Cuba – Wendepunkt der Konfrontation zwischen Ost und West?

Nachdem sich der Konflikt zwischen Ost und West bis in die 50er Jahre hinein stetig verstärkt hatte, suchte jeder der beiden Blöcke nach einer Möglichkeit die Vormachtsstellung zu erringen und den Gegner zu bezwingen. 1961 wurde in Berlin die Mauer erbaut, vermutlich abgesprochen zwischen USA und UdSSR um letztere zu beruhigen. Die USA stationierten in unmittelbarer Nähe der UdSSR Raketen besonders in der Türkei, Italien und Deutschland und bedrohte sie damit direkt, während diese die USA nur mit Interkontinentalraketen attackieren könnte, deren Standorte aber bereits längst bekannt waren und auf die Gegenmaßnahmen geschaltet wurden. Zwar konnte die UdSSR Westeuropa mit seinen mobilen Raketen bedrohen, die USA selbst aber eben noch nicht. So kam es den Befehlshabern in Moskau gerade recht als in Kuba der sozialistische Revolutionär Fidel Castro die Macht errang. Mit diesem als Verbündeten konnte man praktisch vor der Haustür der USA nun, 1962, auch selbst Raketenbasen errichten. Den damaligen Präsidenten der USA, John F. Kennedy (welcher 1963 starb), gefiel dies natürlich gar nicht, die UdSSR hatte den bisherigen machtpolitischen Status quo (beide Blöcke akzeptieren die Einflusssphären des jeweils anderen ohne einzigreifen) gebrochen. Die Welt stand am Rande eines Atomkrieges. Kennedy verlangte einen Abzug der Raketen und verhängte eine Seeblockade gegen Kuba. Nikita Chruschtschow, der sowjetische Parteiführer, willigte ein. Bedingung: Die USA müsse ihre Raketen in der Türkei ebenfalls zurückziehen.

Damit war ein Wendepunkt des Kalten Krieges geschaffen, beide Blöcke waren nun eher zu Gesprächen bereit. 1963 wurde eine direkte Nachrichtenverbindung zwischen Washington und Moskau errichtet um Missverständnissen vorbeugen und schnell reagieren zu können. Die USA, UdSSR und Großbritannien einigten sich Kernwaffenversuche nur noch in der Erde zu versuchen, nicht mehr in der Atmosphäre oder unter Wasser und 1970 trat der Atomwaffensperrvertrag in Kraft (aus welchem kürzlich erst Nordkorea austrat), demzufolge kein Unterzeichner Nuklearwaffen weiterleiten oder empfangen dürfe oder solle. Zwei Jahre später unterzeichneten die USA und die UdSSR eine Grundsatzerklärung, derzufolge sie versuchen wollten ihre Konflikte friedlich beizulegen.

Die NATO wandelte ihre Strategie von der „massiven Vergeltung“ zur „flexiblen Erwiderung“ (bei einem Angriff erst konventionelle Waffen einsetzen, dann erst Atomwaffen), worin besonders Frankreich eine Bedrohung für die europäische Sicherheit sah und selbst begann Nuklearwaffen zu produzieren und zu testen. Trotzdem wurde die Entspannungspolitik fortgesetzt, für die europäische Sicherheit die KSZE gegründet und Ost und West konnten sich näherkommen bis die Invasion der UdSSR in Afghanistan dieses wieder zunichte zu machen drohte.

West und Ost besaßen zu dieser Zeit unterschiedliche politische Vorgehensweisen. Der Westen verfolgte den Wandel durch Annäherung mit dem Ziel, die Unterschiede beider Blöcke deutlich zu machen und auf Veränderungen zu einer freien Welt hinzuarbeiten, die sogenannte Konvergenzpolitik. Der Osten dagegen hielt an seinem alten Grundsatz der „friedlichen Koexistenz“ fest, mit dem Ziel der Überwindung des Imperialismus des Westens.

Trotz allem brachte der Konflikt um Kuba aber die entscheidende Wende und leitete die Gesprächsbereitschaft ein, die helfen sollte den Konflikt zwischen Ost und West zu beseitigen und den kalten Krieg zu beenden.

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