Aphorismus 88: Wehret euch den gesellschaftlichen Zwängen!

Dezember 13, 2013

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Einst sprach Hobbes davon, dass die Menschen im sogenannten Naturzustand stets danach bestrebt sind, sich eine Macht nach der anderen zu verschaffen. Und warum tun sie dies? Weil sie Angst haben, ihre vorhandene Macht zu verlieren. Macht sah er hierbei als alles an, was einem einen Vorteil verschafft, und kann dem entsprechend weit ausgelegt werden. Hobbes selber führte vor allem den Wunsch nach Reichtum, Ehre, Herrschaft und anderer Macht an, welcher die Menschen in einen Krieg aller gegen alle stürzt. Doch eines fehlt hierbei: nicht im Naturzustand ist dies so, sondern vor allem in der menschlichen Gesellschaft. Insofern kann man eher Rousseau die Ehre der richtigen Erkenntnis zusprechen, auch wenn dieser ebenfalls einen Naturzustand annahm, den es aber nie gegeben hat, denn der Mensch ist von Natur aus ein Herdentier. Auch sah er jegliche menschliche Gesellschaft als grundsätzlich den Menschen verderbend an, was widerum etwas zu weit geht. Nun stimmen aber gewisse Grundaussagen, wenn man von den Details mal absieht. Nicht alle, doch die meisten Menschen, werden durch die Gesellschaft gewissermaßen verdorben. Vieles am Menschen ist Erziehung und so wird er zwangsweise von seiner Gesellschaft geprägt. Und diese vermittelt ihm derzeit oft fragwürdige Werte und zweifelhafte Ansichten. Ansichten wie falsche und heuchlerische Moralvorstellungen und Werte wie das streben nach – und Hobbes hatte das immerhin erkannt – Reichtum, Macht, Ansehen, Ruhm, Besitz, vor allem Besitz an Menschen. – Dies sind die Werte des Kapitalismus und wie die Geschichte zeigt leider auch Werte der Natur des Menschen. In der Gesellschaft sieht man sich häufig den Zwang ausgesetzt, eine Karriere zu vollenden, reich zu werden, “etwas zu erreichen”. Und mit christlicher Hinzuspielung auch dem Streben nach Glück, Familie, usw. Doch ist dies überhaupt ertrebenswert? Macht es den Menschen glücklich, das zu vollbringen, was andere von ihm wollen? Einigen scheint es so zu gehen. Die meisten aber werden depressiv oder verzweifeln, da sie nicht das erreichen können, was man von ihnen erwartet. Andere wiederum erkennen erst spät im Leben, was sie eigentlich vom Leben erwarten und kosten dies in einer “Midlife-Crisis” aus, diesem von der Moderne so schön gekünstelten Wort. Der wahre Sinn und das Glück des Lebens sollte darin liegen, zu erkennen, was man selber will – nicht, was andere wollen. Wenn dies das Schwimmen im Strom beinhaltet, dann soll es so sein. Doch dies scheint mir eher die Hoffnung, den Strom überwältigen und leiten zu können. Dies sind die nach Macht strebenden. Wie viele von uns kennen doch die Worte “Und was willst du damit später machen?” bzw. “Und was willst du damit werden?” Doch ist dies wichtig? Man ist, was man ist und man macht, was man machen will. Mehr ist nicht wichtig. Und wenn man nicht das machen will, was die Gesellschaft von einem erwartet, ist dies gut. Natürlich muss man dann die Konsequenzen tragen, aber das ist ein anderes Thema. Grundsätzlich sollte man erst einmal selber erkennen, was man will. Und dazu gehört auch die Moral, denn Moral ist nur eine gesellschaftlich oder religiös gebildete Pflicht. Eine Vorschrift, basierend auf dem, was einige meinem vorschreiben zu müssen. Doch msus man dies? Verbote und Pflichten reizen zur Verletzung. Und wenn sie komplett dem eigenen Wesen entgegenlaufen, fordern sie erneut Zwänge und Unwohlsein des Individuums, was bis zum äußersten gehen kann: Selbstgeißelung, Selbsthass, Selbstmord. Und ist dies nicht zu verhindern? Wer frei sein will, sollte sich zuerst von der herrschenden Moral befreien, trotzend jeglicher Konsequenz.


Aphorismus 89: Immer schön objektiv bleiben!

Dezember 6, 2013

Immer schön objektiv bleiben, so sagt man. Doch wie kann man etwas anderes sein, als subjektiv?
Ihr Heuchler, die ihr behauptet, völlig objektiv etwas beurteilen zu wollen!
Kann man je rein objektiv sein? Doch nur maximal in Dingen, die man kaum versteht. Und von diesen sollte man nun dann auch nicht reden.
Da bin ich lieber subjektiv, klar subjektiv, und erzähle das, was ich weiß und meine zu wissen, auf dass auch jeder merkt, dass dies nur subjektiv ist.
Um zur Objektivität zu kommen, könnte man nun eine Menge subjektiver Meinungen nehmen und davon abstrahieren.
Doch wo ist dieser Aufwand schon tätigbar? Man müsste bei Gerichten jede Menge Richter einsetzen, in der Wissenschaft jede Menge Forscher.
Drum bleibt beim subjektiven, doch achtet darauf, dass die Ausübenden dieser Subjektivität diese auch anständig zu nutzen wissen.
Doch diese Meinung ist meine eigene, meine subjektive; wer weiß, vielleicht liege ich auch nur falsch.


Aphorismus 90: Das Jammertal des Zwanges

November 29, 2013

„Ich will …“,
aber
„Ich muss …“

Das Erste ist der Wille, das Zweite der Zwang. Mach doch einfach den Willen. Lege dir nur Zwänge zu, die du willst.
Jammere nicht, wenn du etwas musst, aber etwas anderes willst. Du hast dir diesen Zwang ausgesucht, indem dein Wille dir damit etwas lohnendes versprach. Wenn dir der andere Wille wichtiger ist, dann lebe ihn aus. Sonst beuge dich dem Zwang. Aber jammere nicht! Denn dann hast du keinen Anspruch darauf; dein Wille wollte es so oder so, entscheide dich für einen.


Aphorismus 12: Gesellschaftlicher Zwang und Freiheit

November 24, 2013

Ab dem Zeitpunkt, an dem einem egal ist, ob man etwas verpasst, ab da ist man frei.


Aphorismus 22: Die Menschheit

November 16, 2013

Die Menschheit ist das unbedeutendste im Universum, das man sich denken kann


Aphorismus 56: Aphorismen

Oktober 24, 2013

Aphorismen entstehen aus der Praxis des Einzelnen. Sie sind die Theorie, welche die Person aus seinem Erleben bildet.


Aphorismus 57: Egozentrismus

Oktober 23, 2013

Die Welt ist n i c h t egozentristisch.
– Auch wenn das jeder Mensch zu glauben scheint, der sich für das wichtigste in der Welt nimmt. Verglichen mit dem Ganzen sind sie nur Zellen: Zwar wichtige Bestandteile, aber nicht d a s Zentrum, n i c h t unersetzbar.


Aphorismus 59: Stil

Oktober 22, 2013

Der (sich im Laufe der Zeit wohl sich durchaus ändernde) Stil des Autoren ist das wichtigste neben dem Inhalt. Es wichtiger, seinen eigenen Stil zu behalten denn sich zu ändern um einige unzufriedene Leser sich zu erhalten.
Lediglich wer bloß für Mammon schreibt, mag dies nicht einsehn.


Aphorismus 60: Kommunikation

Oktober 19, 2013

Kommunikation verfolgt einen Zweck. Manche Menschen brauchen Chit-Chat und Smalltalk, vielleicht als soziale Nonsens-Kommunikation zur Aufrechterhaltung ihrer Art; andere interessiert dagegen nur der reine Zweck.
Die Even verzichten gänzlich auf phatische Kommunikation und reduzieren Gespräche auf das wesentliche; egal ob zweckhafte Geschäftsgespräche oder tiefgehende Gefühlsaustausche.
Nicht jeder empfindet Chit-Chat n i c h t als Zeitverschwendung.


Aphorismus 61: Die Welt der Bücher

Oktober 17, 2013

Die wahre Welt ist die der Bücher.
Wo sonst ist der Schein so real? – Ist doch auch schon diese unsere angebliche Realität nur ein Schein.