Aphorismus 85: Ignoranzia

Dezember 16, 2013

Oberflächlichkeit. Jeder Mensch urteilt also das erste Mal nach oberflächlichen Gesichtspunkten?
Wieviele machen sich dann wohl auch die Mühe, diese Betrachtung zu überwinden?
Ja, es mag im Alltag und der Schnelle hilfreich sein – doch wer übt und empahisch genug ist wird doch schnell merken, dass ein Mensch anders ist.
Doch die moderne Welt mit ihrem Überfluss an ersetzbaren Menschen züchtet genau diese Art heran. Wie lange wird es wohl dauern bis zu inneren Unruhen? Oder kommt die absolute Abstumpfung als erstes?
Ich kann nicht dagegen angehn, diese Ignoranz, Intoleranz und Oberflächlichkeit zu verurteilen. Blickt hinter den Schein, geht weiter. Fort von den Klischées und Stereotypen. Und hört auch auf, eines zu sein!
Denn vor allem – haltet dabei nicht bei anderen ein, sondern geht auch zu euch selber.


Aphorismus 88: Wehret euch den gesellschaftlichen Zwängen!

Dezember 13, 2013

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Einst sprach Hobbes davon, dass die Menschen im sogenannten Naturzustand stets danach bestrebt sind, sich eine Macht nach der anderen zu verschaffen. Und warum tun sie dies? Weil sie Angst haben, ihre vorhandene Macht zu verlieren. Macht sah er hierbei als alles an, was einem einen Vorteil verschafft, und kann dem entsprechend weit ausgelegt werden. Hobbes selber führte vor allem den Wunsch nach Reichtum, Ehre, Herrschaft und anderer Macht an, welcher die Menschen in einen Krieg aller gegen alle stürzt. Doch eines fehlt hierbei: nicht im Naturzustand ist dies so, sondern vor allem in der menschlichen Gesellschaft. Insofern kann man eher Rousseau die Ehre der richtigen Erkenntnis zusprechen, auch wenn dieser ebenfalls einen Naturzustand annahm, den es aber nie gegeben hat, denn der Mensch ist von Natur aus ein Herdentier. Auch sah er jegliche menschliche Gesellschaft als grundsätzlich den Menschen verderbend an, was widerum etwas zu weit geht. Nun stimmen aber gewisse Grundaussagen, wenn man von den Details mal absieht. Nicht alle, doch die meisten Menschen, werden durch die Gesellschaft gewissermaßen verdorben. Vieles am Menschen ist Erziehung und so wird er zwangsweise von seiner Gesellschaft geprägt. Und diese vermittelt ihm derzeit oft fragwürdige Werte und zweifelhafte Ansichten. Ansichten wie falsche und heuchlerische Moralvorstellungen und Werte wie das streben nach – und Hobbes hatte das immerhin erkannt – Reichtum, Macht, Ansehen, Ruhm, Besitz, vor allem Besitz an Menschen. – Dies sind die Werte des Kapitalismus und wie die Geschichte zeigt leider auch Werte der Natur des Menschen. In der Gesellschaft sieht man sich häufig den Zwang ausgesetzt, eine Karriere zu vollenden, reich zu werden, “etwas zu erreichen”. Und mit christlicher Hinzuspielung auch dem Streben nach Glück, Familie, usw. Doch ist dies überhaupt ertrebenswert? Macht es den Menschen glücklich, das zu vollbringen, was andere von ihm wollen? Einigen scheint es so zu gehen. Die meisten aber werden depressiv oder verzweifeln, da sie nicht das erreichen können, was man von ihnen erwartet. Andere wiederum erkennen erst spät im Leben, was sie eigentlich vom Leben erwarten und kosten dies in einer “Midlife-Crisis” aus, diesem von der Moderne so schön gekünstelten Wort. Der wahre Sinn und das Glück des Lebens sollte darin liegen, zu erkennen, was man selber will – nicht, was andere wollen. Wenn dies das Schwimmen im Strom beinhaltet, dann soll es so sein. Doch dies scheint mir eher die Hoffnung, den Strom überwältigen und leiten zu können. Dies sind die nach Macht strebenden. Wie viele von uns kennen doch die Worte “Und was willst du damit später machen?” bzw. “Und was willst du damit werden?” Doch ist dies wichtig? Man ist, was man ist und man macht, was man machen will. Mehr ist nicht wichtig. Und wenn man nicht das machen will, was die Gesellschaft von einem erwartet, ist dies gut. Natürlich muss man dann die Konsequenzen tragen, aber das ist ein anderes Thema. Grundsätzlich sollte man erst einmal selber erkennen, was man will. Und dazu gehört auch die Moral, denn Moral ist nur eine gesellschaftlich oder religiös gebildete Pflicht. Eine Vorschrift, basierend auf dem, was einige meinem vorschreiben zu müssen. Doch msus man dies? Verbote und Pflichten reizen zur Verletzung. Und wenn sie komplett dem eigenen Wesen entgegenlaufen, fordern sie erneut Zwänge und Unwohlsein des Individuums, was bis zum äußersten gehen kann: Selbstgeißelung, Selbsthass, Selbstmord. Und ist dies nicht zu verhindern? Wer frei sein will, sollte sich zuerst von der herrschenden Moral befreien, trotzend jeglicher Konsequenz.


Aphorismus 89: Immer schön objektiv bleiben!

Dezember 6, 2013

Immer schön objektiv bleiben, so sagt man. Doch wie kann man etwas anderes sein, als subjektiv?
Ihr Heuchler, die ihr behauptet, völlig objektiv etwas beurteilen zu wollen!
Kann man je rein objektiv sein? Doch nur maximal in Dingen, die man kaum versteht. Und von diesen sollte man nun dann auch nicht reden.
Da bin ich lieber subjektiv, klar subjektiv, und erzähle das, was ich weiß und meine zu wissen, auf dass auch jeder merkt, dass dies nur subjektiv ist.
Um zur Objektivität zu kommen, könnte man nun eine Menge subjektiver Meinungen nehmen und davon abstrahieren.
Doch wo ist dieser Aufwand schon tätigbar? Man müsste bei Gerichten jede Menge Richter einsetzen, in der Wissenschaft jede Menge Forscher.
Drum bleibt beim subjektiven, doch achtet darauf, dass die Ausübenden dieser Subjektivität diese auch anständig zu nutzen wissen.
Doch diese Meinung ist meine eigene, meine subjektive; wer weiß, vielleicht liege ich auch nur falsch.


Aphorismus 87: Trauer, Ursache und Effekte

Dezember 2, 2013

Was ist es, das eine kleine harmlose Enttäuschung gleich zu großer Trauer, zu Traurigkeit werden lässt? Ist es

a) etwas unterbewusst vorhandenes, das will, dass man anders handelt, dass man den Willen zur Überwindung des Selbst hat, das nun dafür straft, dass man anders handelte,

b) das entstandene schlechte Gewissen, wofür diese Reaktion aber zu extrem ist, das darum unbewusst weitere Assoziationen, vielleicht an frühere Enttäuschungen aufwirft,

c) unterdrückte Ängste, die sich nun Bahn brechen oder

d) der Verlust, weil man die Enttäuschung doch nicht verursachen wollte?

Der Grund wird durch die Analyse leider nicht entdeckt. Doch der Akt der Analyse bringt Energie. Energie die beim Nachdenken genutzt wird. Energie, die sich gut anfühlt.

Die Traurigkeit, die Trauer, bringt Ernst, bringt das Nachdenken. Trauer als eine Art Reinigung der Seele, wie die Tränen den Körper reinigen. Der Schmerz wird fortgespült, er macht Platz für Neues. Neue Gedanken, neue Erinnerungen strömen herein. Auch neue Ängst, Existenzängste. Angst, die Furcht vor Bedrohungen der eigenen Existenz, die zu neuer Trauer führt. Trauer um das Verlorene, vor allem aber Trauer um das Nicht-Erreichte.

Trauer ist Ruhe.


Aphorismus 112: Papierschärfe

November 30, 2013

Es müsste nicht „Die Feder ist mächtiger als das Schwert“, sondern „Das Papier ist schärfer als die Klinge“ heißen.


Aphorismus 90: Das Jammertal des Zwanges

November 29, 2013

„Ich will …“,
aber
„Ich muss …“

Das Erste ist der Wille, das Zweite der Zwang. Mach doch einfach den Willen. Lege dir nur Zwänge zu, die du willst.
Jammere nicht, wenn du etwas musst, aber etwas anderes willst. Du hast dir diesen Zwang ausgesucht, indem dein Wille dir damit etwas lohnendes versprach. Wenn dir der andere Wille wichtiger ist, dann lebe ihn aus. Sonst beuge dich dem Zwang. Aber jammere nicht! Denn dann hast du keinen Anspruch darauf; dein Wille wollte es so oder so, entscheide dich für einen.


Aphorismus 4: Freunde

November 28, 2013

Freunde melden sich auch dann, wenn sie nichts wollen.


Aphorismus 10: Selbsterkenntnis II

November 27, 2013

Erkenne dich selbst, bevor du versuchst andere zu erkennen!


Aphorismus 11: Liebe

November 26, 2013

life without love is like hell on earth


Aphorismus 12: Gesellschaftlicher Zwang und Freiheit

November 24, 2013

Ab dem Zeitpunkt, an dem einem egal ist, ob man etwas verpasst, ab da ist man frei.