Zitat des Tages: River

Juli 30, 2014

Standing by the river, I wonder
Do I need a stone?
No
My heart is heavy enough
It will drag me down for sure

Standing by the river, I smile
Will I miss it all?
No
I’ll be glad to leave it behind
And never come back

Standing by the river, I close my eyes
One jump and I’m there
No
Someone jumped after me
He will never be my friend

Standing by the river, I’m thinking
Will I jump again?
No
Behind the closed doors
I have fallen in love with the razor

— Susan Ashworth – The Cat Lady


Endlos Schwarz und Weiß

November 17, 2013

Jeder neue Tag, jeder neue Frage: Wann mag es zu Ende sein?
Das Aufstehen. das nicht-aufstehen-wollen. Das Niedersinken und weiterschlafen. Tabletten nehmen. Zum schlafen?
Den Tag ziehen lassen.
Die Mittagssonne neigt sich dem Ende.
Vielleicht doch mal aufstehen.
Schwindel, Übelkeit, der Wunsch nach dem Strick.
Wartet ein Termin? Folgt man ihm?
Mit dem Schal ins Bett, weg mit dem Gefühl.
Aufstehen an den PC, Nachrichten warten.
Den Kopf an die Wand, das Gesicht ins Kissen. Weinend.
Die Arbeit vollenden, stolz auf vollbrachtes.
Eine Tablette nur noch, weiter vergessen.
Raus aus dem Haus, Freude über den Weg. Nimm nicht jeden so wichtig.
Warum meldet sich niemand? Ist man wirklich so egal?
Durch die Menschenmenge, der Ärger gibt Kraft. Weg mit euch.
Verzweifelt den Kopf an die Scheibe, so allein.
Da, jemand neues. Was mag es wohl sein?
Was willst du? Warum gehst du nicht? Wunsch allein zu sein.
Froh über Gesellschaft. Wie lange wohl noch?
Nein, niemals allein. Alles, nur das nicht. Verzweiflung.
Ablenkung ist immer gut.
Langeweile, nach Hause ins Bett? Verkriechen für immer?
Spaß zu beobachten. Schön ist es hier.
Der Weg hinab ist lang. Ein Sprung vielleicht?
Die Wand anmalen. Austoben. Aufräumen. Sport und Aktivität. Musizieren und tanzen.
Betäubung des Gefühls. Doch gelingt es nicht.
Schlag mit dem Stab. Weinend in der Ecke.
Liebe. Hoffnung. Zärtlichkeit. Geborgenheit.
Schmerz. Verzweiflung. Angst. Einsamkeit.
Schreiben. Verlieren. Träumen. Erfinden.
Keine Lust. Keine Idee. Keine Kraft. Zuviele Gedanken.
Jeder neue Tag, jeder neue Frage: Wann mag es zu Ende sein?
Spät bis in die Nacht. Nicht schlafen zu müssen. Drogen so nah.
Oder doch die Tabletten, schlafen für immer?
Was soll man tun. Was ist richtig. Was wünscht man sich?
Fort mit dem Bösen. Leicht oder schwer? Angst vor dem Leichten. Keine Kraft für das schwere.
Leere.
Endlose Wiederholung.
Endlos Schwarz & Weiß.
Wo ist die Mitte?


Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit

Juli 28, 2009

„Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit“, sprach er.
Der Wasser des Flusses floss weiter, als hätte es ihn nicht gehört.
„Würden sie gerne wissen, wann sie zu sterben haben?“ fragte der Reporter.
95% antworteten mit Nein.
Warum nur wollten sie es nicht wissen, fragte er sich.
Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit, sprach er zu sich selber in Gedanken und schmiss Steine in den Fluss.
Wäre das Leben nicht viel schöner, wenn man weiß, wann man zu sterben hat? Man müsste nicht mehr von einem Tag zum nächsten leben, immer darauf bedacht auf sich und seine Gesundheit zu achten. Man könne machen was man will, das Leben endlich genießen, denn man wusste ja, wann man zu gehen hat.
Sicher, spätestens in den letzten Tagen würde die Angst entstehen, Angst vor dem Ende, Angst vor dem, was noch kommen würde, Angst vor Schmerzen. Aber dazu gibt es doch Pillen, diese Angst zu nehmen.
Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit. Dann müsste ich nicht mehr hoffen, durch ein Unglück zu sterben, müsste nicht mehr auf das Ende warten, denn es würde bald kommen. Die Versuche sich selbst zu schaden, sich selbst das Leben zu nehmen wären endlich überflüssig. Man könnte leben und das Leben genießen, denn endlich hat man eine Zeitvorgabe.
Und ohne Zeitvorgabe, so wusste er, trieb er nur dahin und vollbrachte gar nichts.
Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit. Vielleicht sollte ich mir ein Gift zu führen? Vielleicht das Fleisch essen, das gestern als krankhaft bezeichnet wurde? Vielleicht einfach machen was ich will, ohne auf die Sauberkeit zu achten?
Er wollte endlich diese Zeitvorgabe. Endlich Gewissheit. Endlich die Angst vor dem Leben los werden.
„Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit“, sprach er, und ergriff die Hand des Mannes.
„Dann kommen sie mit, wir helfen ihnen!“ erwiderte dieser, und sie gingen in sein Büro.
Doch diese Art Wunsch wie er sie hatte, durften auch diese heir ihm nicht erfüllen. Diese Firma durfte ihm nur mitteilen, wie lange er noch auf natürliche Art zu leben hätte.
„42 Jahre! Sie sind kerngesund!“ war die erschreckende Auskunft.
Enttäuscht trottete er zurück zum Fluss.
Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit, doch wie komme ich daran?
Das nächste Neonschild lockte ihn von selber an. Eine andere Firma, eine andere Auskunft. Diese setzten so genannte Wahrsager ein, die in die Zukunft blickten. Nicht nur natürliche, auch unnatürliche Tode konnten sie so erblicken.
„Ihnen wird nie ein Unglück geschehen!“ erklärten sie ihm.
Was für ein Schwindel. Litt er denn nicht schon genug?
Ich hätte gerne eine tödliche Krankheit, aber das Schicksal meint es nicht gut mit mir.
So lange leben? Wozu?
Nun, vielleicht kann man doch etwas mit der Zeit anfangen. Ich könnte sofort beginnen.
Mit neuem Mut und neuen Ideen eilte er von dannen, wenigstens diese 42 Jahre könnte er ja nutzen.
Doch er sah das Auto nicht, dass dort die selbe Straße nutzte, welche er überqueren wollte.
Er hatte keine Familie, und keiner kannte ihn. So endete er im ewigen Trauma bei den Lebensforschern.
42 Jahre hatte er nun, im Halbleben nachzudenken.


Der Alte und der Vogel

März 10, 2009

Der alte Mann stets einsam war,
doch eines Tages nun, was sieht er da?
Droben auf dem Dache ein kleiner Vogel hockt,
der Mann ihm Futter reicht, bald es auch den Vogel lockt.

Der Mann ihn nun wohl ruhig streicheln wollt,
so denkt er, doch des Vogels Auge rollt
und gar wenig erfreut er zur Seite weicht.
Der Mann, traurig, die Einsamkeit ihm reicht
und erneut er will es wagen, den Versuch,
die Last der Jahre ihm folgt als Fluch.
Doch der Vogel; flink er hüpft von dannen,
bald findet Ruhe, drüben bei den Tannen.

So scheint es ihm, doch des Mannes Gier
zu streicheln das lebende, warme Getier,
treibt ihn an, zu nehmen den Ast.
Hoffend zu fangen den Vogel er ohne Rast
eilt zum Baum, doch es geschieht ein Versehen
und der Mond allein beleuchtet das blutige Geschehen.
Der Vogel, dort liegt er und zittert noch,
der Mann wieder kriecht einsam zurück ins Loch


Zitat des Tages

Dezember 12, 2008

„Langeweile.

Nichts ist dem Menschen so unerträglich, als wenn er sich in vollkommener Ruhe befindet, ohne Leidenschaften, ohne Beschäftigungen, ohne Zerstreuungen, ohne Betriebsamkeit.

Dann fühlt er seine Nichtigkeit, seine Verlassenheit, seine Unzulänglichkeit, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere.

Sogleich werden vom Grunde seiner Seele die Langeweile, der Trübsinn, die Traurigkeit, der Kummer, der Verdruss und die Verzweiflung aufsteigen.“

– Blaise Pascal, ca. 1652