Das Meer

Januar 30, 2009

I

Vor langer Zeit, als mein Herz noch schlug, und nicht alles war vergessen was ich tat, da lebte ich nah des großen Meeres und war oft findbar auf ebendiesem, meinen Eltern helfend beim Fang der Grundlage unseres Daseins. Doch blieb dies nicht so, denn eines Tages, es ward grad hell über der Welt, waren die Zeichen des Wetters bereits schlecht, doch gingen wir trotz alledem und segelten hinaus in die blaue Wüste.

Stundenlang blieb alles gut und die Ernte war reich, kurz vor unserer destinierten Heimkehr aber verdunkelte sich der zuvor graue Himmel und alles ward schlecht. Ein Blitz traf unseren Mast, die Fluten des Meeres erstürmten das Schiff und letztendlich war es wieder zu finden auf dem Grunde der einst friedlichen See. Auch mir sollte damit das Ende allen Elends bescheret werden, denn schlang sich doch ein Tau des zersplitterten und ehedem als Mast bekannten Holzes um meinen ungeschützten Hals und so ward ich mit hinab gezogen ins nasse Grab.

II

,,Das Wetter ist schlecht, Vater!“

werfe ich ein, doch lässt dieser sich nicht umstimmen und so gehen wir zusammen, ich mit ungutem Gefühl und der Vorahnung eines schlechten Tages, denn geheuer ist mir dies nicht! Ich verabschiede mich noch einmal kurz vom nicht mitfahrenden Rest der Familie, wünsche allen ein gutes Leben wie es bei uns üblich ist und helfe dann meinem Vater beim Fertigmachen unseres kleinen Schiffes. Wir kappen die Taue, hissen die Segel und dann geht es los.

Ewig später haben wir bereits viel gefangen, doch vernehme ich plötzlich Donner und ein Sturm bricht los! Die schweren Tropfen auf mich knallen spürend, renne ich zu meinem Vater und schreie:

,,Wir müssen sofort heimkehren, denn überstehen können wir dies nicht!“

Er nickt mir nur zu und lässt kein Anzeichen erkennen von Furcht.

Ohne Vorwarnung jedoch erzittert das Schiff und Blicke gewähren mir das Ausmaß der Katastrophe, ein Blitz hatte den Mast getroffen! Trotz des starken Regens brennen die kurzen Überreste lichterloh und die einst stark befestigten Seile peitschen über Deck. Eines trifft meinen Vater, welcher sich nicht vorher konnte retten, schleudert ihn weit hinaus in des Sturmes Auge und reißt ein großes Loch in die Wand des Schiffes. Alleine es zu schaffen vermag ich nicht, doch bleibt mir wohl auch ein Schwimmen im Sturme erspart, denn eines der wütenden Seile, ich versuche mich noch zu retten, jagt mir nach.

Ich springe von Deck Richtung Wasser, doch will mich das Schiff nicht gehen lassen, das mich dagegen niederstreckende Seil erpackt mich am Hals. Ich schreie laut um Hilfe, doch erbarmt sich mir hier niemand und das Schiff mit seinen schlagenden Tentakeln kennt keines. Es drückt mir allmählich den Hals immer fester zu und langsam erkenne ich Sterne im Blickfeld meiner Augen.

Bereits nichts mehr fühlend schmettert es mich auf Deck und dies ward mein Ende.

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Bist du immer noch allein?

September 25, 2007

Hast du wieder eine Freundin? Oder bist du immer noch allein?“

Nein, habe ich nicht. Ist dies wirklich so wichtig? Gilt man wirklich nichts, wenn man allein ist? Kann man nicht auch allein leben?

Das ewige Streben und verzweifelte Suchen nach einer Partnerschaft ist ein geradezu widerlich erbärmliches Erscheinen. Man könnte meinen, dass die meisten Menschen scheinbar nur wirklich existieren wenn sie einen Partner haben. Doch wozu? Um sich davon ablenken zu können, dass sie selber und alleine keinen Sinn haben?

Soziale Umgebungen sind für die meisten Menschen bzw. diesem als Lebewesen an sich immens wichtig. Doch kann man sich diese Erfüllung ja nun auch über andere Leute holen. Viele Bekannte die jeweils andere Aspekte des Ganzen erfüllen sind doch erstrebenswert.

Woher kommt nur dieser Sinn, dass man erst dann ein Ganzes ist wenn man aus zwei Teilen besteht. Noch aus urbiologischen Fortpflanzungszwecken?

Ich verstelle mich diesem zwanghaften Suchen mit meist fatalen Folgen und warte da lieber auf eine der wenigen Personen mit denen aus zukommen wirklich gut gelingt.

Na gut, du bist ja auch noch jung, da ist es ja noch nicht so dringend. Ist ja nicht so, dass du schon so alt wärst.“

Ja, und danke fürs Zuhören. Nein, ich habe nicht vor mich zwanghaft fortzupflanzen. Das überlasse ich euch.

Konservatismus und uralte Ansichten scheinen da aus meinem Vater zu sprechen.