Zitat des Tages – Leben

Dezember 26, 2015

„Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“

„Auf tausend Arten steht meine Existenz mit anderen in Konflikt. Die Notwendigkeit, Leben zu vernichten und Leben zu schädigen, ist mir auferlegt. Wenn ich auf einsamen Pfade wandle, bringt mein Fuß Vernichtung und Weh über die kleinen Lebewesen, die ihn bevölkern. Um mein Dasein zu erhalten, muß ich mich des Daseins, das es schädigt, erwehren. […] Meine Nahrung gewinne ich durch Vernichtung von Pflanzen und Tieren. Mein Glück erbaut sich aus der Schädigung der Nebenmenschen.“

„Ethisch ist nur die Ehrfurcht meines Willens zum Leben vor jedem andern Willen zum Leben. Wo ich irgendwie Leben opfere oder schädige, bin ich nicht in der Ethik, sondern ich werde schuldig.“

„Wenn so viel Mißhandlung der Kreatur vorkommt, wenn der Schrei der auf dem Eisenbahntransport verdurstenden Tiere ungehört verhallt, wenn in unsern Schlachthäusern so viel Roheit waltet, wenn in unsern Küchen Tiere von ungeübten Händen qualvollen Tod empfangen, wenn Tiere durch unbarmherzige Menschen Unmögliches erdulden oder dem grausamen Spiele von Kindern ausgeliefert sind, tragen wir alle Schuld daran.

– A. Schweitzer (1923)


Aristoteles über die Arten der Freundschaft

Januar 1, 2009

Aristoteles (384 – 322 v.Chr.) war Philosoph, Schüler des Platon und Lehrer von Alexander dem Großen. Im Gegensatz zu seinem Lehrer Platon suchte er nicht das Ideal in der Philosophie, sondern beschrieb das konkret Beobachtete, schrieb nicht in Dialogen sondern in präzisen Abhandlungen. Damit wurde er im Mittelalter nach seiner Wiederentdeckung Ideengeber für den aufkommenden Empirismus. In seiner Nikomachischen Ethik, einer seiner Ethik-Abhandlungen, beschreibt er, wie der Mensch glücklich wird und ein glückseliges Leben führen kann. Dazu muss der Mensch tugendhaft sein und eine dieser Tugenden ist nun die Freundschaft.

Aristoteles’ Aussagen über die Freundschaft sollen in diesem Artikel gesammelt präsentiert werden. Leider wiederholte sich Aristoteles in seinen Schriften ständig, weshalb hier nur das Essentielle herauskristallisiert werden soll. Insofern wird sich auch die Reihenfolge ändern. Während Aristoteles zunächst die Arten der Freundschaft definierte und dann immer wieder einzelne Fragen aufwirft, deren Antworten sich auf die Arten beziehen, sollen hier die Arten mit ihren Attributen vorgestellt werden.


Warum laut Thomasius Selbstliebe notwendig ist.

Dezember 29, 2008

Christian Thomasius (1655 – 1728) war Jurist und Philosoph, einst tätig in Leipzig und Halle und bekannt für seine humanistischen Verbesserungen der Justiz, besonders die Abschaffung von Hexenprozessen und Folter. Thomasius war ein vernünftiger Mensch, der alles auf die Vernunft zurückführte und viel darüber schrieb. In seiner Einleitung zur Sittenlehre von 1692 findet sich auch ein Abschnitt über die ‘Vernünftige Liebe gegen uns selbst”, die ich hier zusammengefasst wiedergeben möchte, in der Hoffnung, es hier etwas verständlicher darzustellen, da Thomasius veraltete Sprache mitunter schwer zu verstehen ist. Da einiges von dem, was Thomasius sagte, für uns heutzutage wenig aufregend neu ist, kürze ich betreffende Stellen ein wenig.

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