„Nicht aufregen, nur wundern.“ Deutsche Mentalität

„Nicht aufregen, nur wundern.“

Das sagte kürzlich eine alte Frau beim Einkauf, an einem Punkt, wo sich andere über das schlechte Angebot des Supermarktes ernsthaft aufgeregt hätte. Doch wieviele davon wären auch zur Kasse gegangen?

Obiger Ausspruch dürfte stellvertretend sein für fast alle Deutschen. Man könnte ihn höchstens noch abwandeln zu: „Ich rege mich zwar auf, doch ändern kann ich eh nichts.“ Dies wäre typisch für die deutsche Mentalität.

In Ausgabe 12/2008 der Zeitschrift Freidenker stellte KT die Frage, warum der Protest ausbleibt bei allem, was im Lande Schlechtes geschieht. Die Antwort ist recht einfach, die Deutschen können dies einfach nicht. Schon Landauer stellte fest, dass die Deutschen für den Anarchismus nicht geeignet seien, da ihnen die Mentalität fehle. Und es zeigte sich doch oft genug, dass die Deutschen es nur gewohnt sind, zu folgen. Den Königen, Kaisern, Diktatoren. Bis auf wenige Minderheiten wird es also keinen Protest geben, die Deutschen erdulden ihre Last einfach viel zu schnell. Und daran wird sich wohl nie etwas ändern.

Bleibt nun die Frage, ob eine Minderheit in der Lage wäre, etwas zu ändern. Denn nur einer Minderheit folgen die Deutschen. Komme sie nun von unten oder sei sie bereits oben. Deutsche sind die perfekten Diener, Sklaven und Lemminge.

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6 Antworten zu „Nicht aufregen, nur wundern.“ Deutsche Mentalität

  1. freidenkerin sagt:

    Dem kann ich leider nur zustimmen. Wohl wird hinterrücks und hinter vorgehaltener Hand viel gemosert und gestänkert und geschimpft, aber wenn man sich dann vorwagt, um Mißstände anzuprangern, ungerechte Umstände zur Sprache zu bringen, eine Veränderung anzugehen, merkt man sehr, sehr schnell, daß man mutterseelenallein da steht und einem ein ausgesprochen eisiger Wind um die Nase weht. Und all diejenigen, die zuvor gemosert, gestänkert und geschimpft hatten, sich urplötzlich auf die Seite des Stärkeren geschlagen haben. Diese leidvolle Erfahrung habe ich nicht nur einmal, sondern mehrmals machen müssen.

  2. kaltric sagt:

    Ja.
    Seh ich z.B. auch ständig bei meinen Eltern. Und vielen anderen Leuten…

  3. Réka sagt:

    Ist das denn nur bei den Deutschen so? Ist es nicht eher eine menschlcihe Eigenschaft? War nicht der Beginn einer jeden Revolution eine Minderheit, die sich aufgelehnt hat und der dann viele einfach gefolgt sind?

    • kaltric sagt:

      Spanier, Ukrainer und andere haben sich teilweise als ganzes Volk aufgelehnt.
      Um es mal mit Landauer zu sagen: ‚die südlichen Völker haben das Temperament dazu‘.
      Allerdings hatten sie auch keinen Erfolg.
      Sollte es Gegenbeispiele aus dem deutschen Bereich geben, her damit.

  4. Réka sagt:

    Aus meiner persönlichen Erfahrung fallen mir im Moment auch nur Beispiele ein, die Deine These unterstützen. Aber sobald sich das ändert, melde ich mich. ;)
    Du magst Landauer, nicht wahr? Ich arbeite mich gerade durch Deinen ganz schön umfangreichen aber durchaus interessanten Blog und bin schon einige Mal auf diesen mir bisher unbekannten Herrn gestoßen. Es folgen bestimmt noch einige Kommentare von mir! =)

  5. kaltric sagt:

    Danke.
    Habe auch schon gemerkt, dass wir u.a. die Kategorie der Aphorismen gemein haben. ;)

    Landauer: Ja, hat mich schon beeinflusst.
    Wenn du ihn nicht kennst, kannst du dir ja meine Einführung in seinen Sozialismus durchlesen. Und/oder das über das Individuum. ^^

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