Aphorismus 77: Individualismus als Trick des Ganzen

Juli 26, 2009

Individualität ist ein Trugschluss.
Ihr werdet individuell, um das Ganze voranzubringen.
Ihr seid ein Teil des Ganzen.
Das Ganze sind die Menschheit und über ihr das Leben.
Euer – unser – Wunsch nach Individualität ist ein Trick des Ganzen, euch dazu verleiten eure persönlichen Fähigkeiten, Anlagen, herauszuarbeiten.
Habt ihr dies getan, eure Veranlagung zu eurer sogenannten Individualität gebracht, so sterbt ihr.
Etwas von euch, eure Individualität, lebt weiter.
Sie hat das Ganze verändert und wurde Teil von ihr.
Ihr wart immer Teil und wertet immer Teil bleiben.
Dies ist euer Sinn – dies ist eure Unsterblichkeit.


Die Menschheit

März 30, 2009

Alle treibt das gleiche Ziel:

Ewig leben in den Werken.

Es wird Rot: bleibe stehen,

warte brav – für dein Grün,

folge stets der Herde nach.


Nichts besonderes

November 28, 2008

Alles ist stets dasselbe.
Die Menschen sind alle gleich.
Die Geschehnisse wiederholen sich.
Irgendwann gibt es nichts neues mehr.

Sex ist immer dasselbe.
Liebe ist immer dasselbe.
Erlebnisse sind immer dieselben.
Menschen sind immer dieselben.

Man kennt die Bausteine, aus denen die Menschen sind.
Man kennt die Ergebnisse, die sie produzieren können.
Es gibt nur eine begrenzte Zahl Möglichkeiten.
Es gibt nur ein paar Bausteine zum Menschen.

Was machst du, wenn du alles schon kennst?
Was machst du, wenn es nichts neues mehr gibt?
Du wirst krampfhaft versuchen neues zu finden.
Und wenn dies im Rahmen des Normalen nicht mehr möglich ist, sprengst du ihn.

Der Mensch findet zurück
Zurück zur natürlichen Unschuld
Zurück zur Natur
Zurück zur Grausamkeit
Zurück zur Morallosigkeit

Zurück zur Schamlosigkeit
Zurück zur Zügellosigkeit
Zurück zum Tier
Zurück zu sich.
Der Kreislauf schließt sich.

„Du langweilst mich!
Sowas wie dich hatte ich schon tausend Mal!
Sowas wie dich findet man doch überall!
Sowas wie du ist nichts besonderes!
Sowas wie du ist nichts erwähnenswertes!
Wozu lebst du überhaupt?
Wozu vergeudest du meine Zeit?
Du langweilst mich!“

Verfall der Sitten
Verfall der Moral
Verfall der Jugend
So nennen es die anderen.

Man strebt nach etwas neuem
Man braucht etwas etremes
Man freut sich auf das Neue
Man braucht etwas außergewöhnliches
Man erreicht dieses Neue
Man braucht die Perversion
Man erkennt – es ist nichts neues.
Man erkennt – es ist dasselbe.

Es ist wie immer.
Die Bausteine sind schon bekannt.
Man braucht es nicht mehr
Man kann den Baustein genausogut überall finden.

Wozu das alles?
Wozu mit Menschen leben?
Wozu etwas anstreben?
Wenn doch eh alles ist dasselbe?

Sag, bist du besser als er?
Sag, bist du etwas besonderes?
Sag, bist du etwas neues?
Woher hast du diesen Glauben?

Worin liegt dein Sinn?
Täglich dem Gleichstrom zu dienen
Wöchentlich dich zu betäuben
Auf dass du alles vergisst?

Braucht die Welt dich?
Wird die Welt dich vermissen?
Hat die Welt durch dich was erfahren?
Hast du die Menschheit voran gebracht?

Du bist auch nur ein Teil
Ein Teil des großen Organismus
Ein Teil des Körpers Mensch
Und nichts Besonderes.


Aphorismus 21: Individualität

August 8, 2008

Letztlich sind alle Menschen austauschbar; keiner besitzt absolute Individualität