„Nicht aufregen, nur wundern.“ Deutsche Mentalität

Januar 15, 2009

„Nicht aufregen, nur wundern.“

Das sagte kürzlich eine alte Frau beim Einkauf, an einem Punkt, wo sich andere über das schlechte Angebot des Supermarktes ernsthaft aufgeregt hätte. Doch wieviele davon wären auch zur Kasse gegangen?

Obiger Ausspruch dürfte stellvertretend sein für fast alle Deutschen. Man könnte ihn höchstens noch abwandeln zu: „Ich rege mich zwar auf, doch ändern kann ich eh nichts.“ Dies wäre typisch für die deutsche Mentalität.

In Ausgabe 12/2008 der Zeitschrift Freidenker stellte KT die Frage, warum der Protest ausbleibt bei allem, was im Lande Schlechtes geschieht. Die Antwort ist recht einfach, die Deutschen können dies einfach nicht. Schon Landauer stellte fest, dass die Deutschen für den Anarchismus nicht geeignet seien, da ihnen die Mentalität fehle. Und es zeigte sich doch oft genug, dass die Deutschen es nur gewohnt sind, zu folgen. Den Königen, Kaisern, Diktatoren. Bis auf wenige Minderheiten wird es also keinen Protest geben, die Deutschen erdulden ihre Last einfach viel zu schnell. Und daran wird sich wohl nie etwas ändern.

Bleibt nun die Frage, ob eine Minderheit in der Lage wäre, etwas zu ändern. Denn nur einer Minderheit folgen die Deutschen. Komme sie nun von unten oder sei sie bereits oben. Deutsche sind die perfekten Diener, Sklaven und Lemminge.

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Warum es laut Umberto Eco keine Vergessenskunst geben kann, was er dabei übersah und inwiefern absichtliches Vergessen doch möglich ist.

Dezember 15, 2008

Umberto Eco (*1932) ist ein bekannter Semiotiker, Philosoph und Schriftsteller. Einmal erfand er eines Abends zusammen mit Freunden zum Zeitvertreib und des Spaßes halber Künste und Wissenschaften, die es aus verschiedenen Gründen nicht geben könne. Sie kamen hierbei auf die ars oblivionalis, die Vergessenskunst, als Gegenstück zur ars memoriae, der Mnemotechnik, der Gedächtniskunst. 1966 präsentierte er erstmals in einem Vortrag, warum es die ars oblivionalis nicht geben könne. Im Mai 1988 erschien dieser Vortrag als Essay, übersetzt von Marylin Migiel, im PMLA, dem Journal der Modern Language Association of America, Band 103, Nr. 3. Auf diesem Essay basierend möchte dieser Artikel Ecos Beweisführung verkürzt und auf Deutsch wiedergeben.

Diesen Artikel gibt es auch als PDF zum downloaden und ausdrucken, Updates an dem Link zur PDF finden aber nur im Artikel statt.


Kritik sowie erläuterte und kommentierte Kurzfassung zu Kants Auffassung eines ewigen Friedens.

November 18, 2008

Kritik sowie erläuterte und kommentierte Kurzfassung zu Kants Auffassung eines ewigen Friedens.

Immanuel Kant (1724 – 1804) ist durch seine verschiedensten Werke der Philosophie selbst der Allgemeinheit bestens bekannt. Weniger gut bekannt aber ist seine Schrift zum Frieden von 1795, auch wenn sie oft rezipiert oder kritisiert wurde.

Dieser Artikel möchte das Werk, das schon an sich für ein Werk Kants schon erstaunlich kurz ist, noch einmal zusammenfassen, erläutern und kritisieren.

Als PDF zum Download.


Das Übel der Rechtschreibung

September 25, 2008

Um hiermit mal etwas altbekanntes und schon oft behandeltes erneut anzusprechen: die Rechtschreibung.

Grundsätzlich eine der schädigensten Erfindungen der Menschheit, zwängt sie der Sprache doch ein unnatürliches Korsett auf, welches sie in eine ihrer freien Entfaltung beraubende Form presst. Doch die prinzipiell schädigende Einrichtung einer Regelung durch Menschen, die von Sprache keine Ahnung haben, soll hier nicht primär Thema sein.

Behandeln möchte ich hier nur kurz einige Unterschiede zwischen alter und neuer Rechtschreibung, soweit sie mir aufgefallen sind.

Rein prinzipiell scheint die neue Rechtschreibung der natürlichen Sprachausübung näher zu kommen und beseitigt einige alte Schäden, doch wirft dafür auch neue auf. So sind z.B. die freie Wahl von Groß- und Kleinschreibung bei einigen früher unnötigerweise groß geschriebenen Wörtern positiv hervorzuheben; wenngleich man, wie es in anderen Ländern schon lange Sitte ist, konsequent genug hätte sein müssen, um die Großschreibung Satzanfängen und Namen als Privileg zuzuschreiben.

Auch ist die Beseitigung zahlreicher unnötiger Kommataregeln sehr erfreulich, doch wurden auch unnötige neue eingeführt, so z.B. das setzen von Kommata nach wörtlicher Rede, selbst wenn in dieser ein emphatisches Satzzeichen enthalten ist. Weiterhin war man auch hier nicht konsequent genug, denn eigentlich sind Kommata nur erforderlich, wo eine Tonänderung im Sprechfluss entsteht.

Der Unterschied zwischen ss und ß ist wiederum erfreulich, da nun endlich zwei Grapheme für zwei Phoneme stehen, nicht wie ehedem noch ein Graphem für zwei Phoneme. Denn /s/ und /z/ sind deutlich verschieden, und dies sollte auch die Schrift relektieren. Dass man auch hier nicht weit genug ging, dürfte leicht ersichtlich sein, stehen doch weiterhin viele Grapheme für mehr als ein Phonem; doch steht die deutsche Schreibung hier wenigstens schon einmal wesentlich besser da als z.B. die französische oder die englische. Ich persönlich hätte ja nichts dagegen, wenn alles in IPA geschrieben wird. /natyɐliçɐ væʀǝ es/.

Wann Wörter auseinander und wann zusammen geschrieben werden, wurde zwar etwas verbessert, unnatürlich ist es aber trotzdem noch, vor allem, wenn Wörter getrennt werden, die eindeutig ein einzige phonologisches Wort darstellen und als dieses auch leichter zu identifizieren sind denn als Regelgebundendes grammatisches Wort.

An diesem letzten Satz sieht man einen weiteren Punkt, denn warum wird dieses doch so offensichtliche Adjektiv groß geschrieben? Ich sage hier nur: nieder mit der überflüssigen Großschreibung! Dies wird sogleich viele Unklarheiten und Unregelmäßigkeiten beseitigen.

Letztlich noch der Punkt, welcher mich als einziger absolut und klar an der Neuen Rechtschreibung stört. Auch wenn man diesen Punkt so oder so sehen kann, stellt er eine große linguistische Debatte dar, bei welcher sich die Rechtschreibung für eine Position entschieden hat. Ich fange mit einem Beispiel zur Verdeutlichung an:

1. Alt: „Die meisten hatten schlicht Angst.“

2. Neu: „Die Meisten hatten schlicht Angst.“

Hier sieht man folgendes:

  1. nimmt an, dass sich in diesem Satz ein Substantiv befindet, welches als Begleiter das Adjektiv meist[en] hat. Das Substantiv wurde jedoch getilgt oder befindet sich in einem anderen Satz: a) die meisten Menschen hatten schlicht Angst. b) Menschen gingen dorthin. Die meisten Menschen hatten schlicht Angst.

  2. nimmt an, dass sich hier kein Substantiv befindet, sich das [Meisten] auf kein anderes Substantiv bezieht, sondern selber eines ist.

Damit spricht es einen wichtigen Punkt in der Syntax an. Meine Intuition spricht dafür, dass 1. korrekt ist, denn beim Lesen oder Sprechen dieses Satzes muss man gedanklich ein lebendes Objekt hinzufügen, denn nur dieses kann Angst haben. „Die Meisten“ müssen ein Gesicht haben, sie müssen etwas sein. Doch so, als 2., haben sie dies nicht, sind vielmehr etwas abstraktes und fernes. Weiterhin befindet sich bei Sätzen dieser Art vor allem auch irgendwo im Kontext ein Substantiv, auf den sich dies bezieht, das aber in diesem Satz aufgrund von Ästhetik erstmal getilgt wird.

Hiermit schließe ich vorerst meine Ausführungen die Rechtschreibung betreffend mit dem emphatischen Aufruf, sie endlich zu zerstören oder zumindest so konsequent weiterzuführen, dass sie endlich doch die natürliche Sprache reflektiert und nicht mehr nur das Instrument einer elitären Klasse ist, die es als einziges beherrscht und damit andere Nicht-beherrschende denunzieren kann. Die Rechtschreibung presst etwas dynamisches ökonomisches in ein statisches Gerüst, dass es in seiner freien Entfaltung weiter behindert.Vermutlich kann man die geistige Freiheit einer Gesellschaft gar an den Regeln ihrer Rechtschreibung ablesen.


Der LHC und das Ende der Welt

September 23, 2008

Am 10. September 2008 sollte wieder einmal die Welt untergehen. Schuld daran sollte der LHC sein, der Large Hadron Collider, größter Teilchenbeschleuniger der Welt.

Ich möchte diesen hier nur einmal kurz und für den Laien halbwegs verständlich erläutern, bevor ich meine eigene Meinung dazu abgebe.

In der europäischen Kernforschungsanlage CERN bei Genf gibt es einen 27km langen, kreisförmigen Tunnel, in welchem der LHC steht. Dieser versucht die Higgs-Bosons, die Gottesteilchen, zu finden und damit zu beweisen. Die Gottesteilchen sind die Teilchen, welche zu Beginn des Universums vorhanden waren. Der Physiker Higgs hatte nur eine Publikation: die dieser Idee, seitdem keine mehr. Und nun sucht man danach. Seit 1964 mit immer teureren Teilchenbeschleunigern. Der LHC nun beschleunigt Protonen auf fast 100% der Lichtgeschwindigkeit und lässt sie kollidieren. Damit sollen die Gottesteilchen und die Antwort, woher Materie ihre Masse hat, gefunden werden. Nebenbei auch noch die Erklärung für den Urknall und Dunkle Energie, da im Beschleuniger dann ein Zustand wie am hypothetischen Beginn des Universums vorhanden wär. Die Theorie hierzu möchte ich hier nun aber nicht erläutern, dies findet sich in den Quellen besser. Irgendwas jedenfalls wird man finden, da ist man sich sicher.

Nun gab es natürlich auch kritische Stimmen, und die lautestete davon befürchtete den Weltuntergang: es könnten schwarze Löcher entstehen, die am Ende die ganze Erde mit sich reißen.Viele Klagen gegen beteiligte Institute entstanden, da niemand wirklich die Gefahren abschätzen könne. Diese Kritik wehrt man aber ab mit den Argumenten, dass die entstehenden Zustände im Weltall auch vorkommen würden, und zwar ungleich größer dimensioniert, und wir trotzdem immer noch alle leben.

Interessant ist, dass der LHC am 20. September bereits wieder abgestellt wurde, für „Reparaturarbeiten“.

Eine Meinung zum Teilchenbeschleuniger selbst habe ich ehrlich gesagt nicht, er ist mir relativ egal, da ich mich mit der Materie nicht sehr gut auskenne. Doch daraus, dass er mir egal ist, kann man immerhin ableiten, dass ich nicht dafür bin.

Gut, möglicherweise also bereitet man also unbeabsichtigt unser aller Vernichtung vor, wie es Science Fiction-Autoren schon seit Jahrzehnten vermuten: Der Mensch wird sich einst selbst vernichten. Doch selbst wenn es geschehen sollte, ob nun heute oder morgen, was macht es schon? Wenn wir sterben sollten, werden wir es kaum merken, und wie Epikur einst sagte: wenn wir dann tot sind, dann sind wir tot. Was macht uns dann schon der Tod aus? Entweder sind wir für immer vom Bildschirm des Lebens gestrichen, oder wir gammeln im Himmel, der Hölle oder sonst wo herum. Schade nur wäre es um die Natur. Aber diese ist Teil des Universums, und vielleicht ginge es diesem ohne den Schmutzkörpern Mensch besser? Begreifen wird er es niemals werden.

Wie auch immer, die ganze Diskussion ist etwas überflüssig. Sterben werden wie eh irgendwann. Bis dahin können wir auch etwas Aufregung haben. Mir persönlich ist es egal, was die da suchen. Nur wenn sie das Tor zur Hölle aufstoßen, sollen sie doch bitte selbst die Teegäste verköstigen. Man kann ruhig dagegen oder dafür sein, doch was man nicht haben dürfe, ist Angst. Denn wenn es uns vernichtet, sind wir sowieso alle weg, was irgendwann eh passieren wird. Also abwarten.

Quellen und Hinweise:

http://de.wikipedia.org/wiki/LHC

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,544088,00.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,575275,00.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,570799,00.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,546321,00.html


Rousseaus Contrat social in Kurzform

September 9, 2008

Nach Hobbes Leviathan von 1651 hier nun auch Rousseaus Contrat social (Gesellschaftsvertrag) von 1762 in Kurzform. Erneut 12 Seiten statt im Original 100, wollen diese Seiten die Quintessenz des Buches einfangen und für alle verständlich erklären.

Buch 1: Kritik, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Gesellschaftszustand, Souverän

Buch 2: Die Legislative, die Souveränität. Der Allgemeinwille, Recht, Gesetz, Gesetzgeber, Volk

Buch 3: Die Exekutive, die Regierung. Regierungsformen (Monarchie, Aristokratie, Demokratie), Missbrauch, Staatentod, Abgeordnete, Mittel gegen Usurpation

Buch 4: Abstimmungen, Wahlen, Diktatoren, Zensur, Religion


Meine ToDo-Liste.

Juli 23, 2008

– Kritik: Thomas Morus – Utopia

– Geschichte: Die Entführung

– Geschichte abtippen: Zardarrin

– Geschichte beginnen: Der A’Lhumakrieg (oder doch die Geschichte von Kaltric? Oder die Geschichte von Falerte? Oder Den Sinn des Lebens?)

– Geschichten überarbeiten: Flucht nach Maggir (ev. noch andere)

– neues Opfer für Kritik suchen (Kandidaten: Rousseau, Butler, Nietzsche, Schopenhauer)

Klingt eigentlich nicht so viel. Wären nicht auch noch die weltlichen Umstände. Ich sollte also lieber für die nächsten Monate planen, sonst wird es sehr anstrengend.