Aphorismus 87: Trauer, Ursache und Effekte

Dezember 2, 2013

Was ist es, das eine kleine harmlose Enttäuschung gleich zu großer Trauer, zu Traurigkeit werden lässt? Ist es

a) etwas unterbewusst vorhandenes, das will, dass man anders handelt, dass man den Willen zur Überwindung des Selbst hat, das nun dafür straft, dass man anders handelte,

b) das entstandene schlechte Gewissen, wofür diese Reaktion aber zu extrem ist, das darum unbewusst weitere Assoziationen, vielleicht an frühere Enttäuschungen aufwirft,

c) unterdrückte Ängste, die sich nun Bahn brechen oder

d) der Verlust, weil man die Enttäuschung doch nicht verursachen wollte?

Der Grund wird durch die Analyse leider nicht entdeckt. Doch der Akt der Analyse bringt Energie. Energie die beim Nachdenken genutzt wird. Energie, die sich gut anfühlt.

Die Traurigkeit, die Trauer, bringt Ernst, bringt das Nachdenken. Trauer als eine Art Reinigung der Seele, wie die Tränen den Körper reinigen. Der Schmerz wird fortgespült, er macht Platz für Neues. Neue Gedanken, neue Erinnerungen strömen herein. Auch neue Ängst, Existenzängste. Angst, die Furcht vor Bedrohungen der eigenen Existenz, die zu neuer Trauer führt. Trauer um das Verlorene, vor allem aber Trauer um das Nicht-Erreichte.

Trauer ist Ruhe.


Aphorismus 112: Papierschärfe

November 30, 2013

Es müsste nicht „Die Feder ist mächtiger als das Schwert“, sondern „Das Papier ist schärfer als die Klinge“ heißen.


Aphorismus 90: Das Jammertal des Zwanges

November 29, 2013

„Ich will …“,
aber
„Ich muss …“

Das Erste ist der Wille, das Zweite der Zwang. Mach doch einfach den Willen. Lege dir nur Zwänge zu, die du willst.
Jammere nicht, wenn du etwas musst, aber etwas anderes willst. Du hast dir diesen Zwang ausgesucht, indem dein Wille dir damit etwas lohnendes versprach. Wenn dir der andere Wille wichtiger ist, dann lebe ihn aus. Sonst beuge dich dem Zwang. Aber jammere nicht! Denn dann hast du keinen Anspruch darauf; dein Wille wollte es so oder so, entscheide dich für einen.


Aphorismus 4: Freunde

November 28, 2013

Freunde melden sich auch dann, wenn sie nichts wollen.


Aphorismus 10: Selbsterkenntnis II

November 27, 2013

Erkenne dich selbst, bevor du versuchst andere zu erkennen!


Aphorismus 11: Liebe

November 26, 2013

life without love is like hell on earth


Aphorismus 12: Gesellschaftlicher Zwang und Freiheit

November 24, 2013

Ab dem Zeitpunkt, an dem einem egal ist, ob man etwas verpasst, ab da ist man frei.


Aphorismus 16: Nachleben

November 23, 2013

Nach dem Tod eines Menschen ist alles was vorher noch so scharf kritisiert wurde, plötzlich oft das größte Meisterwerk.


Aphorismus 17: Neid

November 22, 2013

Die schönste Anerkennung ist oftmals der Neid; er äußert mehr Bewunderung als es bloße Anerkennung könnte.


Aphorismus 19: Verehrung und Besonderheit

November 20, 2013

Es ist nur besonders, wahr und liebenswert, was man selber (oder ein aufgenommenes Teil des eigenen Selbst) erschaffen hat.