Aphorismen 47: menschliche Spielzeuge & 48: menschliche Einschätzung

Januar 21, 2009

47:  Spielzeuge sind alle, die sich nicht von selbst bewegen und sich auch nicht wehren können oder wollen. Manche machen sich so auch selbst zum Spielzeug.

48: Selten stimmt überein, was ein Mensch von sich selber denkt, mit dem, was andere von ihm denken.

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Die Illusion der Liebe

November 1, 2008

Was ist Liebe? das fragte sie sich oft
Werd ich lieben?
Ich liebe dich, sagte sie ihm.
Ja, sie liebte ihn. Er gab ihr Sicherheit, Geborgenheit, Nähe und die schönsten Gefühle beim Sex. Und ging seine eigenen Wege, wenn sie es brauchte.
Ich liebe dich, sagte auch er.
Und ab da war alles anders.
Warum nur ist er so klammernd? Warum will er dauernd bei mir sein?
Ich habe Angst vor seiner Nähe.
Da ist ein anderer. Bei ihm bekomme ich Sicherheit, Geborgenheit, Nähe und das Gefühl geliebt zu werden – beim Sex.
Er liebt mich nicht – doch ich ihn.
Soll ich es ihm sagen?
Ja, ich sage es ihm.
Ich liebe dich auch, sagte er ihr.
Das ist schön.
Aber ich brauche meine Freiheit, ich will nicht andauernd bei dir sein.
Er kommt immer näher.
Ich verstehe das nicht. Ich liebe ihn doch nicht.
Und er war weg.
Es kam ein Neuer. Er wohnte weit weg.
Solang er da war bekam sie Sicherheit, Geborgenheit, Nähe und Liebe und Sex.
Doch lange blieb er fern, da sie weit auseinander wohnten.
Sie vermisste ihn. Ich liebe dich, sagte sie.
Ich liebe dich auch, so sagte er.
Und es war schön.
Doch sie vermisste ihn immer häufiger.
Schließlich ertrug sie es nicht mehr, alleine zu sein.
Sie lernte noch jemanden kennen.
Er benutzte sie.
Wo bleibt der Mensch für mein Leben? fragte sie sich.
Immer wieder dachte sie, jemanden zu lieben. Doch es entpuppte sich als Enttäuschung.
Ich liebe dich, denn du gibst mir Geborgenheit.
Ich liebe dich nicht, ich wusste nicht, dass du ständig Nähe brauchst.
Lass mich doch weglaufen, so lösen sich Probleme auch.

Ich liebe dich, sagte er.
Doch er liebte sie nicht. Er liebte die Nähe, die Geborgenheit, den Sex.
Mein kleines Spielzeug.
Was, du hast auch Gefühle?
Das wusste ich nicht.
Du bist gar nicht so schlecht, wie ich dachte.
Geh nicht, ich liebe dich!

Verschwinde, sprach sie.
Nie hat mich jemand geliebt.
Alle finden mich hässlich, meiden mich wegen meines Äußeren.
Doch dabei kann ich für dich Sorgen, für den Rest deines Lebens.
Verschwinde, du machst dich doch auch nur lustig.

Ich liebe dich, sprach er.
Und schon hatte er sie im Bett.
Sehnte nicht auch sie sich nicht nur nach Liebe?
Doch er gab sie ihr nicht. Schnell war er weg.

Es geht nur um Sex, sagte er ihr.
Aber ich liebe dich doch!
Wir sind nur Freunde, bitte.
Würde sie diese Idee doch aufgeben, wir könnten wirklich Freunde sein.

Ich liebe dich, sagte auch er.
Ich liebe dich, denn du bist ein guter Mensch.
Würde die Welt untergehen, mit dir wäre das Ende erträglich.
Ich liebe auch andere, genau so wie dich.
Doch würdest du ja sagen, ich bliebe bei dir.

Er liebt mich, sagte sie sich.
Ich hab ihn lieb, doch das wird zuviel.
Bitte, melde dich nicht! Lass mich heute mal in Ruhe!
Er hat sich schon eine Woche nicht mehr gemeldet. Ich mache mir Sorgen.
Wie geht es dir?
Oh, es ist schön mit ihm.
Vielleicht liebe ich ihn doch?
Oder ihn?
Sie alle bieten mir dasselbe.
Doch wer würde daran arbeiten?
Ach nein, nicht so schwer. Wer ist schon von sich aus perfekt? Den nehme ich.
Allein blieb sie für immer. Nicht am Körper, doch in der Seele.

Ich will niemanden mehr. Ich warte auf die, die es mit mir aushält.
Du bist nicht perfekt, du hast deine Probleme, doch du arbeitest dran.
Arbeit ist schwer, doch ich helfe dir.
Lass uns das Leben teilen.
Und wenn jemand von uns alleine sein muss, ist das in Ordnung.
Und sie wurden glücklich – mit Problemen und sehnsüchten zwar, doch sagten sie es sich und arbeiteten zusammen daran, dass sie glücklich waren.

Liebe benötigt, dass man sich selber liebt.
Ich liebe mich, und das was ich mache.
Ich liebe es alleine zu sein, und einfach zu arbeiten.
Ich liebe es, die Natur zu beobachten.
Ich liebe es, mit Freunden unterwegs zu sein.
Du, wer bist du denn?
Du gefällst mir.
Du gefällst dir auch?
Lass uns doch ein Stück Weg gemeinsam gehen.
Und gucken, wohin es uns treibt.
Und wenn wir nicht mehr wollen, gehen wir nach Hause.
Denn wir lieben auch uns alleine und sehen uns dann morgen wieder.

Liebe deine Vorstellungen, Illusionen, wünsch – und du bleibst im Geiste und Herzen allein.
Liebe die Menschen wie sie sind, und du liebst viele.
Sei offen für die Wünsche und Probleme der anderen, und ihr werdet für einander leben.
Lauf weg vor Problemen und verschließe dein Herz – und nie wird jemand anders darinnen wohnen.

Oder gibt es die Liebe überhaupt nicht?


Die Spielzeuge

Mai 17, 2008

Und A war unzufrieden mit B.
Und A traf C.
Und A wurde das Spielzeug von C.
Und A und C verliebten sich.
Und A wurde unzufrieden mit C.
Und A traf D.
Und A wurde das Spielzeug von D.
Und C war verletzt.
Und C traf E.
Und C wurde das Spielzeug von E.
Und A wollte zurück zu C.
Und E verließ C.
Und C war verletzt.
Und A wurde das Spielzeug von C.
Und A und C verliebten sich.
Und A verließ B.
Und B war verletzt.
Und A und C stritten sich.
Und A verließ C.
Und A wurde das Spielzeug von D.
Und C war verletzt.
Und C erkannte, dass es nicht mehr spielen will.
Und A sprach, ich will auch nicht mehr spielen.
Doch A blieb das Spielzeug von D.

[c] kaltric 2008


Von alten und jungen Weiblein

Mai 17, 2008

„Zweierlei will der echte Mann: Gefahr und Spiel. Deshalb will er das Weib, als das gefährlichste Spielzeug. […]

Allzu süße Früchte – die mag der Krieger nicht. Darum mag er das Weib; bitter ist auch noch das süßeste Weib. […]

Im echten Manne ist ein Kind versteckt: das will spielen. Auf, ihr Frauen, so entdeckt mir doch das Kind im Manne! […]

Ein Spielzeug sei das Weib, rein und fein, dem Edelsteine gleich, bestrahlt von den Tugenden einer Welt, welche noch nicht da ist. […]

„Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!““

F. Nietzsche: Also sprach Zarathustra


Fehler

März 26, 2008

Warum begehen wir manchmal immer wieder dieselben Fehler?

Aus Fehlern lernt man, sagt man.
In der Fahrschule aus Versehen die rote Ampel überfahren? – Es passiert nicht so schnell wieder.
Als Antwort dem Lehrer etwas falsches gesagt, vor der ganzen Klasse blamiert wurden? – Es passiert sicher nicht noch einmal.
Wenn man diesen Knopf drückt, geht was kaputt? – Okay, dann lassen wir das lieber.
Mit diesem Futter verenden die Fische? – Dann lieber anderes.

Doch warum begeht man dann manche Fehler immer und immer wieder?

Man weiß, dass der letzte Sex ohne Liebe schlecht war – und doch treibt einen derTrieb, sich wieder zu befriedigen – und es ist enttäuschend.
Man weiß, dass halbe Hähnchen schrecklich schmecken und teilweisewiderlich sind – und doch probiert man es noch einmal.
Man weiß, dass man Probleme nicht löst in dem man vor ihnen wegläuft – und warum ist man dann nun am anderen Ende der Stadt?
Man weiß, dass der Club langweilig war – doch vielleicht, ja vielleicht wird es ja diesmal besser?
Man weiß, dass diese Art von Menschen nur Probleme bereiten – doch warum lässt man sich dann immer wieder auf sie ein?
Man weiß, dass nichts gutes dabei herauskommt wenn man einfach wild irgendwelche Zutaten zum kochen mischt – Aber vielleicht schmeckt es ja diesmal.
Man weiß, dass es alles nur kaputt macht wenn man jetzt seine Gedanken äußert und so handelt wie man handeln würde – doch kann man sich dagegen wehren?
Man weiß, dass man von diesem Menschen nur wie ein Spielzeug behandeltwird, egal was er sagt? – Doch die Gefühle sind stärker.
Man weiß, dass man seine Hausarbeit schreiben sollte? – Doch schlafen, fernsehen und aufräumen sind verlockender.

Es scheint leichte und schwere Fehler zu geben.
Einige geboren aus Trieben, andere aus falscher Hoffnung, weitere aus Unwissen, manche aus Unaufmerksamkeit oder Fehlverhalten.
Die ersteren sind die schwereren.
Man hofft, dass es diesmal besser ist.
Man probiert es immer und immer wieder.
Denn manchmal lernt der Mensch nie.
Außer er lernt, dass es manchmal Selbstdisziplin braucht.
Dass man einfach auf seine Erfahrung hören muss, auch wenn es verlockend ist es noch einmal zu probieren.
Und ebenso auch manchmal auf die Erfahrung der Leute, die dies schon erlebt haben – aber das ist um so schwerer.
Doch wer aus diesen Fehlern lernt und die vermeidet – der hat meine Hochachtung.
Vielleicht ist es auch ein Fehler, darüber überhaupt nach zu denken. Vielleicht sollte man es einfach tun, was man gerade tun will.
Doch wer weiß schon. Vielleicht lernt man mit der Zeit alleine.