Das Leben des Mannes

Dezember 17, 2008

Ein Mann einst an der Klippe stand

eine volle Flasche in der Hand

Zug um Zug er von ihr tut

um wiederzufinden seinen Mut

ihm selber zu geben einen Tritt

zu wagen den letzten endlichen Schritt.


Da trat in sein Leben eine Frau

ihre gemeinsame Liebe für ihn keine Schau

Das Leben, nicht mehr zu schal

Das Leben, nun nicht mehr Qual

erschien ihm schön, erschien ihm froh

und nicht mehr wie einst nur roh.


Doch natürlich, wie sollte es anders sein

Das Glück es war nur trüber Schein

Sie verriet ihn, sie lügte ihn an

Nur noch ein Gedanke nun plagte diesen Mann

Wie er entfliehen könne dieser ewigen Schand‘

Und so er nun wieder steht am Rand.

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Einführung in die Kunst des Erinnerns und Vergessens bei Weinrich

Dezember 11, 2008

Dieser Artikel möchte kurz und knapp in die Kunst des Vergessens einführen. Hierfür wird zurückgegriffen auf das Werk ‘Lethe – Kunst und Kritik des Vergessens’ von Harald Weinrich (*1927), spezieller: nur auf die ersten beiden Kapitel, welche in die grundlegende und klassische Ansicht (von Simonides bis Dante) der Mnemotechnik und deren Gegenspieler, die Vergessenskunst, einführt.

Diesen Artikel gibt es auch als PDF zum downloaden und ausdrucken. (Neue Versionen der PDF werden aber nur im Artikel selbst aktualisiert werden)


Der unerwartete Fund

Dezember 8, 2008

Tambaheim war einst eine Stadt Lurrukens. Fern an dessen östlichen Ende am Meer gelegen galt sie als die südlichste und eigenartigste ihrer Städte, der Natur und ihrem Glauben noch sehr nah. Als Grenzstadt fern des Herzens des Reiches war sie ein ruhiger Ort, von dem man außer seltsamen Naturgeschichten nur wenig hörte. Doch dann kam das Jahr 2000. Überall strömte das Meer ins Landesinnere; zahlreiche Landstriche und Orte verschwanden in den Fluten. So auch Tambaheim und mit der Stadt all seine Bewohner.
Über tausend Jahre später segelte ein Handelsschiff genau an der Stelle vorbei, wo sich Tambaheim nun tief unter den Fluten befand. Das Schiff kam aus Silour in Silûne und wollte heim nach Piran in Dhranor. Als es Abend wurde, bekamen viele der Seemänner frei aufgrund des guten Wetters und weil man gute Geschäfte gemacht hatte. Letzteres beschloss man ebenso zu feiern und verteilte reichlich Wein und Schnaps. Der Jüngste an diesem beteiligte, ein Schiffsjunge, ertrug leider nur zu wenig davon und eilte bald zur Reling, seinen Mageninhalt entleerend. Sobald er fertig war, hörte er etwas.
Er blickte in die See herab doch sah dort nichts. Es hörte sich an wie lebendige Rufe.
Er blickte sich auf Deck um, doch sah er wieder nichts. Es klang wie verzweifeltes Rufen.
Er blickte an der Bordwand entlang, da sah er es: ein Seemuff hatte sich in den lose herabhängenden Tauen verfangen und quiekte nun herzerweichend um Hilfe.
Der Junge zögerte nicht lange, eilte in die Kombüse, ein Messer zu holen und schließlich wieder zurück an die Reling. Vorsichtig zerschnitt er die Taue und holte das arme Tier an Bord. In dem Moment riss das letzte Tau, welches nun als einziges das Beiboot gehalten hatte, welches polternd ins Wasser krachte.
„Wirf mich auch hinein!“ glaubte der Junge zu hören.
Verwundert blickte er den Seemuff an, der merklich mit der Luft rang. Der Junge besann sich, dass dieses Tier Wasser bräuchte und warf es schnell doch gleichsam so vorsichtig es ging zurück in die Fluten. Dort tauchte es noch einmal kurz auf und sah ihn an.
„Du hast mich gerettet, dafür wirst du belohnt!“ sprach der Seemuff zu dem Jungen und verwandelte sich in einen Menschen.
„Was hast du getan!“ riss ihn die Stimme des Maats aus seinen Gedanken. „Lasst das andere Boot herab!“ befahl er und wandte sich drohend an den Jungen, „dich betrafe ich später!“
Die Männer die noch nüchtern genug waren versuchten das herabgestürzte Boot zu retten und bemerkten dabei erst den menschlichen Körper.  Sie versuchten ihn aus dem Wasser zu holen und sahen, dass sie viele Jahre zu spät kamen. Die Leiche war mit einem Tau an etwas unter Wasser befestigt, weshalb sie nicht davon getrieben wurde. Als man diesem nachging, fand man eine Kiste auf einer der Häuserruinen Tambaheims und darinnen viel Gold. Der Junge wurde nicht bestraft sondern für sein Missgeschick belohnt. Doch alle wunderten sich, warum die Ruinen viel zu nahe an der Wasseroberfläche lagen. Dies wurde noch zu vielen Erzählungen in Piran.

ENDE

Kommentar

Diese Geschichte ist nicht ganz so alt, doch alt genug, dass sich ihr Ursprung verloren hat. In Dhranor und Silûne erzählt man sie sich aber gerne in den Hafentavernen und eine zeitlang gab es fieberhafte Versuche, die Ruinen Tambaheims zu finden, doch niemanden sollte dies noch einmal gelingen.

Solero y Cyprilla, Toljidarin
Karison, Ojútolnán, 03.09.3994


Die Droge

Dezember 1, 2008

Menschen
irrwitzig handelnd
unterhalb des Fensters
Spaß oder sinnlose Sucht?
Alkohol


Silent Death – Stiller Tod

September 28, 2008

„Ich liebe dich“, flüsterte sie ihm zum Abschied.

Damit trennten sie sich für dieses Wochenende.

Er fuhr heim, sie ging Erledigungen machen.

Ja, er liebte sie. Doch hatte er auch Angst. Was würde sie tun? Besuch sollte kommen, übers Wochenende. Liebte sie ihn wirklich genug?

Ja, er war krank, körperlich wie geistig. Doch er wusste darum. Er wollte etwas dagegen tun. Könnte sie ihm helfen? Er brauchte nur Verständnis. Wollte ihr nicht weh tun, noch sich selber.

Grübelnd fuhr er heim.

Doch was war dies? Heimlich fragte sie seine besten Freunde. Was war mit ihm los? Warum war er so? Wie war er so geworden? Wie konnte sie ihn loswerden? Ohne ihm weh zu tun? Oder ihn gar zu verlieren?

Man sagte ihr: Trenn dich schnell und klar von ihm.

Dachte auch jemand an ihn? Den unglaublichen Schmerz den ihn Ergebnis und Vorschlag an sich einbrächten? Dieser elendige Verrat?

Halbtot dies Wochenende war.

Sie meldete sich nicht einmal.

Er hörte, es ginge ihr nicht gut, würde deshalb nicht weggehen, lieber zuhause bleiben. so sagte sie anderen.

Er fragte nach bei ihr. Es gehe ihr gut, ihr Besuch war noch da, eben diesen um einen tag verlängert.

Doch was machten sie? Was täten sie ihm an? Doch bereit zu warten war er.

Letzter Tag. Ihr Besuch nun wieder weg. Langweilig wär ihr, drum meldete sie sich endlich wieder bei ihm. Oberflächliches Geplapper. Doch ging es ihm nun gut. Auch so ohne ihr. Entliebte er sich? Oder kam er nur klar damit?

Doch dann. Sie vermisste ihren Besuch also. Sie waren miteinander im Bett gewesen. Und noch mehr…

Die Wand war seinem Kopf hart, der Alkohol benebelte.

Eine Freundin kam, auf ihn aufzupassen.

Tags darauf die Nachricht, sie machte mit ihm Schluss. Sie hätte sich für ihren Freund entschieden, so sagte sie. Der wusste ja von beiden Affären noch nichts.

Doch er antwortete nicht.

Schweigend ging er ins Badezimmer. Das Seil hing schon bereit.

Er stieg hoch und legte es sich um den Hals.

Einen Schritt vor…

…und das Seil riss.


Die Samstag Nacht

Juli 27, 2008

Paranoia
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