Sachsen

September 6, 2009

In Sachsen geht die Sonne auf;

geht auch unter – doch woanders.

In Sachsen ist der Elbe Lauf;

die auch endet – doch woanders.

Und doch sitz ich hier im Regen;

seh die Tropfen fallen in die Elbe.

In Sachsen ist der Mensch noch frei,

verglichen mit dem restlich‘ Bund.

In Sachsen die Natur noch lebt,

die gejagt wird im ganzen Bund.

Und nun sitz ich hier im Lande,

die Natur sticht und liebt mich nicht.

Doch Sachsen ist’s, wo ich jetzt wohn,

und doch bekomme keinen Lohn.


LVB

April 8, 2009

Die Leipziger Verkehrsbetriebe,
kann ich sagen, sind alles Diebe.
Stetig erhöhen sie die Preise
für unsere Möglichkeit der Reise.

In Ferien sind sie besonders keck,
nehmen schonmal ganze Wagen weg,
bleiben da auch alle zuhause
und machen niemals eine Sause.

Auch sonst erschweren sie das Leben,
wollen nur nach dem Gelde streben.
Da lob ich mir doch Pedes und Rad
– erspart die Migräne auf dem Pfad.


Hartmanns MacBeth – Provokation Pur

Oktober 30, 2008

Sebastian Hartmann ist der neue Intendant von Leipzigs Schauspielhaus – was nun Centraltheater heißt. Die Preise wurden drastisch gesenkt und ebenso wurde im Programm aufgeräumt.

Hartmann hat zahlreiche neue Stücke. Eines davon ist die Neuinterpretation von MacBeth. Bereits auf dem Flyer erwartet einen die erste Provokation: „Wir sind böse!“ steht dort in großen Druckbuchstaben. Bei Beginn der Vorstellung die nächste: ab sofort wird fortwährend gebrüllt, geschrien und vor allem wiederholt – und die Hälfte der Besetzung soll noch nackt über die Bühne laufen (oder springen – oder rollen).

Warum ist dem so? Warum muss man als vermeintlicher Schauspieler sich nun bei jeder noch so kleinen Rolle nackt zeigen, um Aufmerksamkeit zu bekommen? Warum zeigt der Regisseur jede noch so unsinnige Rolle in ihrer Nacktheit? Vermutlich im Sinne der Rahmensetzung, die auf einschlagenden Schock setzt. Oder ist die Dekadenz und der Verfall der Moderne? Zurück zur natürlichen Unschuld des Tieres, im Sinne Nietzsches? Keine originellen Ideen mehr? Pseudo-Kunst? Von den Nacktszenen über Hämmernde Industrialmusik bei Stroboskoplicht hin zu Blut und Gewalt und dem unablässigen Gebrülle. So schien vor allem die Rolle der Lady MacDuff nur aus 5 Minuten Gekreisches zu bestehen, gefolgt von Beleidigung des Publikums. Auch wurde so manches in Lächerliche gezogen, um Lacher zu erzeugen. Schon zu Beginn bei Nutzung der Rauschkräuter durch MacBeth und Banquo. Die Reduzierung der Originalstory sowie -charaktere ist natürlich in den Rahmenbedingungen nicht anders möglich.

Aber es gab auch durchaus gute Momente. Einige der Schauspieler z.B.. Auch der Mops spielte seine Rolle als Hexen, als Brombeer, als Dunkelsprecher wahrlich bravourös – wenn auch etwas ablehnend. Vielleicht war er nervös. Weiterhin waren Kulissen, Effekte, Filmaufnahmen, Kleidung und Requisiten sehr gut. Aber ein bisschen wirkte es dann doch wie Amateurtheater mit guter Technik. Vielleicht ist das ja die Moderne. Subtile Ruhe ist verschwunden, gewichen dem brüllendem Hammer, welcher einem die abstrakten modernen Kunstvorstellungen doch nicht vermitteln konnte – was sollte ausgesagt werden? Die reine Provokation? Brutaler Krieg?

Das Ganze ist vermutlich reine Geschmackssache und sowohl der Hammer als auch das Subtile haben ihre Existenzberechtigung. Zur Hälfte hat es gefallen, zur anderen Hälfte abgestoßen. Die Gründe stehen oben. Verwundert hat es mich dann doch, dass neben den euphorischen Begeisterungsbezeugungen auch einige laute Buh!-Rufe vernehmbar waren; vor allem, als Hartmann die Bühne betrat.

Ich bin gespannt, was im neuen Centraltheater noch so folgen mag.

UPDATE: Auf Schauspiel-Leipzig.de sind Bilder und ein Video zu sehen.


Google kennt Sachsen nicht

September 25, 2008

Google AdSense ist Googles Art Werbung zu schalten: kontext-sensitiv ans Thema der jeweiligen Website angepasst. Viel erklären muss ich da wohl nicht, kennen wir es doch bereits von zahlreichen Seiten. Bei meinem ersten Versuch mit AdSense vor einigen Jahren hatte ich in wenigen Wochen gut 50 US-Dollar verdient. Doch das ist ein anderes Thema.

Nun musste man sich aber schon immer bewerben, um akzeptiert zu werden. Diese Bewerbung ist im Grunde genommen nur eine Anmeldung. Keine sonderlich aufregende, wie gewohnt macht man ein paar Häkchen, gibt Namen und Adresse an. Und da ist das Problem. Google kennt Sachsen nicht.

Eigentlich, so die Hilfe, ist die Angabe eines Bundeslandes gar nicht nötig. Lässt man es aber weg, bekommt man eine hübsche rote Fehlermeldung:

„Erforderliches Feld – muss ausgefüllt werden.“

Gibt man nun aber Sachsen ein, kommt eine neue Fehlermeldung:

„Bundesland in diesem Land nicht bekannt. Geben sie einen gültigen Namen für das Bundesland ein.“

Ja ist Sachsen nicht gültig? Wie heißt es denn dann? Königreich Sachsen? Kgr. Sachsen? Herzogtum Meißen?

SN als Abkürzung kennt er auch nicht. Ebensowenig Leipzig, Thüringen oder Berlin.

Und ja, als Land hatte ich Deutschland angegeben. Ebenso funktionieren alle anderen Felder.

Google, ich verlange eine Erklärung…


Tuberkulose am Institut für Linguistik Leipzig

Juli 25, 2008

„Studenten, die in diesem Semester eine oder mehrere Sitzungen am Seminar „Phonologische Domänen“ teilgenommen haben, werden gebeten, sich umgehend bei der Tuberkulosefürsorge des Städtischen Gesundheitsamts zu melden (Telefon: 0341/123-6869; e-mail: silke.reimann@leipzig.de).“

Quelle

Na wie gut, dass ich da nicht war. Denn das ist genau mein Gebiet.

Meine Frage ist da, wie ist es dazu gekommen? Und: wenn man befürchtet, dass einzelne Zuhörer infiziert sind: diese haben doch auch andere Seminare besucht? Was ist damit?

Kurz etwas zu Tuberkulose (Schwindsucht): „Sie führt die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an“. Übertragen wird sie durch ein Bakterium. Bei nur bis zu 10% der Betroffenen soll die Krankheit ausbrechen – da möchte ich nicht wissen, wieviele wirklich infiziert sind. Nun gut: ein Drittel der Weltbewölkerung soll ihn in sich tragen.

Verbreitet wird das Bakterium meist durch Tröpfcheninfektion – nach einem Huster können sie noch stundenlang im Raum herum schweben. Wobei man sich auch bereits bei Tieren anstecken kann. Auch sexuelle Kontakte und Tierfleisch kann Schuld sein. Behandelt wird sie mit einem Antibiotika. Diese sind allerdings teuer, weshalb die Krankheit in ärmeren Gebieten der Welt sehr verbreitet ist. Zusammen mit AIDS ist sie so die häufigste Todesursache in Afrika.Gute Ernährung, viel Tageslicht und Hygiene helfen bereits, Tuberkulose einzudämmen.

Symptome können Entzündungen in der Lunge, Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, leichtes Fieber und Hüsteln sein. Später starker Husten mit Schleim, Brustschmerzen, Atemnot und alle anderen Symptome, nur verstärkt. Auch gibt es Abwandlungen des Ganzen, so kann die Tuberkulose neben der Lunge auch andere Organe befallen.

Festgestellt wird die Tuberkulose durch Hauttests, Röntgen sowie dem Auswurf. Eine zuverlässige Impfung gibt es nicht. Schon zu Zeiten von Hippokrates war die einzige Therapie: „Gut essen, wenig körperliche Arbeit, keine Frauen.“ und nicht öffentlich spucken!

Nach dem sie im Mittelalter weniger verbreitet war, gab es in der Neuzeit einen Höhepunkt der Krankheit, der bis Heute anhält. Schuld daran sind vor allem Migrationen aus den betroffenen Regionen in andere.

Nun wissen wir ein wenig mehr zur Tuberkulose. Interessant wird es zu betrachten, wie sich das ganze so am Institut entwickelt. Neben der Instituts-Homepage gab es jedoch keinerlei öffentliche Information.

Letztlich kann sogar ein Hypochonder wie ich keine dieser Symptome an sich entdecken, auch glaube ich mich durchaus gut genug zu ernähren und hygienisch genug zu sein. Trotzdem erschreckend zu sehen, wie allgegenwärtig eine so tödliche Krankheit doch immer noch ist…

Und nicht vergessen: spuckt nicht auf öffentliche Plätze! (Oder lasst sonstige Ausscheidungen dort) Und immer auf die Sexualpartner achten. – So, jetzt aber genug der Reden.


Das altorientalische Institut Leipzig im Fernsehen

Juni 25, 2008

Das Institut für Altorientalistik wird Dienstag, dem 1.7.08, im mdr zu sehen sein.

Die Aufnahmen sind 10 Uhr, gesendet wird 19.30

Im Rahmen des Wissenschaftssommer 2008 zum Thema „Erfindung der Mathematik im alten Mesopotamien“ wird das Institut Schulklassen zeigen, wie man vor 4000 Jahren gerechnet hat, es sogar an Tontafeln demonstrieren.

Ich konnte mich zum Glück davor drücken, an dem Tag eingeteilt zu werden.


Not an ordinary day

Juni 24, 2008

Manchmal passieren echt seltsame Sachen.

Da geht man nichtsahnend durch die Innenstadt von Leipzig, weil man noch einen Termin wegen Umzug hat. Blick auf Uhr: noch 30min Zeit, nur 2min entfernt. Setzt man sich also mit seiner derzeitigen Reiselektüre (momentan: Robert Luis Stevenson – The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde) noch für einen Moment an die vom Park entfernteste Bank an der Thomaskirche. Der Platz war leer.

17.45 blickt man auf, weil hinter einem plötzlich auf dem Platz ein Polizeiwagen steht. Na was machen die denn hier? Egal – weiterlesen.

17.50 kommen die Polizisten näher. Man blickt zurück auf den Platz. An der Thomaskirche stehen neben der Polizei noch seltsame schwarze Autos. Zahlreiche Leute mit Kameras tummeln sich auf dem Platz. Was ist da los? Zurück zum Park gegangen, sieht man, dass die Kirche von Polizei umstellt ist. Auch ein paar seltsame Hardcore-Securities im schwarzen Anzug mit Kabeln ins Ohr stehen da rum. Aber alle recht entspannd. Plötzlich kommen auch noch zig Leute, die nach Armee aussehen um die Kirche und bleiben neben einem stehen.

Gegen 17.55 kommen schließlich ein paar Leute aus einem Seiteneingang der Kirche. Sie sehen recht normal aus. Die Securities begleiten sie, alle gehen in meine Richtung. Ein paar reden davon, wo denn die Nikolaikirche sei. Einer redet plötzlich auch in bestem Amerikanisch. Mehr nebenbei bekommt man mit, dass ein Kellner Probleme mit einem Security hat, aber beide schnell lachen als klar wird, dass nichts ernstes passiert. Der Kellner darf sogar ein Foto machen. Die Traube geht nicht mal 2m an einem vorbei, da sieht man jemand bekanntes. Eine Suche durch das innere Fotoalbum ergibt: Bill Clinton.

Da war man doch ziemlich verwundert…

(ich bin dann Richtung Gottschedstraße gegangen und konnte sehen, dass auch hinter der Thomaskirche Polizei und diese Armeeleute standen. sehr seltsam.)