Die dystopische Utopia des Thomas Morus. Eine Kritik am besten Staat.

September 28, 2008

Thomas Morus‘ Utopia (1516) gilt als Namensgeber und einer der ersten Vertreter der Utopie (nach Platon und Cicero). Eine Utopie ist ein wünschenswerter, besserer Zustand. Doch die Utopia des Morus zeigt totalitäre Züge. Sie beschwört einen kommunistisch-sozialistischen Staat mit Toleranz, aber auch jeder Menge Unfreiheit und Überwachung. Dieses möchte ich hier behandeln und aufzeigen, dass die Utopia im heutigen Sinne keine Utopie mehr ist, sondern vielmehr eine Dystopie. Weiterhin möchte ich hier überhaupt die Ideen der Utopier vorstellen.

Zum Artikel.

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Aufhetzung gegen Russland

September 12, 2008

Da wird in den Medien doch tatsächlich gegen Russland aufgehetzt. Man sieht nur georgische Opfer und stets heißt es, dass Russland dies auch woanders tun könnte, es niemand aufzuhalten vermag und Russland immer noch von Kriegslüsternheit geradezu tropft.

Und verschwiegen wird dabei, dass Georgien den Krieg begonnen hatte und nur gewinnen konnte. Zwar hat es etwas Land verloren, doch dafür ist der Nationalismus gestärkt und die Wiederaufbaumaßnahmen kurbeln die Wirtschaft an.

Nebenbei empfehlen die Medien der deutschen Führung, doch Russland mal zu zeigen, dass es so nicht vorgehen kann. Dieses wünschte sich gute Beziehungen zu Georgien seit Antritt seines aktuellen Präsidenten, eines Verbündeten der USA. Doch Georgien griff seitdem immer wieder Russland an.

Natürlich gibt es auch Russen, welche eine Besetzung Georgien befürworten. Doch die sind in der Minderheit. Und Georgien russophob und versucht anderen Nationen im Kaukasus zur Unabhängigkeit zu verhelfen.

Wer ist nun wirklich schuld?

Mal abgesehen davon, dass die deutschen Medien uns scheinbar in einen Krieg gegen Russland hetzen wollen…


Rousseaus Contrat social in Kurzform

September 9, 2008

Nach Hobbes Leviathan von 1651 hier nun auch Rousseaus Contrat social (Gesellschaftsvertrag) von 1762 in Kurzform. Erneut 12 Seiten statt im Original 100, wollen diese Seiten die Quintessenz des Buches einfangen und für alle verständlich erklären.

Buch 1: Kritik, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Gesellschaftszustand, Souverän

Buch 2: Die Legislative, die Souveränität. Der Allgemeinwille, Recht, Gesetz, Gesetzgeber, Volk

Buch 3: Die Exekutive, die Regierung. Regierungsformen (Monarchie, Aristokratie, Demokratie), Missbrauch, Staatentod, Abgeordnete, Mittel gegen Usurpation

Buch 4: Abstimmungen, Wahlen, Diktatoren, Zensur, Religion


Hobbes‘ Leviathan in Kurzform

September 8, 2008

Hier ein neuer Artikel. Er fasst die ersten beiden Bücher von Thomas Hobbes‘ Leviathan (1651) über Mensch und Staat zusammen. 12 Seiten statt 300 mit dem Anspruch, alles (wichtige) zu erklären, ohne dabei zu Schwafeln, wie Hobbes es manchmal tat.

Mensch: Sinne, Vorstellungskraft, Gedanken, Rede, Vernunft, Leidenschaften, Verstand, Wissenschaft, Macht, Würde, Sitten, Religion, Naturzustand, Naturrecht, Naturgesetze und Personen.

Staat: Gründung, Gesellschaftsvertrag, Staatsarten, Regierungsarten, Bürgerpflichten, bürgerliche Freiheit, Vereinigungen, öffentliche Diener, Fruchtbarkeit, Ratgeber, bürgerliche Gesetze, Verbrechen, Strafen, das Ende des Staates, Aufgaben des Souveräns und Gott.


Zitate des Tages

September 3, 2008

alle von:

Thomas Hobbes: Leviathan (1651)

„Lerne dich selbst kennen“:

„die Gesinnungen und Leidenschaften der Menschen, so verschiedenen sie auch immer sein mögen, haben dennoch eine so große Ähnlichkeit untereinander, daß jeder, sobald er über sich nachdenkt und findet, wie und aus welchen Gründen er selbst handelt […] auch anderen Menschen Gesinnungen und Leidenschaften kennenlernt.“

Wissen: „wer sich dabei nur auf andereverläßt, deren Urteil blindlings annimmt und nicht aus einzelnen Begriffen selbst entwickelt, der tut soviel als nichts, er weiß nichts, sondern glaubt nur.“

Macht ist „jede solche Eigenschaft, welche viel Liebe oder viel Furcht erweckt, ja schon den bloßen Ruf einer solchen Eigenschaft, ist Macht, weil uns dadurch viel Hilfe und Dienste verschafft werden.“

„Es mag jeder seinen eigenen Wert so hoch annehmen, wie er will; wirklich bestimmt wird er nur durch das Urteil anderer.“

der Naturzustand: „Hieraus ergibt sich, daß ohne eine einschränkende Macht der Zustand der Menschen ein solcher sei, […] nämlich ein Krieg aller gegen alle.“

„Freiheit begrift ihrer ursprünglichen Bedeutung nach die Abwesenheit aller äußeren Hindernisse in sich.“


Gibt es einen Naturzustand?

August 31, 2008

Was würde wohl passieren, wenn man Hobbes kriegerischen, egoistischen, habgierigen und auf Selbstverteidigung ausgelegten Menschen des Naturzustandes auf Rousseaus „edlen Wilden“, den Gefühlen gehorchenden freien Menschen, der erst durch Kultur verdorben wird, trifft? Hat der gute gegen den bösen überhaupt eine Chance? Der „böse“ würde den guten sicher als Bedrohung sehen und versuchen sich zu „verteidigen“, mit allen Mitteln. Aber den „guten“ würde es ab dieser Stelle wohl gar nicht mehr geben, da er selbst laut Rousseau nur eine nie wahrhaft existente Idealform war, der wie gesagt durch die Kultur verdorben wurde. Und ein treffen auf den „bösen“ wäre doch bereits so eine Kontamination. Insofern könnte man wohl sagen, dass sich Rousseaus abstrakter Naturmensch nun in den konkreteren von Hobbes verwandeln würde. Denn dieser hatte nie bis zum absoluten Urzustand abstrahiert, sondern sich nur an realen Gegebenheiten orientiert, bei ihm namentlich die Beobachtung des Bürgerkrieges in England. Sind auf diese Art denn nun nicht beide Theorien vereinbar? Oder sollte man versuchen damit Hobbes zu widerlegen, da er nicht weit genug ging?

Doch die Frage ist auch, wie realistisch Rousseaus Auffassung ist. Denn so wahrhaft abstrahieren bis zum absoluten Ursprung kann man doch gar nicht. Wie denn auch? Man kann es niemals real beobachten (da selbst Naturvölker bereits in Gesellschaft leben) und wird auch durch Abstraktion niemals auf die richtige Lösung kommen. Denn selbst Descartes abstrahierte ja nicht weit genug, als er nur bis zum Ego zurück ging.

Insofern lautet meine Antwort in Übereinstimmung mit Rousseau, dass es sowieso niemals einen Naturzustand gab. Es ist lediglich eine mathematische und abstrakte Spielerei, die aber kaum weiter führt.


Aphorismen 26, 27, 28, 29: Trauer, Natur, Der Mensch in der Natur, Die Natur des Menschen: Krieg

August 10, 2008

Aphorismus 26: Trauer

Die meisten Menschen trauern erst um etwas, wenn sie es bereits verloren haben.
Doch freut euch, dass ihr es hattet; und schätzt es, solange ihr es habt.

Aphorismus 27: Natur

Die Zerstörer der Natur sind die größten Verbrecher.

Aphorismus 28: Mensch in Natur

Der Mensch vergisst immer wieder, dass er auch nur ein Stück Natur ist.

Aphorismus 29: Die Natur des Menschen: Krieg

Menschen bekämpfen und hintergehen sich sogar dann noch, wenn ihre Rasse bereits dem Untergang geweiht ist.