Jedes Lebewesen stirbt für sich allein

August 31, 2009

Jedes Lebewesen stirbt für sich allein.
Ein Abschied.

Jedes Lebewesen stirbt für sich allein.
Dies dachte er sich und legte sich hin. Vor nichts hatte er mehr Angst, als alleine zu sterben. Nur vielleicht noch, für immer allein zu sein. Überstürzt hatte er gehofft, dass dies nicht mehr so sein müsse. Doch nun war es zu spät.
Ob sie noch an ihn dachte? Und wenn ja, auf welche Weise? Verachtend? Hassend? Voller Verzweiflung? Voller Angst? Oder verdrängte sie alles?
Doch es sollte ihm bald egal sein. Er hatte sich diesen Ort nun zum sterben ausgesucht. Die Schmerzen des ständigen Wechsels zwischen Glück und Unglück waren zu viel für ihn. Er wusste, dass viele ihn dafür verachten würden, vielleicht sogar aus ihrer Angst heraus, ihn zu verlieren. Doch alleine würde er es nicht mehr schaffen. Und nun war sie auch nicht mehr da. Er hatte schreckliche Angst. Wovor mehr? Zu sterben? Alleine zu sein? Sie zu verlieren?
Sie wollte ihm zeigen, wie schön das Leben sein könne. Das hatte sie zwar geschafft, doch ohne sie reichte es nicht mehr.
Die Blätter der Bäume um ihn herum raschelten im Wind.
So gerne hätte er ihr geholfen, doch wie sollte er dies tun? Immer bei sich selber sein, sich selber genügen, so hatte man ihm gesagt. Doch das reichte ihm nicht. Er musste für jemand anderen da sein, um sich vollständig zu fühlen.
Langsam spürte er sein Leben entschwinden. In Gedanken war er nur bei ihr. Für immer nur bei ihr.

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Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit

Juli 28, 2009

„Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit“, sprach er.
Der Wasser des Flusses floss weiter, als hätte es ihn nicht gehört.
„Würden sie gerne wissen, wann sie zu sterben haben?“ fragte der Reporter.
95% antworteten mit Nein.
Warum nur wollten sie es nicht wissen, fragte er sich.
Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit, sprach er zu sich selber in Gedanken und schmiss Steine in den Fluss.
Wäre das Leben nicht viel schöner, wenn man weiß, wann man zu sterben hat? Man müsste nicht mehr von einem Tag zum nächsten leben, immer darauf bedacht auf sich und seine Gesundheit zu achten. Man könne machen was man will, das Leben endlich genießen, denn man wusste ja, wann man zu gehen hat.
Sicher, spätestens in den letzten Tagen würde die Angst entstehen, Angst vor dem Ende, Angst vor dem, was noch kommen würde, Angst vor Schmerzen. Aber dazu gibt es doch Pillen, diese Angst zu nehmen.
Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit. Dann müsste ich nicht mehr hoffen, durch ein Unglück zu sterben, müsste nicht mehr auf das Ende warten, denn es würde bald kommen. Die Versuche sich selbst zu schaden, sich selbst das Leben zu nehmen wären endlich überflüssig. Man könnte leben und das Leben genießen, denn endlich hat man eine Zeitvorgabe.
Und ohne Zeitvorgabe, so wusste er, trieb er nur dahin und vollbrachte gar nichts.
Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit. Vielleicht sollte ich mir ein Gift zu führen? Vielleicht das Fleisch essen, das gestern als krankhaft bezeichnet wurde? Vielleicht einfach machen was ich will, ohne auf die Sauberkeit zu achten?
Er wollte endlich diese Zeitvorgabe. Endlich Gewissheit. Endlich die Angst vor dem Leben los werden.
„Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit“, sprach er, und ergriff die Hand des Mannes.
„Dann kommen sie mit, wir helfen ihnen!“ erwiderte dieser, und sie gingen in sein Büro.
Doch diese Art Wunsch wie er sie hatte, durften auch diese heir ihm nicht erfüllen. Diese Firma durfte ihm nur mitteilen, wie lange er noch auf natürliche Art zu leben hätte.
„42 Jahre! Sie sind kerngesund!“ war die erschreckende Auskunft.
Enttäuscht trottete er zurück zum Fluss.
Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit, doch wie komme ich daran?
Das nächste Neonschild lockte ihn von selber an. Eine andere Firma, eine andere Auskunft. Diese setzten so genannte Wahrsager ein, die in die Zukunft blickten. Nicht nur natürliche, auch unnatürliche Tode konnten sie so erblicken.
„Ihnen wird nie ein Unglück geschehen!“ erklärten sie ihm.
Was für ein Schwindel. Litt er denn nicht schon genug?
Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit, aber das Schicksal meint es nicht gut mit mir.
So lange leben? Wozu?
Nun, vielleicht kann man doch etwas mit der Zeit anfangen. Ich könnte sofort beginnen.
Mit neuem Mut und neuen Ideen eilte er von dannen, wenigstens diese 42 Jahre könnte er ja nutzen.
Doch er sah das Auto nicht, dass dort die selbe Straße nutzte, welche er überqueren wollte.
Er hatte keine Familie, und keiner kannte ihn. So endete er im ewigen Trauma bei den Lebensforschern.
42 Jahre hatte er nun, im Halbleben nachzudenken.


Die verlorene Tugend

Juli 24, 2009

Einst war ich ein reines Kind,
brav und tugendhaft wie nichts.
Doch dann kam die böse Welt;
mir Böses zeigte – antat,
bis die Tugend dann verging.

Heut‘ bin ich ein altes Rind,
das alle Welt hasst wie nichts.
Das Leben mir wurd‘ vergällt,
bis an den Rand ich – rantrat
und mich nichts und niemand fing.


Das Leben des Mannes

Dezember 17, 2008

Ein Mann einst an der Klippe stand

eine volle Flasche in der Hand

Zug um Zug er von ihr tut

um wiederzufinden seinen Mut

ihm selber zu geben einen Tritt

zu wagen den letzten endlichen Schritt.


Da trat in sein Leben eine Frau

ihre gemeinsame Liebe für ihn keine Schau

Das Leben, nicht mehr zu schal

Das Leben, nun nicht mehr Qual

erschien ihm schön, erschien ihm froh

und nicht mehr wie einst nur roh.


Doch natürlich, wie sollte es anders sein

Das Glück es war nur trüber Schein

Sie verriet ihn, sie lügte ihn an

Nur noch ein Gedanke nun plagte diesen Mann

Wie er entfliehen könne dieser ewigen Schand‘

Und so er nun wieder steht am Rand.


Silent Death – Stiller Tod

September 28, 2008

„Ich liebe dich“, flüsterte sie ihm zum Abschied.

Damit trennten sie sich für dieses Wochenende.

Er fuhr heim, sie ging Erledigungen machen.

Ja, er liebte sie. Doch hatte er auch Angst. Was würde sie tun? Besuch sollte kommen, übers Wochenende. Liebte sie ihn wirklich genug?

Ja, er war krank, körperlich wie geistig. Doch er wusste darum. Er wollte etwas dagegen tun. Könnte sie ihm helfen? Er brauchte nur Verständnis. Wollte ihr nicht weh tun, noch sich selber.

Grübelnd fuhr er heim.

Doch was war dies? Heimlich fragte sie seine besten Freunde. Was war mit ihm los? Warum war er so? Wie war er so geworden? Wie konnte sie ihn loswerden? Ohne ihm weh zu tun? Oder ihn gar zu verlieren?

Man sagte ihr: Trenn dich schnell und klar von ihm.

Dachte auch jemand an ihn? Den unglaublichen Schmerz den ihn Ergebnis und Vorschlag an sich einbrächten? Dieser elendige Verrat?

Halbtot dies Wochenende war.

Sie meldete sich nicht einmal.

Er hörte, es ginge ihr nicht gut, würde deshalb nicht weggehen, lieber zuhause bleiben. so sagte sie anderen.

Er fragte nach bei ihr. Es gehe ihr gut, ihr Besuch war noch da, eben diesen um einen tag verlängert.

Doch was machten sie? Was täten sie ihm an? Doch bereit zu warten war er.

Letzter Tag. Ihr Besuch nun wieder weg. Langweilig wär ihr, drum meldete sie sich endlich wieder bei ihm. Oberflächliches Geplapper. Doch ging es ihm nun gut. Auch so ohne ihr. Entliebte er sich? Oder kam er nur klar damit?

Doch dann. Sie vermisste ihren Besuch also. Sie waren miteinander im Bett gewesen. Und noch mehr…

Die Wand war seinem Kopf hart, der Alkohol benebelte.

Eine Freundin kam, auf ihn aufzupassen.

Tags darauf die Nachricht, sie machte mit ihm Schluss. Sie hätte sich für ihren Freund entschieden, so sagte sie. Der wusste ja von beiden Affären noch nichts.

Doch er antwortete nicht.

Schweigend ging er ins Badezimmer. Das Seil hing schon bereit.

Er stieg hoch und legte es sich um den Hals.

Einen Schritt vor…

…und das Seil riss.


Wehret euch den gesellschaftlichen Zwängen!

September 5, 2008

Einst sprach Hobbes davon, dass die Menschen im sogenannten Naturzustand stets danach bestrebt sind, sich eine Macht nach der anderen zu verschaffen. Und warum tun sie dies? Weil sie Angst haben, ihre vorhandene Macht zu verlieren. Macht sah er hierbei als alles an, was einem einen Vorteil verschafft, und kann dem entsprechend weit ausgelegt werden. Hobbes selber führte vor allem den Wunsch nach Reichtum, Ehre, Herrschaft und anderer Macht an, welcher die Menschen in einen Krieg aller gegen alle stürzt.
Doch eines fehlt hierbei: nicht im Naturzustand ist dies so, sondern vor allem in der menschlichen Gesellschaft. Insofern kann man eher Rousseau die Ehre der richtigen Erkenntnis zusprechen, auch wenn dieser ebenfalls einen Naturzustand annahm, den es aber nie gegeben hat, denn der Mensch ist von Natur aus ein Herdentier. Auch sah er jegliche menschliche Gesellschaft als grundsätzlich den Menschen verderbend an, was widerum etwas zu weit geht.
Nun stimmen aber gewisse Grundaussagen, wenn man von den Details mal absieht. Nicht alle, doch die meisten Menschen, werden durch die Gesellschaft gewissermaßen verdorben. Vieles am Menschen ist Erziehung und so wird er zwangsweise von seiner Gesellschaft geprägt. Und diese vermittelt ihm derzeit oft fragwürdige Werte und zweifelhafte Ansichten. Ansichten wie falsche und heuchlerische Moralvorstellungen und Werte wie das streben nach – und Hobbes hatte das immerhin erkannt – Reichtum, Macht, Ansehen, Ruhm, Besitz, vor allem Besitz an Menschen. – Dies sind die Werte des Kapitalismus und wie die Geschichte zeigt leider auch Werte der Natur des Menschen.
In der Gesellschaft sieht man sich häufig den Zwang ausgesetzt, eine Karriere zu vollenden, reich zu werden, „etwas zu erreichen“. Und mit christlicher Hinzuspielung auch dem Streben nach Glück, Familie, usw. Doch ist dies überhaupt ertrebenswert? Macht es den Menschen glücklich, das zu vollbringen, was andere von ihm wollen? Einigen scheint es so zu gehen. Die meisten aber werden depressiv oder verzweifeln, da sie nicht das erreichen können, was man von ihnen erwartet. Andere wiederum erkennen erst spät im Leben, was sie eigentlich vom Leben erwarten und kosten dies in einer „Midlife-Crisis“ aus, diesem von der Moderne so schön gekünstelten Wort.
Der wahre Sinn und das Glück des Lebens sollte darin liegen, zu erkennen, was man selber will – nicht, was andere wollen. Wenn dies das Schwimmen im Strom beinhaltet, dann soll es so sein. Doch dies scheint mir eher die Hoffnung, den Strom überwältigen und leiten zu können. Dies sind die nach Macht strebenden.
Wie viele von uns kennen doch die Worte „Und was willst du damit später machen?“ bzw. „Und was willst du damit werden?“ Doch ist dies wichtig? Man ist, was man ist und man macht, was man machen will. Mehr ist nicht wichtig. Und wenn man nicht das machen will, was die Gesellschaft von einem erwartet, ist dies gut. Natürlich muss man dann die Konsequenzen tragen, aber das ist ein anderes Thema. Grundsätzlich sollte man erst einmal selber erkennen, was man will.
Und dazu gehört auch die Moral, denn Moral ist nur eine gesellschaftlich oder religiös gebildete Pflicht. Eine Vorschrift, basierend auf dem, was einige meinem vorschreiben zu müssen. Doch msus man dies? Verbote und Pflichten reizen zur Verletzung. Und wenn sie komplett dem eigenen Wesen entgegenlaufen, fordern sie erneut Zwänge und Unwohlsein des Individuums, was bis zum äußersten gehen kann: Selbstgeißelung, Selbsthass, Selbstmord. Und ist dies nicht zu verhindern?
Wer frei sein will, sollte sich zuerst von der herrschenden Moral befreien, trotzend jeglicher Konsequenz.


Aus der Suchstatistik. Ein Kommentar.

Juli 23, 2008

Neue Suchanfragen kommen, und es sind auch kommentierwürdige dabei.

„der individualismus verliert an bedeutung“

Nun, dem möchte ich teilweise widersprechen. Individualismus ist eine Entwicklung der letzten paar hundert Jahre. Zuvor galt das Individuum wenig, die Gesellschaft stand höher. Aufklärung und Humanismus fingen damit an, Individuen zu kreieren. Soweit noch schön und gut. Doch seit dem letzten Jahrhundert ist die Bevölkerung explodiert. Gleichzeitig versucht jeder ein Individuum zu sein. Die Gesellschaft verliert hierbei an Bedeutung. Eine Möglichkeit, der Suchanfrage zu gut zu kommen, wäre zu sagen, dass die Ideen des Individualismus nachlassen. Es gibt eigentlich nur noch fragmentierte Grüppchen, die gleiche Grundideen und Äußerungen haben und oft schon am selben Äußeren zu erkennen sind. Insofern könnte man doch sagen, dass der Individualismus nachlässt, da man wieder in diesen kleinen Gruppen und Cliquen aufgeht. Doch im Ganzen betrachtet wäre diese Thematik mal eine Untersuchung wert.

„wie lange dauert es bis man bei pulsader“

Nein, das weiß ich nicht, ebenso wenig werdet ihr hier eine Antwort finden. Zynisch könnte man antworten, findet es doch raus, aber dazu möchte ich keinesfalls raten.

„beamer verkauf in europa statistik“

Dazu kann ich wirklich nur sagen: wie bringt einen diese Anfrage auf diese Seite?

„pulsadern anleitung“

Wofür braucht man da denn eine Anleitung? Im Normalfall kann die Natur das von selber. Pfuscht da lieber nicht hinein. Was schief gehen kann, hatte schon Mary Shelley beschrieben.

„gedicht hoppelhäschen“

Es wundert mich wirklich, dass danach Nachfrage besteht.

„kierkegaard angst“

Ja, oft genug macht er mir auch Angst.

„gibt es denn was nach dem tod“

Diese Frage ist so süß gestellt, ich musste sie einfach hier veröffentlichen.

Bis zum nächsten Mal.