Gott und die Menschen

September 10, 2013


Dem Gotte einstmals langweilig war
weshalb er sich schnell machte auf
sich zu kaufen eine Erde ganz bar
und setzte allerlei Zeugs da drauf.

Alles lief gut, die Tiere gediehn
auch die Echsen er konnte leiden
bis sie ihm bald zu groß erschie’n
und von der Erde mussten scheiden.

Säugetiere waren schön flauschig
immer aktiv und stets gut drauf
kuschelig warm und manchmal bauschig
doch es war ein schlimmer Kauf.

der Mensch fickt
bis kein Platz mehr auf Erden
der Mensch frisst
bis alle Nahrung verbraucht

und langsam sie vor Hunger sterben
und werden verrückt vor Stress
und hinterlassen nichts ihren Erben
außer Dreck und Folgen des Exzess‘.

Der Gott aber schon lang‘ war gegangen
im Haufen der kleinen Gestalten
er kein Individuum konnte fangen
im Chaos nie einen Namen behalten.

Doch Gott nach vielen Dekaden
wieder erblickt die Erde am Morgen
entsetzt ist über den Schaden
und beschließt den Müll zu entsorgen.


Zitat des Tages

Oktober 29, 2008

„Was anderen als Unordnung erscheint, ist für mich historisch gewordene Ordnung“

(In Bezug auf die Ordnung seines Schreibtisches)

– S. Freud: Psychopathologie des Alltags (1900)


Vergessen ist notwendig

Mai 17, 2008

„Wer sich nicht auf der Schwelle des Augenblicks, alle Vergangenheiten vergessend, niederlassen kann[..]wird nie wissen, was Glück ist und noch schlimmer: er wird nie etwas thun, was Andere glücklich macht.
[..]
es ist möglich, fast ohne Erinnerung[..]glücklich zu leben, wie das Thier[..]aber ganz und gar unmöglich, ohne Vergessen überhaupt zu leben.
[..]
Es giebt Menschen die diese Kraft so wenig besitzen, dass sie an einem einzigen Erlebniss, an einem einzigen Schmerz[…]wie an einem ganz kleinen blutigen Risse unheilbar verbluten.
[..]
jedes Lebendige kann nur innerhalb eines Horizontes gesund, stark und fruchtbar werden; ist es unvermögend einen Horizont um sich zu ziehen und zu selbstisch wiederum, innerhalb eines fremden den eigenen Blick einzuschließen, so siecht es matt[..]dahin.“
[..]
[jeder]muss das Chaos in sich organisiren,[..]auf seine ächten Bedürfnisse[zurückbesinnen].“

– F. Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen