeutsch verstehen? Und sagen wir deshalb, dass Deutsch gestorben ist?

Der VDS bietet sogar über die Stiftung Deutsche Sprache einen Dienst, der nach „plausiblen deutschen Äquivalenten für fremdsprachige Begriffe“ sucht. – Dann sucht mir doch bitte auch mal das deutsche Äquivalent für den eben zitierten Satz!

Weiterhin gibt es einen ‚Anglizismenindex‘ und ‚Erfolgsnachrichten‘.

Zugegeben, es ist nicht unbedingt förderlich, wenn Unternehmen nur noch englische Slogan verwenden, ihre Kunden aber teilweise noch die ältere Generation sind, die kein Englisch verstehen. Aber so dermaßen inquisitorisch gegen Anglizismen vorzugehen, dabei aber ältere Fremdwörter wie Romazismen so zu überhöhen, erinnert an gewisse vergangene Zeiten, die nicht lange zurückliegen. Damals war man aber nicht so wild danach, das ‚Deutsch‘ zu bewahren, ja, man wechselte sogar zu dem internationalen Schriftsatz.

Die VDS sollte über sich und ihre Absichten noch einmal nachdenken. Auch darüber, ob sie nun konsequent (auch Romazismen etc abschaffen) oder vernünftigt (erkennen, dass Sprache sich nun einmal wandelt) sein wollen.


Rousseaus Contrat social in Kurzform

September 9, 2008

Nach Hobbes Leviathan von 1651 hier nun auch Rousseaus Contrat social (Gesellschaftsvertrag) von 1762 in Kurzform. Erneut 12 Seiten statt im Original 100, wollen diese Seiten die Quintessenz des Buches einfangen und für alle verständlich erklären.

Buch 1: Kritik, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Gesellschaftszustand, Souverän

Buch 2: Die Legislative, die Souveränität. Der Allgemeinwille, Recht, Gesetz, Gesetzgeber, Volk

Buch 3: Die Exekutive, die Regierung. Regierungsformen (Monarchie, Aristokratie, Demokratie), Missbrauch, Staatentod, Abgeordnete, Mittel gegen Usurpation

Buch 4: Abstimmungen, Wahlen, Diktatoren, Zensur, Religion


Hobbes‘ Leviathan in Kurzform

September 8, 2008

Hier ein neuer Artikel. Er fasst die ersten beiden Bücher von Thomas Hobbes‘ Leviathan (1651) über Mensch und Staat zusammen. 12 Seiten statt 300 mit dem Anspruch, alles (wichtige) zu erklären, ohne dabei zu Schwafeln, wie Hobbes es manchmal tat.

Mensch: Sinne, Vorstellungskraft, Gedanken, Rede, Vernunft, Leidenschaften, Verstand, Wissenschaft, Macht, Würde, Sitten, Religion, Naturzustand, Naturrecht, Naturgesetze und Personen.

Staat: Gründung, Gesellschaftsvertrag, Staatsarten, Regierungsarten, Bürgerpflichten, bürgerliche Freiheit, Vereinigungen, öffentliche Diener, Fruchtbarkeit, Ratgeber, bürgerliche Gesetze, Verbrechen, Strafen, das Ende des Staates, Aufgaben des Souveräns und Gott.


Individuum und Gesellschaft. Gustav Landauers sozialistischer Anarchismus

Juli 23, 2008

Gustav Landauer war einer der außergewöhnlichsten und eigensinnigsten Personen der Menschheit, des Anarchismus, des Sozialismus, der Philosophie, Mystik und Literatur.

Er erklärte, wie man das absolute Individuum überwindet, in sich selber die Welt der Vorfahren entdeckt und so zur Gemeinschaft mit den Menschen findet. Diese Gemeinschaft stellte er als Utopist sich vor als Herrschaftslosigkeit, Freiheit, Individualismus – als Anarchismus. Doch Anarchismus in Gemeinschaft, und diese verwirklicht im Sozialismus. Doch nicht im gleichschaltenden Sozialismus des Marxismus, sondern im individualistischen Sozialismus – im sozialistischen Anarchismus.

Das war sein Lebensziel und er hätte auch zeigen können, dass es funktioniert, hätte man ihn nach der Münchner Räterepublik nicht ermordet.

Hier nun eine kleine Arbeit als Einführung in seine Ideen, samt Kritik.


Die guten und die schlechten Tätigkeiten. Eine kleine Erkenntnis.

Juli 8, 2008

Wir alle gehen Tätigkeiten nach. Einigen gerne, anderen ungerne. Und wieder andere bereiten uns große Unannehmlichkeiten. Warum bevorzugt der Mensch es, einer Tätigkeit fern zu bleiben, die er eigentlich vollbringen müsse? Warum entschließt er sich, stattdessen lieber etwas anderes zu tun?

Ist es Faulheit? Ist es Langeweile? Ist es geistiges Unvermögen?

Nein, es ist einfach das stärkere Interesse, das andere zu tun. Und auch ja, es ist sehr wohl langweilig, das falsche zu tun. Es ist langweilig, einem Vortrag nur zuzuhören, nur lauschen und es abspeichern zu müssen. Es ist unzureichend. Selbst dann, wenn das besprochene Thema vielleicht durchauch interessant sein könnte, würde es nur anders aufbereitet. Denn es fehlt die geistige Betätigung.

Zumindest mir geht es so.

Geschichten sind nur fesselnd, wenn sie Fantasien wecken und man diese erlebt. Philosophische Werke sind nur interessant, wenn man sich damit auseinander setzen kann; wenn man kritisieren, zustimmen oder es erweitern kann. Alles muss einen auch emotional ansprechen. Für letzteres reicht nun vielleicht auch schon eine schöne Sprache, ein schöner Ausdruck, die beim Lesen eine geistige Melodie erweckt. Wenn man uns zum lachen oder zum weinen bringt, ist es gut. Auch gut ist es, wenn etwas Wut erweckt. Wie sonst könnten Polemiken und Satiren sonst so breites Publikum finden. Besonders wer persönlich angesprochen wird, entwickelt sofort aufmerksamkeit.

Ähnliches gilt nun auch für andere Medien, für Filme z.B.; wirklich gute sind nur, welche einen noch Weilen danach grübeln lassen oder die einen emotional einfangen. Dazu kann man die Mittel der Optik, Romantik, Angst, Adrenalin oder ähnlichem verwenden.

Ausweiten kann man es auch noch auf Musik, Menschen, Kommunikation und vieles andere. Lasst uns meiden, was uns Kopfschmerzen bereitet, hin zu Dingen, die uns einfangen. Und lässt sich so manches doch nicht vermeiden, sollte man versuchen es umzugestalten, dass es einen bald doch interessiert.