Zitate des Tages

September 16, 2010

Data: „Im übrigen haben wir herausgefunden, dass dieser Lutan seine Macht durch etwas errungen hat, das man einen Coup d’Etat nennt. Ein Wort aus der obskuren Sprache Französisch. Coup d’Etat ist…“
Picard unterbricht ihn etwas genervt
Picard: „Mr. Data, auf der Erde war die französische Sprache lange Zeit ein Zeichen für Zivilisation.“
Data: „Ach tatsächlich? Erlauben Sie Sir, ich äh…“
Riker unterbricht ihn mit breitem Schmunzeln im Gesicht
Riker: „Lassen Sie lieber dieses Thema Mr. Data“
Picard schaut grimmig drein, der Rest der Crew grinst.

La Forge: „Rasieren ist eine Lieblingsbeschäftigung der Männer, da geht es nicht nur um die Perfektion, sondern eben auch um die Beschäftigung!“
Data: „Schwierigkeiten habe ich mit dem Humor; ein Chinese sagt zu dem Anderen: ‚Ich bin Floh…'“
La Forge versucht zu flüchten
La Forge: „Nein, nicht schon wieder“
Data stellt sich ihm in den Weg
Data: „…darauf sagt der Andere zu ihm: ‚Du bist kein Floh, du bist ein Mensch mein Fleund.‘ Darauf sagt der Erste: ‚Doch ich bin sehl, sehl floh und dalübel solltest du dich fleuen, mein Fleund!“
La Forge schüttelt den Kopf
La Forge: „Das ist ein ganz blöder Witz. Und außerdem haben Sie ihn nicht gut erzählt.“
Data: „Wie erkennt man, ob etwas witzig ist?“
La Forge: „Das kann ich nicht erklären, Data, das weiß man.“
Data: „Vielleicht liegt es auch an Ihnen, Geordi. Einschließlich dieses letzten Witzes habe ich Ihnen 662 Witze erzählt!“
Geordi beginnt zu lachen
Data: „…und Sie haben nie…“
La Forge: „662 Witze – seh’n Sie, das ist witzig!“
Data ist verwirrt: „Das ist aber gar kein Witz…“
La Forge lacht noch immer
Data: „…das ist eine Information.“
La Forge: „Endlich sind Sie witzig“

  • Ferengi: Sie schämen sich nicht die Körper ihrer Frauen mit Kleidung zu verhüllen.
    Ferengi: Damit sollen die Männer gereizt werden, sie wieder zu enthüllen. Pervers!

– Star Trek: TNG


Das Übel der Rechtschreibung

September 25, 2008

Um hiermit mal etwas altbekanntes und schon oft behandeltes erneut anzusprechen: die Rechtschreibung.

Grundsätzlich eine der schädigensten Erfindungen der Menschheit, zwängt sie der Sprache doch ein unnatürliches Korsett auf, welches sie in eine ihrer freien Entfaltung beraubende Form presst. Doch die prinzipiell schädigende Einrichtung einer Regelung durch Menschen, die von Sprache keine Ahnung haben, soll hier nicht primär Thema sein.

Behandeln möchte ich hier nur kurz einige Unterschiede zwischen alter und neuer Rechtschreibung, soweit sie mir aufgefallen sind.

Rein prinzipiell scheint die neue Rechtschreibung der natürlichen Sprachausübung näher zu kommen und beseitigt einige alte Schäden, doch wirft dafür auch neue auf. So sind z.B. die freie Wahl von Groß- und Kleinschreibung bei einigen früher unnötigerweise groß geschriebenen Wörtern positiv hervorzuheben; wenngleich man, wie es in anderen Ländern schon lange Sitte ist, konsequent genug hätte sein müssen, um die Großschreibung Satzanfängen und Namen als Privileg zuzuschreiben.

Auch ist die Beseitigung zahlreicher unnötiger Kommataregeln sehr erfreulich, doch wurden auch unnötige neue eingeführt, so z.B. das setzen von Kommata nach wörtlicher Rede, selbst wenn in dieser ein emphatisches Satzzeichen enthalten ist. Weiterhin war man auch hier nicht konsequent genug, denn eigentlich sind Kommata nur erforderlich, wo eine Tonänderung im Sprechfluss entsteht.

Der Unterschied zwischen ss und ß ist wiederum erfreulich, da nun endlich zwei Grapheme für zwei Phoneme stehen, nicht wie ehedem noch ein Graphem für zwei Phoneme. Denn /s/ und /z/ sind deutlich verschieden, und dies sollte auch die Schrift relektieren. Dass man auch hier nicht weit genug ging, dürfte leicht ersichtlich sein, stehen doch weiterhin viele Grapheme für mehr als ein Phonem; doch steht die deutsche Schreibung hier wenigstens schon einmal wesentlich besser da als z.B. die französische oder die englische. Ich persönlich hätte ja nichts dagegen, wenn alles in IPA geschrieben wird. /natyɐliçɐ væʀǝ es/.

Wann Wörter auseinander und wann zusammen geschrieben werden, wurde zwar etwas verbessert, unnatürlich ist es aber trotzdem noch, vor allem, wenn Wörter getrennt werden, die eindeutig ein einzige phonologisches Wort darstellen und als dieses auch leichter zu identifizieren sind denn als Regelgebundendes grammatisches Wort.

An diesem letzten Satz sieht man einen weiteren Punkt, denn warum wird dieses doch so offensichtliche Adjektiv groß geschrieben? Ich sage hier nur: nieder mit der überflüssigen Großschreibung! Dies wird sogleich viele Unklarheiten und Unregelmäßigkeiten beseitigen.

Letztlich noch der Punkt, welcher mich als einziger absolut und klar an der Neuen Rechtschreibung stört. Auch wenn man diesen Punkt so oder so sehen kann, stellt er eine große linguistische Debatte dar, bei welcher sich die Rechtschreibung für eine Position entschieden hat. Ich fange mit einem Beispiel zur Verdeutlichung an:

1. Alt: „Die meisten hatten schlicht Angst.“

2. Neu: „Die Meisten hatten schlicht Angst.“

Hier sieht man folgendes:

  1. nimmt an, dass sich in diesem Satz ein Substantiv befindet, welches als Begleiter das Adjektiv meist[en] hat. Das Substantiv wurde jedoch getilgt oder befindet sich in einem anderen Satz: a) die meisten Menschen hatten schlicht Angst. b) Menschen gingen dorthin. Die meisten Menschen hatten schlicht Angst.

  2. nimmt an, dass sich hier kein Substantiv befindet, sich das [Meisten] auf kein anderes Substantiv bezieht, sondern selber eines ist.

Damit spricht es einen wichtigen Punkt in der Syntax an. Meine Intuition spricht dafür, dass 1. korrekt ist, denn beim Lesen oder Sprechen dieses Satzes muss man gedanklich ein lebendes Objekt hinzufügen, denn nur dieses kann Angst haben. „Die Meisten“ müssen ein Gesicht haben, sie müssen etwas sein. Doch so, als 2., haben sie dies nicht, sind vielmehr etwas abstraktes und fernes. Weiterhin befindet sich bei Sätzen dieser Art vor allem auch irgendwo im Kontext ein Substantiv, auf den sich dies bezieht, das aber in diesem Satz aufgrund von Ästhetik erstmal getilgt wird.

Hiermit schließe ich vorerst meine Ausführungen die Rechtschreibung betreffend mit dem emphatischen Aufruf, sie endlich zu zerstören oder zumindest so konsequent weiterzuführen, dass sie endlich doch die natürliche Sprache reflektiert und nicht mehr nur das Instrument einer elitären Klasse ist, die es als einziges beherrscht und damit andere Nicht-beherrschende denunzieren kann. Die Rechtschreibung presst etwas dynamisches ökonomisches in ein statisches Gerüst, dass es in seiner freien Entfaltung weiter behindert.Vermutlich kann man die geistige Freiheit einer Gesellschaft gar an den Regeln ihrer Rechtschreibung ablesen.


An die Anglizismen-Hasser

Juli 27, 2008

Dies geht an all die, welche der Meinung sind, dass Anglizismen die deutsche Sprache überfallen und für ein Aussterben dieser sorgen:

1. ist dies Quatsch, denn eine Sprache besteht nur zu einem Teil aus den Wörtern; der Rest, die Grammatik, übernimmt diese neuen Wörter nur und unterwirft sie seinen Gesetzen.

2. ist ein gutes Beispiel das Englische, welches Wörter aus allen möglichen Quellen in seinem Wortschatz besitzt und sie teilweise gar parallel verwendet.

3. Waren es vor den Anglizismen die Frankozismen, davor die Romanizismen, und so weiter.

4. gab es Anglizismen schon recht früh. Denn es ist ja nicht erst 60 Jahre her, dass die englische Sprache ihren Siegeszug führt. So habe ich hier nun ein Beispiel:

„[…] gegen die Schmutzkonkurrenz der Ausgepowerten.“

Quelle: Gustav Landauer: Kulis und Proletarier (1893)

Es würde mich interessieren, ob es noch andere Quellen gibt. Vornehmlich aus dem Bereich der Alltagssprache, da die Literatursprache ja schon immer einen etwas anderen Wortschatz hatte.

Und wenn ihr Anglizismen oder sonstige Fremdwörter nicht mögt – nutzt sie doch einfach nicht.