Zitat des Tages: Vermarktung des Künstlers

Juni 29, 2012

„Es ist zu bejammern, daß in unserem irdischen Leben der Geist so von der Materie abhängig ist. […] schon oft hat es mir Tränen ausgepreßt, daß sich der Künstler muß bezahlen lassen, daß er mit den Ergießungen des Herzens Handel treibt und oft von kalten Seelen in seiner Not die Begegnung eines Sklaven erfahren muß.“

 

– Ludwig Tieck: Franz Sternbalds Wanderungen (1798)


Zitat des Tages.

Juli 2, 2010

Zum Thema Tempelsklaven der Sumerer.

„Hierbei handelte es sich zum Teil um gekauftes oder als Kriegsbeute verschlepptes Personal. Das Bild, das wir von ihrer Lage gewinnen, ähnelt in vielem mehr dem von modernen Lohnabhängigen, als etwas von amerikanischen Sklaven im 19. Jh.“

Selz (2005): Sumerer und Akkader.


Der König und sein Diener

Januar 1, 2009

Der König den Diener zu sich befahl
diesem stand im Gesichte große Qual
durch den Staub kroch er wie ein Wurm.
– Sprach der König, der dunkle Turm:

„Dies sollst du wissen:
Dich wird man missen
doch packen wir’s beim Schopf
– nun ab mit deinem Kopf!“

„Aber was hab ich denn getan?“
der Diener eifrig zu erfah’n.
Der König sich ergab seiner Rage;
dieser Diener war eine Blamage!

„Das wagst du noch zu fragen?
Du selbst hast doch vor Tagen
zerbrochen meinen liebsten Topf
– und dafür soll ab dein Kopf!“

Der Diener nicht entronn der Gefahr
sein Schicksal recht kopflos bald war
Der König einen neuen Topf erstand
schon lang er den andren zu hässlich fand