Individuum und Gesellschaft. Gustav Landauers sozialistischer Anarchismus

Juli 23, 2008

Gustav Landauer war einer der außergewöhnlichsten und eigensinnigsten Personen der Menschheit, des Anarchismus, des Sozialismus, der Philosophie, Mystik und Literatur.

Er erklärte, wie man das absolute Individuum überwindet, in sich selber die Welt der Vorfahren entdeckt und so zur Gemeinschaft mit den Menschen findet. Diese Gemeinschaft stellte er als Utopist sich vor als Herrschaftslosigkeit, Freiheit, Individualismus – als Anarchismus. Doch Anarchismus in Gemeinschaft, und diese verwirklicht im Sozialismus. Doch nicht im gleichschaltenden Sozialismus des Marxismus, sondern im individualistischen Sozialismus – im sozialistischen Anarchismus.

Das war sein Lebensziel und er hätte auch zeigen können, dass es funktioniert, hätte man ihn nach der Münchner Räterepublik nicht ermordet.

Hier nun eine kleine Arbeit als Einführung in seine Ideen, samt Kritik.

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Die Spielzeuge

Mai 17, 2008

Und A war unzufrieden mit B.
Und A traf C.
Und A wurde das Spielzeug von C.
Und A und C verliebten sich.
Und A wurde unzufrieden mit C.
Und A traf D.
Und A wurde das Spielzeug von D.
Und C war verletzt.
Und C traf E.
Und C wurde das Spielzeug von E.
Und A wollte zurück zu C.
Und E verließ C.
Und C war verletzt.
Und A wurde das Spielzeug von C.
Und A und C verliebten sich.
Und A verließ B.
Und B war verletzt.
Und A und C stritten sich.
Und A verließ C.
Und A wurde das Spielzeug von D.
Und C war verletzt.
Und C erkannte, dass es nicht mehr spielen will.
Und A sprach, ich will auch nicht mehr spielen.
Doch A blieb das Spielzeug von D.

[c] kaltric 2008


Die Welt das Jammertal

Mai 17, 2008

Die Welt ist ein „Jammertal“, voller Leiden, alles Glück ist Illusion, alle Lust nur negativ, der rastlos strebende Wille wird durch nichts endgültig befriedigt. „Denn alles Streben entspringt aus Mangel, aus Unzufriedenheit mit seinem Zustande, ist also Leiden, solange es nicht befriedigt ist. Keine Befriedigung aber ist dauernd, vielmehr ist sie stets nur der Anfangspunkt eines neuen Strebens. Das Streben sehen wir überall vielfach gehemmt, überall kämpfend. Solange also immer als Leiden: kein letztes Ziel des Strebens, also kein Maß und Ziel des Leidens“. Die Basis alles Wollens ist Bedürftigkeit, Mangel, also Schmerz. Das Leben „schwingt also, gleich einem Pendel, hin und her zwischen dem Schmerz und der Langeweile“. Jede Lebensgeschichte ist eine Leidensgeschichte, eine fortgesetzte Reihe großer und kleiner Unfälle.

Mächtigster Ausdruck des Willens ist der nicht dauerhaft zu befriedigende Geschlechtstrieb.

– A. Schopenhauer