GaAL11 Die Hexe und die Katzen

August 11, 2013

„Keine Sorge, wir bekommen dich wieder hin!“

Immer wieder sprach sie beruhigend auf das kleine Bündel in ihren Armen ein. Dieses schien nur bedingt auf sie zu achten; zappelte und strampelte lieber. Dann und wann ließ sie ihre Hand durch das Bündel gleiten, berührte den kleinen seidenen Kopf um zunächst zu erschrecken, dann ihn zu streicheln. All ihre Bemühungen schienen aber ohne Erfolg, ohne freudige Annahme. Und als sie die Gasse verließ, wollte sie nur noch verzweifeln.

Warum hatte ihr niemand erzählt, dass ausgerechnet heute, an diesem so schon schrecklichen Tag, auch noch ein Weihnachtsmarkt sei? Jetzt blieb ihr aber keine andere Wahl; der einzige Weg führte über diesen Platz, der von Baum, Menschen und Verkaufshütten verstopft war. Immer wieder anstoßend, immer wieder ausweichend, immer wieder fluchend kämpfte sie sich durch die Massen, erfuhr mehr Nähe als ihr lieb war und musste stets um den Halt ihres Bündels kämpfen, das nicht verloren gehen durfte; dafür liebte sie es zu sehr. Die Menschen aber, die hier immer wieder ihren Weg versperrten liebte sie nicht und mehr als einmal war sie kurz davor sie alle zu verfluchen, zu verwünschen, zu – verhexen. Doch würde sie sich nun zeigen, wäre alles verloren, alles umsonst gewesen. Und so wie es aussah, waren die meisten auch bereits verhext; gingen im Einkaufsdurcheinander des Marktes unter.

Es dauerte eine ganze Weile, sich dort hindurchzudrängen. Einmal stieß sie gegen einen verkleideten Weihnachtsmann, der ihr ein „Ho! Ho!“ hinterherschickte, ein andern Mal gegen einen Stand und warf dabei fast bemalte Glaskugeln herab. Mitten auf dem Platz aber, genau unter dem Baum, rempelte sie jemand so stark an, dass sie ihr Bündel fallen ließ. Die darin eingewickelte schwarze Katze fiel jedoch sanft und wartete bis sie wieder eingesammelt worden war; ängstlich miauend ob der drohenden Massen.

„Ach mein Liebling, sobald wir dich zurückverwandelt haben, kehren wir zurück in das Andere Land und diesen unruhigen Gesellen den Rücken!“

Ein zustimmendes Miauen antwortete ihr. Die Katze wieder einpackend, setzte sie ihren Weg fort.

Dabei bemerkte sie nicht, wie ihr in einigem Abstand eine zweite Katze folgte, die genauso aussah wie die in ihren Armen. Doch auch wenn sie bemerkt worden wäre, hätte diese sich nicht mit ihr verständigen, hätte ihr nicht von dem Irrtum erzählen können, der sie die falsche Katze mitnehmen ließ. Und während so die kleine Hexe – seine kleine Hexe – durch die Dunkelheit eilte und die fremde Katze streichelte, schlich sich ein Schmerz in sein Herz, den er nicht zu vertreiben vermochte.

„Gleich sind wir da; der Doktor wird dir sicher helfen können!“

Das Bündel in ihren Armen schien sie nicht zu verstehen.

Doch tatsächlich waren sie sogleich da, nur noch über den Platz, an Weihnachtssängern vorbei, die Treppen ins Haus hinein und an seiner Tür geklopft. – Doch oh weh, was war das?

‚Über die Feiertage geschlossen.‘

Verzweifelt hämmerte sie an die Tür; irgendjemand musste doch da sein. Doch niemand öffnete. Gut fünf Minuten fuhr sie heftig mit ihrer Tat fort, da schwang eine Tür ein Stockwerk höher auf und ein älterer Mann kam halb die Treppe herab.

„Es ist geschlossen – sehen sie das nicht?“

„Ich muss dringend den Doktor sehen – es ist ein Notfall – ein Zauberspruch wirkte verkehrt!“

Wenig später saßen sie zu Dritt in einer Kammer, die Teil einer größeren Wohnung war: Der Doktor, die kleine Hexe sowie die falsche Katze. Letztere versagte ihnen die Genugtuung ruhig sitzen zu bleiben, strollte lieber hierhin und dorthin, drauf und drüber.

Und von draußen, durch das Fenster, beobachtete die richtige Katze die versammelte Gesellschaft.

Die Kammer war spärlich eingerichtet; außer Tisch und Stühlen noch ein kleiner Ofen; doch selbst dieser Raum barg am Fenster etwas Weihnachtsschmuck. Der Doktor hielt sich jedoch nicht mit Weihnachtsansprachen auf, sondern kam schnell erneut zu der Frage, warum die anderen gekommen waren. Und nun musste die Hexe alles offenbaren. Tatsächlich ließ der Doktor sich davon überzeugen und erkannte den Ernst der Lage. Seine beiden Besucher in sein geheimes Labor führend erklärte er ihnen, was nun zu tun sei. An sich müsste sie ja bloß den Spruch, den sie verwendet hatte, umgekehrt erneut aufsagen, doch reichte das noch nicht völlig – zusätzlich müsste die Katze einen Mistelzweig verspeisen und der Doktor eine seltsame Maschine anwenden, deren Gebrauch er aber nicht genau erklärte. Rein zufällig – denn was zu besitzen wäre zu Weihnachten schon abwegiger? – hatte er sogar einen Zweig auf Vorrat – der Versuch konnte also sogleich starten.

Die Katze zum Fressen zu bringen erwies sich aber als äußerst schwierig. Sie versuchten es mit Vernunft, doch die Katze schien nicht zu verstehen – schon immer war er ein Sturkopf gewesen, so die Hexe –; sie versuchten es mit Gewalt, doch die Katze wehrte sich mit aller Kraft und Krallen; und sie versuchten es mit List. Und endlich, eingewickelt in ein Stück Fleisch, war das Tier bereit den Köder zu schlucken. Ohne zu zögern sperrte der Doktor es sogleich in den Käfig seiner Maschine und warf diese an, derweil die Hexe begann den Spruch rückwärts aufzusagen. – Nichts geschah. Die Katze zeterte und fauchte, da seltsame Funken über ihr Fell glitten, doch blieb sie ganz die Alte.

Und draußen beobachtete die zweite Katze alles durchs Fenster. Nun endlich schien die Zeit gekommen sich zu offenbaren und diesen Thronräuber zu verjagen. Eilig sprang er von seinem Posten, verscheuchte die Gedanken wie die kleine Hexe – seine kleine Hexe – dieses fremde Wesen streichelte, erkletterte eilig die Treppen und kratzte Einlass fordernd an der Tür des Doktors. Als dieser endlich kam zu sehen wer da war, doch verwundert in seiner Augenhöhe niemanden bemerkte, schritt die Katze mit stolzgeschwellter Brust an ihm vorbei und hinein in das Labor. Dort erwartete ihn eine verwirrt dreinblickende Hexe, die ihn zu seinem Ärger immer noch nicht erkannte. Doch immerhin hatte sie bereits den Hochstapler aus seinem Käfig entlassen – hielt ihn streichelnd im Arm! – und ihm damit den Weg geebnet.

Schnell schluckte er ein Stück widerlicher Mistel hinunter und sprang selber in den Käfig, sich dort wie eine Maus fühlend. Als einziger schien immerhin der Doktor, welcher nun ins Zimmer getraten kam, die Lage zu verstehen. Eiligst schloss er das Gerät, warf es an und befahl der Hexe ihren Spruch zu sagen. Kaum hatte sie dies getan, wurde der Katze im Inneren der Maschine plötzlich sehr beengt zumute, denn endlich war sie wieder ein Mann. Als der Doktor ihn herausließ, fiel der erschrockenen Hexe die falsche Katze herab. Schnell wandelte sich Überraschung in Freude.

„Liebster! – endlich bist du wieder du selbst! – verzeih – ich werde nie wieder unbekannte Sprüche versuchen!“

Ihr Mann war ihr darüber aber kaum böse, immerhin zeigte sie doch Reue und er hatte etwas neues erleben können, doch ließ er sie schwören, nie wieder einen fremden Kater zu berühren; auch wenn die Hexe nicht ganz verstand, warum. Der Doktor schien glücklich damit, endlich wieder seine Ruhe bekommen zu können; forderte nur später ein kleines Geschenk aus dem Anderen Land, mit dem er schon immer gute Geschäfte gemacht hatte. Dorthin denn entschwanden die Hexe und ihr geliebter Mann auch bald, wollten sie doch endlich wieder heim – denn sie waren zum Weihnachtsessen geladen.

 

 


GaAL10 Der eifersüchtige Willy

August 4, 2013

„Da meine Süße, dein Essen!“ Er stellte den Teller vor der kleinen buntgefleckten Katze ab. Die gesamte Zeit, während diese nun fraß, saß er daneben und streichelte das kleine Geschöpf. Auf dem Teller befanden sich handgeschnittene Fleischbrocken und andere Leckereien.

Willy knurrte der Magen, als er dies beobachtete. Wie lange war es her, dass er das letzte Mal so etwas bekommen hatte; so verwöhnt worden war? Starke Eifersucht kroch in seinen Magen und verursachte ihm Bauchschmerzen – oder war es der Hunger? Vor vier Tagen hatte Herr Veronika dieses Kätzchen gefunden und behandelte es seitdem wie ein zerbrechliches Püppchen. Und was war mit Willy? Nur weil er kein süßes kleines Kind mehr war, wurde er ins Abseits geschoben? Einst hatte Herr Veronika geschworen sich um ihn zu kümmern, ihm wie ein Vater zu sein. Jetzt schien das alles vergessen. Wie gern würde er sich über die Behandlung beschweren – doch er konnte ja nicht sprechen.

Als Herr Veronika endlich auch einmal zu ihm kam und ihm ohne ein Wort einen Teller Püree vorsetzte, verging ihm der Appetit. War dies nicht deutlich genug um zu sehen, wie wenig er ihm bedeutete? Enttäuscht schlich er sich aus der Küche; aus dem Haus. Er suchte seine Lieblingsstelle im Garten auf und legte sich dort unter den alten Baum. Sich sonnend grübelte er über Herrn Veronika und das Kätzchen nach und fand sich kurz davor trotz seines Ärgers einzuschlafen.

Da fiel ihm etwas auf die Nase und hielt ihn davon ab: eine schwarze Feder. Verwundert blickte Willy auf – und sah eine dicke fette Krähe davonflattern. Angewidert schüttelte er sich – Krähen konnte er nicht ausstehen – um dann zu sehen, wie zwei Gänse über den Rasen des Gartens angewatschelt kamen. – Gänse? Seit wann gab es hier denn Gänse? Überrascht beobachtete er die beiden, doch sie schienen sich nicht verirrt zu haben; hielten vielmehr genau auf ihn zu.

Wenige Fuß von ihm entfernt hielten sie und streckten die Hälse hierhin und dorthin, als würden sie ihn mustern. Wer seid ihr denn? wollte Willy fragen, doch konnte er ja nicht. Umso erstaunter war er, als sich eine Antwort in seinen Geist schlich. Es musste von den Gänsen kommen, soviel war sicher. Sie nannten ihm ihre Namen – Gänselieschen und Schnatterinchen – und fragten freundlich nach seinem. Willy war eine Weile zu verblüfft um zu antworten, da sah er die Gänse sich bereits beraten, ob er überhaupt denken könne – was er auch tat. Erfreut doch noch eine Antwort zu bekommen beschnatterten die Gänse ihn kurz aufgeregt und forderten ihn sodenn auf, ihnen zu folgen. Willy versuchte noch zu fragen warum und wohin, doch antworteten sie nicht mehr. Zwar hatte er Gänsen noch nie getraut, doch wusste er nichts anderes zu tun denn zu folgen – und obendrein war er sehr neugierig.

Also erhob er sich und stapfte den watschelnden Vögeln hinterher – und sollte noch viel staunen. Zunächst fiel ihm auf, dass er nicht bemerkt hatte, wie das Haus verschwunden war. Nun erschien es ihm aber doch merkwürdig. Das Grundstück lag auf einem Hügel am Rande des Dorfes, dessen Spitze der Baum krönte, unter welchem Willy gelegen hatte. Da er sich auf der dem Haus abgewandten Seite befunden hatte, war ihm das Verschwinden nicht weiter aufgefallen. Als sie sich jetzt den Hügel hinab begaben, wirkte dieser aber seltsam leer. Wo waren die Zäune, Blumen, Wege? Da wunderte es ihn kaum, am Fuß des Hügels auch keine Straße anzutreffen. All die Autos, die täglich lärmend das Haus passierten – sie würde er nicht missen; etwas gutes hatte die Sache also schonmal.

Dann kamen sie auf die Wiesen und noch immer gab es keine Anzeichen von Menschen. Was war geschehen? – und – Wohin gingen sie? Mehrmals versuchte Willy die Gänse zu befragen, doch antworteten sie nie. Es schien aber, als führten sie ihn ins Dorf – wenngleich er sich nicht sonderlich überrascht zeigte, dieses nicht vorzufinden. Doch immer noch waren dort der Fluss und dessen Insel. Offenbar ging es darauf zu. Sie war hoch mit Gräsern bewachsen, weshalb Willy nichts auf ihr erkennen konnte. Überhaupt war das ganze Land wesentlich stärker bewachsen als sonst; es wirkte so – natürlich. Es war schwer für ihn sich zu entscheiden, ob er dies begrüßte, denn gäbe es keine Menschen mehr – wie sollte er dann an Unterkunft und Nahrung kommen? Er war noch nie ohne Fürsorge gewesen.

Und dann kam das Wasser. Natürlich war die Brücke verschwunden, doch müssten sie wirklich durch den Fluss waten? Willy, der nicht schwimmen konnte, war Wasser noch nie geheuer gewesen. Da die Gänse aber weder mit sich reden ließen noch ihn überhaupt beachteten, musste er wohl oder übel auch hinein. Wie feucht und kalt es doch war! Aber zumindest ertrank er nicht wie befürchtet, reichte das Wasser doch selbst den Gänsen nur bis an den Bürzel. Auf der Insel angelangt durchtraten sie die Reihen von Schilfrohr und Gräsern – an deren Rande Willy erstaunt stehenblieb.

Die Gänse watschelten gemütlich weiter als gäbe es nichts besonderes und schlossen sich dem bereits wartenden Kreis der Tiere an, die nun wiederum alle Willy anstarrten. Alles mögliche war dort in einem Kreis auf der Insel versammelt: Hunde, Katzen, Gänse, Enten, Kühe, Mäuse, Schafe, Schweine, Pferde und zahlreiche andere Tiere von Hof und Land. Willy fühlte sich unter ihren Blicken plötzlich sehr klein.

Und dann fingen auch noch die Gänse an zu schnattern. Sie stellten Willy vor und erklärten, er würde in die Gemeinschaft aufgenommen werden wollen – wollte er das? – Ja, das wollte er, sprachen die Gänse. Da antwortete eine große Kuh, er müsse zunächst beweisen der Gemeinschaft wertvoll sein zu können. – Aber er wollte doch gar nicht… – Willy kam nicht zu Wort. Einige der Tiere plapperten ob dieser überraschenden Umstände wild durcheinander. So kam es, dass niemand die Annäherung der dicken fetten Krähe bemerkte. Unerwartet schoss sie aus dem Nichts und stürzte sich zielgerichtet auf etwas im Kreis der Tiere. Als diese sie endlich bemerkten, war sie auch schon wieder auf dem Rückflug – und hielt etwas in den Krallen.

Es ertönte Gekreische, Gebell, Geblöke und vieles anderes zwischen den Versammelten, als ihnen gewahr wurde, dass ihr jüngstes Mitglied, ein kleines Kätzchen, entführt worden war. Es dauerte noch eine Weile, bis ein großer Hund mit Hilfe einiger anderer die Aufregung mindern konnte. Willy erfuhr schnell, dass bekannt war, wo diese Krähe leben würde und dass einer der ihren dem Kätzchen zu Hilfe kommen müsste. Die Wahl fiel hierbei schnell auf Willy, stand doch noch seine Probe aus. Nun also wäre seine Gelegenheit gekommen, sich der Gemeinschaft als würdig zu beweisen. – Aber – Doch wieder konnte Willy keinen Widerspruch einlegen; schon war er zusammen mit einem Eichhörnchen auf dem Weg.

Warum ihn gerade ein Eichhörnchen begleiten sollte, vermochte er nicht zu verstehen. Das Tier konnte kaum eine Sekunde stillhalten und flutete Willys Gedanken mit ununterbrochenem Geplapper. Bald wusste dieser mehr über Bausuche, Futterplanung und Gefahren für Eichhörnchen als ihm lieb war. Doch dann und wann ließ das Wesen auch nützliche Bemerkungen fallen. So war das Kätzchen ein Sohn des großen Katers, dessen Stimme im Rat der Tiere so wichtig war. Dieser Rat kümmerte sich gemeinsam um diese Region des Anderen Landes, in dem Willy sich nun befand. Scheinbar gab es viele solcher Regionen und nicht alle waren wie diese, doch alle waren frei von Menschen, sofern diese sich nicht in den Welten verirrt hatten. Willy kam das alles sonderlich verwirrend vor und gerne hätte er nicht zugehört, hätten die Gedanken nicht seine eigenen durchdrungen. So bemerkte er nicht, dass sie bereits ihr Ziel erreicht hatten, während er noch versuchte seine Eindrücke zu ordnen.

Auf einem hohen, dicht bewachsenen Baum sollte das Nest der Krähe liegen. Nun zeigte sich auch der Grund zur Wahl eines Eichhörnchens als Wegbegleiter – gewandt und unerkannt huschte das kleine Tiere den Baum hinauf die Lage zu erkunden – die Krähe war fort, doch das Kätzchen saß ängstlich in deren Nest – und das Eichhörnchen war nicht stark genug es herunterzubringen. Willys Aufgabe war also klar: Er sollte in den Baum klettern um das Kleine zu retten. – Willy hasste Klettern wirklich sehr. Doch mittlerweile schien es ihn keine andere Möglichkeit mehr zu geben als mitzuspielen – nirgends gab es mehr Menschen, also wer außer den Tieren sollte ihm nun noch helfen können? Wagemutig erklettert er die große Pflanze. Nachdem ihm einige Male schwindlig geworden war, schaffte er es letztlich, sich das miauende Etwas zu schnappen und sogar wieder heil hinab auf den Erdbogen zu gelangen. Und da begannen die Probleme.

Kaum, dass sie sich auf den Heimweg machten, erschien ein schwarzes Ding am Himmel: die Krähe. Schnell hatte sie die Lage erkannt und stürzte such auf die Flüchtenden, immer wieder nach Willy pickend. Da sprang plötzlich das Eichhörnchen die Krähe an, biss und rupfte ihr Federn aus.Krächzend verschwand das Biest daraufhin.

Zurück bei den Tieren wurde Willy – aber auch das Eichhörnchen – wie ein Held gefeiert. Seiner Aufnahme in ihren Kreis stand damit nichts mehr im Weg. Doch als Willy nun endlich frei sprechen durfte, wünschte er nur den Heimweg zu erfahren; Herr Veronika würde ihn sicherlich bereits brauchen. Die Tiere waren enttäuscht, aber willigten schließlich ein. Da kam das gerettete Kätzchen auf ihn zu…

…und stupste ihn an. Verschlafen öffnete er die Augen. Was war geschehen? Freudig erkannte er, dass er wieder daheim war und konnte nicht einmal dem Kleinen vor sich mehr böse sein. Kurz darauf kam auch Herr Veronika an.

„Ach, Willy, da bist du ja! Böser Kater – ich hab‘ mir schon Sorgen gemacht! – Es ist doch Kuschelzeit für mich und meine Lieblingsschmusekatze!“

Willy miaute zur Antwort nur erleichtert und fing an zu schnurren. Vielleicht war alles doch nicht so schlimm…


Rezept für einen Kuchen.

Januar 11, 2009

Rezept für einen Kuchen
mich gar quälend zu töten.
Man nehme das Übliche:
Mehl, Zucker, Eier, Butter.
Dazu Speichel der Katze,
auf dass die Nase zuschwillt.
Weiterhin etwas Walnuss,
auf dass der Hals eng wird.
Etwas gewöhnlichen Staub,
beides zu unterstützen.
Die Gemüsepaprika
löst schließlich den Brechreiz aus.

Meine einz’ge Rettung nun:
Zum Glück mag ich Kuchen nicht.

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gewidmet meinen Gegnern. :)


Schwarzer Tanz

Oktober 2, 2008

Schwarze Fratzen, schwarze Tatzen

schwarze Katzen, stets am Kratzen.

Droben Sturm, doch unten Ruhe,

ein Wurm, wer ohne Schuhe

dort tanzt, noch zur Musik.