Gott und die Menschen

September 10, 2013


Dem Gotte einstmals langweilig war
weshalb er sich schnell machte auf
sich zu kaufen eine Erde ganz bar
und setzte allerlei Zeugs da drauf.

Alles lief gut, die Tiere gediehn
auch die Echsen er konnte leiden
bis sie ihm bald zu groß erschie’n
und von der Erde mussten scheiden.

Säugetiere waren schön flauschig
immer aktiv und stets gut drauf
kuschelig warm und manchmal bauschig
doch es war ein schlimmer Kauf.

der Mensch fickt
bis kein Platz mehr auf Erden
der Mensch frisst
bis alle Nahrung verbraucht

und langsam sie vor Hunger sterben
und werden verrückt vor Stress
und hinterlassen nichts ihren Erben
außer Dreck und Folgen des Exzess‘.

Der Gott aber schon lang‘ war gegangen
im Haufen der kleinen Gestalten
er kein Individuum konnte fangen
im Chaos nie einen Namen behalten.

Doch Gott nach vielen Dekaden
wieder erblickt die Erde am Morgen
entsetzt ist über den Schaden
und beschließt den Müll zu entsorgen.


Gesetz des Lebens

November 2, 2011

Wir helfen dir beim Leben,
heben dich hoch, halten dich
an den Fäden zum spielen
des Lebens, das wir wollen
für dich zu sein unter uns
auch wenn du das gar nicht willst,
denn leben musst du, oh ja,
egal wie qualvoll, sinnlos,
wie leer und auch unnütz
dein Dasein schon lange ist
und du ohne Zweck für uns bist
und ohne auch für dich selbst
denn Leben heißt das Gesetz
zu dem wir dich stets zwingen,
willst du es oder auch nicht,
in der Hölle auf Erden
musst du es noch aushalten;
das ist unsre Menschlichkeit,
zu halten dich weiter hier
und sei’s als leere Hülle


Zitat des Tages

September 3, 2010

„Computer, bitte speichern..“
„Ja, ich bin bereit, Liebster…“
„Ich möchte nicht so angesprochen werden! – Speichern!“
„Ich speichere doch… Liebster“

– Star Trek


Die Lehren des Epikur. Eine Zusammenfassung.

Februar 27, 2009

Epikur (ca. 341 – 271/270 v. Chr.) war griechischer Philosoph und Begründer einer eigenen philosophischen Strömung, sah sich jedoch ursprünglich vor allem dem Atomismus Demokrits verpflichtet. Seine Schule war ein Gegenstück zur Stoa und hielt sich bis etwa ins 3. Jahrhundert. Leider sind kaum Schriftstücke von ihm selber überliefert.1

Dieser Artikel möchte das, was bekannt ist, zusammenfassen auf eine hoffentlich verständliche Art.


Zitate des Tages

November 11, 2008

„Er stellte sich die Menschen so vor, wie sie tatsächlich sind, nämlich als Würmchen, die sich auf einem winzigen Häufchen Schmutz gegenseitig verschlingen. Diese lebendige Vorstellung ließ ihn sein Mißgeschick vergessen, weil sie ihn die Nichtigkeit der eigenen Existenz [..] erkennen ließ.“

„zwei Unglückliche [..] sind wie zwei schwache Stämmchen, die sich gegenseitig stützen, um dem Sturm standhalten zu können.“

– Voltaire: Zadig oder Das Schicksal (1748)


Zitate des Tages: Gustav Landauer

September 28, 2008

hier eine kleine Sammlung von Zitaten von Gustav Landauer:

Sex
„wir Menschen sollten doch endlich dahinter gekommen sein, daß dieser vielgerühmte[..]Genuß nur ein schlauer Trick[..]der guten Natur ist, um für Nachkommenschaft zu sorgen.“
– G. Landauer: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums II. In: Sozialist.

„Und es ist ein Punkt[..]wo beide sich treffen: der Arme und der armselige Reiche. In der Geschlechtsnot kommen sie zusammen. Die allerärmsten sind die jungen Weiber, die nichts zu verkaufen haben als ihren Leib. Die allerarmseligsten sind die jungen Männer, die durch Straßen irren und nicht wissen, woher ihnen das Geschlecht kommt und wohin sie damit sollen.“
Gustav Landauer: Beschreibung unserer Zeit. In: Sozialist (1909)

Individualismus und Gemeinschaft:
„Individualisten“, die den momentanen,[..]oberflächlichen Genuß über alles stellen, versagen sich den Genuß, der mehr wert ist als alle[..]zusammen[..]: am Ende des Lebens zu wissen, daß man nicht umsonst gelebt hat, und daß etwas von uns weiter wirkt und weiter lebt.
– G. Landauer: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums II. In: Sozialist.

„Wir sind die Augenblicke der ewig lebenden Ahnengemeinde.“ (S.15) „Die individuellen Leiber, die von Anbeginn an auf der Erde gelebt haben, sind nicht bloß eine Summe von abgesonderten Individuen, sie alle zusammen bilden eine große, durchaus wirkliche Körpergemeinschaft, einen Organismus.“ Und „so stirbt auch der Mensch und stirbt doch wieder nicht; in seinen Kindern, in seinen Werken lebt er selbst verwandelt […] weiter.“ (S.16)
– Gustav Landauer: Skepsis & Mystik (1903 / 1905)

„denn ich will, dass Menschen mich hören, dass Menschen zu mir stehen, dass Menschen mit mir gehen, die es nicht mehr aushalten können gleich mir.“
– G. Landauer: Aufruf zum Sozialismus (1908)

Freiheit des Bodens:
„Frei sei der Mensch auf freier Erde!“
(G. Landauer, 1893)

„Die Erde, und damit die Möglichkeit des Wohnens, der Werkstatt, der Tätigkeit; die Erde und damit die Rohstoffe; die Erde und […] Arbeitsmittel sind im Besitze von Wenigen. Diese wenigen drängt es nach […] persönlicher Macht“
– G. Landauer: Aufruf zum Sozialismus (1908)

Bildung:
„Die Erziehung wird überall vernachlässigt, weil es überall im Interesse der privilegierten Klassen liegt, sie, soweit es sich um das Volk handelt, auf einem möglichst niedrigen Niveau zu erhalten.“
Gustav Landauer: Die Fortführung von Ferrers Werk. In: Sozialist (1909)