Zitat des Tages: Fetischismus

Februar 23, 2012

„Viele Menschen, Gruppen und Subkulturen haben zur Modernisierung ein distanziertes, utilitaristisches Verhältnis, das entsprechend instabil ist. Lebensweltliche Praktiken werden aus kulturellen Traditionen geschöpft, die der Vormoderne entstammen und willkürlich in die Lebensökonomie eingebaut werden, unter modernen Vorzeichen. […] funktionale Arbeitseffizienz unter der Woche, kollektive Ekstasen auf Techno-Veranstaltungen am Wochenende. […] Festivals imitieren die vergangene Kraft von Mysterien: Riten, Katharsis, erhabener Schauer […].

„Gott ist tot“ bildet nicht den Übergang zu einer säkularen Gesellschaft, sondern zum Erwachen von Abertausenden neuer Götter […].
Setzt sich die Moderne noch in den Kontrapunkten ihrer selbst fort, oder bedienen sich umgekehrt die Kultformen der traditionellen Gesellschaften ebender Moderne zu ihrer um so mächtigeren Durchsetzung […]? Nichts scheint falscher zu sein als die These von der Entzauberung der Welt. […] die Entzauberung im Namen der Realität [hat] zu einem schwer kontrollierbaren, deswegen umso wirkungsvolleren Schub von Energien der Wiederverzauberung geführt [..].“
– H. Böhme: Fetischismus und Kultur (2006)

Einführung zu den Archetypen des Unbewussten. Nach C. G. Jung.

Februar 22, 2009

Einführung in die Archetypen des Unbewussten nach C.G. Jung

Dieser Artikel soll ein wenig in Jungs Annahme des kollektiven Unbewussten einführen und einige wenige wichtige Archetypen vorstellen und zeigen, wie sich diese in Träumen und Mythen zeigen.


Der wahre Magier. Eine Charakterisierung nach Pico della Mirandola

Februar 3, 2009

Giovanni Pico, Graf von Mirandola, wollte mit 23 900 Thesen vorlegen, anhand derer er die philosophischen Schulen einen könnte. Aufgrund 13 als ketzerisch bezeichneter Thesen und seiner anschließenden Veröffentlichungen der Apologia wurde ihm aber eine Verteidigung seiner Thesen untersagt. Und das, obwohl er die Rede zur Verteidigung bereits fertig hatte. Diese wurde anschließend nur Freunden bekannt, auch wenn Auszüge aus dem zweiten Teil der Rede in der Apologia stehen. Der erste Teil wurde nie von ihm veröffentlicht. In ihr geht es um den Menschen und seine Möglichkeiten. Dieser Teil wurde nach seiner Neuentdeckung oft genug behandelt.

Aus seiner Arbeit lässt sich jedoch auch etwas anderes ableiten. Der zweite Teil behandelt in der zweiten Hälfte die Magie und den Magier. Zusammen mit dem ersten Teil und dessen Konklusion kommt man so zu einer Charakterisierung des Magiers, des gottnahen Philosophen. Dieser soll hier vorgestellt werden.

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