Zitat des Tages: Entwicklung von Arbeit und Armut

Dezember 30, 2013

Jäger und Sammler:

„[…] !Kung are entirely dependent upon hunting and gathering […] resources that lie within a convenient walking distance of a waterhole. […] strong emphasis on sharing […] lack of surplus […] collect food every third or fourth day […] old people are fed and cared for by their children and grandchildren. […] Young people are not expected to [work] until they are married [around 20 years]. […] [They] devote from twelve to nineteen hours a week to getting food. […] [They] spend the rest of their time resting […,] visiting other camps [… and] entertaining other visitors.“

– R.B. Lee (1968)

 

Entwicklung der Armut:

„[…] eine tägliche Durchschnittsarbeitzeit von drei bis fünf Stunden […]. Die Jäger und Sammler müssen auch nicht mehr arbeiten als primitive Ackerbauer. […] wahrscheinlich mußten die Menschen mit der Heraufkunft der Landbestellung sogar mehr arbeiten als zuvor. […] Die Arbeitszeit […] nimmt mit der Entfaltung der Kultur zu, die freie Zeit nimmt ab. […] Unsere Zeit ist die Ära nie gekannten Hungers. […] Mit der kulturellen Evolution nimmt der Hunger relativ und absolut zu. […] Bereicherung, die zugleich Verarmung bedeutet, und Aneignung der Natur, die Enteignung der Menschen ist. […] Die primitivsten Menschen der Welt haben nur wenige Besitztümer, aber sie sind nicht arm. […] Armut ist vor allem ein Verhältnis zwischen Menschen. Armut ist ein sozialer Status und als solcher eine Erfindung der Zivilisation. […] erst, seit sich die Kultur dem höchsten Gipfel materieller Leistungsfähigkeit nähert, hat sie dem Unerreichbaren, den unbegrenzten Bedürfnissen einen Schrein gestiftet.“

– M. Sahlins (1978)


Zitate des Tages: Die Anfänge des Sozialismus

September 25, 2008

Diesmal etwas längere Zitate, die gleichzeitig etwas älter sind, nämlich fast 500 Jahre, doch immer noch höchst aktuell.

Der Staat Utopien, „wo es kein Privateigentum gibt, [dort] kümmert man sich ernstlich nur um das Interesse der Allgemeinheit.“

In „Utopien, wo alles allen gehört, ist jeder ohne Zweifel fest davon überzeugt, daß niemand etwas für seinen Privatbedarf vermissen wird, sofern nur dafür gesorgt wird, daß die staatlichen Speicher gefüllt sind. Denn hier werden die Güter reichlich verteilt, und es gibt keine Arme und keine Bettler, und obgleich niemand etwas besitzt, sind doch alle reich.“

„Oder ist das etwa Gerechtigkeit, wenn jeder beliebige Edelmann oder Goldschmied oder Wucherer […], die entweder überhaupt nichts tun, oder deren Tätigkeit […] nicht dringend notwendig ist, ein prächtiges […] Leben führen darf auf Grund eines Verdienstes, den ihn sein Nichtstun oder seine überflüssige Tätigkeit einbringt, während zu gleicher Zeit der Tagelöhner, der Fuhrmann, der Schmied und der Bauer mit seiner harten und ununterbrochenen Arbeit, wie sie kaum ein Zugtier aushalten würde, die aber so unentbehrlich ist, daß ohne sie kein Gemeinwesen auch nicht ein Jahr bloß auskommen könnte, […] ein so elendes Leben führt, daß einem die Lage des Zugochsen weit besser vorkommen könnte, weil sie nicht so dauernd arbeiten müssen, weil ihre Nahrung nicht viel schlechter ist und ihnen sogar besser schmeckt und weil sie bei alledem wegen der Zukunft keine Angst zu haben brauchen.“

Ist das nicht eine ungerechte […] Gesellschaft, die [den] Leuten dieser Art, die weiter nichts als […] Schmarotzer sind […], in so verschwenderischer Weise ihre Gunst bezeugt, die dagegen für die Bauern, Köhler, Tagelöhner, Fuhrleute und Schmiede, ohne die überhaupt kein Staat bestehen könnte, in keinerlei Weise sorgt?“

„Was soll man gar noch dazu sagen, daß die Reichen Tag für Tag von allem täglichen Verdienst der Armen nicht nur durch privaten Betrug, sondern sogar auf Grund staatlicher Gesetze etwas abzwacken?“

„Wer weiß nämlich nicht, daß Betrug, Diebstahl, […] mit der Beseitigung des Geldes absterben müssen und daß außerdem Furcht, Unruhe, Sorge, Anstrengungen […] wie das Geld verschwinden werden?“

– Thomas Morus: Utopia (1516)