Zitate des Tages.

November 13, 2009

„[...] wird es nicht verstehende Menschen geben, bevor sie gehört und nachdem sie gehört haben [...]„

„[...] Weisheit ist Wahrhaftiges sagen und handeln der Natur gemäß, auf sie hinhorchend.“

„[...] Eines [ist] alles [...]. „

„Gleich wie ein Kehrichthaufen aufs Geratewohl hingeschüttet ist die schönste [und beste] Welt.“

„Bei einem Fluß ist es nicht möglich zweimal hineinzusteigen in denselben – auch nicht ein sterbliches Wesen zweimal zu berührern und zu fassen im gleichen Zustand – es zerfließt und wieder strömt es zusammen und kommt her und geht fort.“ (= Alles fließt.)

„Überall Zusammenhänge, Verbindungen, fließende Übergänge!“

„Bildung ist zweite Sonne denen, die erzogen sind.“

„Die da Gold suchen, viel Erde schaufeln sie auf und finden gar wenig.“

„Die Menschen erwartet, wenn sie gestorben sind, was sie weder erhoffen noch wähnen.“

- Heraklit (540/535  – 483/475 v. chr.)


Zitat des Tages

November 8, 2009
„Küsse, Bisse,
Das reimt sich, und wer recht von Herzen  liebt,
Kann schon das eine für  das andre greifen.“

spricht Penthesilea, nachdem sie  erfährt, wie sie im Zorneswahn ihren  geliebten Achill zerfleischte.

Kleist: Penthesilea (1808)

Zitat des Tages

August 12, 2009

„Bei jedem Fick oder Wichsen verschwendest du ein bis zwei Kapitel“ (weil ‘Saft’ = Kreativität)

- aus: Valerie on the stairs (Masters of Horror)


Zitat des Tages

Juni 30, 2009

„Sucht mir heute einmal eine Handlung, die nicht eine Rechtsverletzung wäre! Alle Augenblicke werden von der einen Seite die Menschenrechte mit Füßen getreten, während die Gegner den Mund nicht auftun können, ohne eine Blasphemie gegen das göttliche Recht hervorzubringen. [...] Es ist nicht einer unter euch, der nicht in jedem Augenblick ein Verbrechen beginge: Eure Reden sind Verbrechen, und jede Hemmung eurer Redefreiheit ist nicht minder ein Verbrechen. Ihr seid allzumal Verbrecher!

- M. Stirner: Der Einzige und sein Eigentum (1844).


Zitat des Tages

Juni 23, 2009

„Von diesem Unbewußten hängt jeder ab, der geistiv produktiv arbeitet. Alle neuen Gedanken und Kombinationen prämeditiert das Unbewußte. Und wenn das -bewußtsein dem Unbewußten mit einem Wunsche naht, so war es bereits das Unbewußte, das ihm diesen Wunsch eingegeben hat.

Auf diesem trügerischen Boden wandelt jeder, der neue geistige Wege sucht. Weh ihm, wenn er nicht beständig Selbstkritik übt!

Da man in der leichten Welt der Phantasie öfters das findet, was man sucht, und das bekommt, was man wünscht, so wird der Mensch, der neue Gedanken sucht, auch am ehesten mit den Truggeschenken der Psyche beglückt. [...] Welcher Dichter oder Komponist ließ sich nicht einmal verführen, an die Neuheit gewisser Einfälle zu glauben? Was man zu glauben wünscht, glaubt man schon. Auch das größte und originellste Genie ist von Täuschungen und deren Folgen nicht frei.

[...]

So unendlich reich ist unsere Psyche nicht, daß sie immer von Grund auf neu erbaut.“

- C. G. Jung: Kryptomnesie (1904)


Zitat des Tages

Juni 20, 2009

„Was sagt ein Philosoph mit Arbeit zu einem Philosophen ohne Arbeit?

- Wollen sie ihre Pommes mit Ketchup oder mit Mayo?“

- unbekannt


Zitat des Tages

Mai 31, 2009

„Vernunft macht zu wenig Vergnügen, als dass unsere Vergnügungen nicht unvernünftig wären.“

- H. Böhme (2006)


Zitat des Tages

April 16, 2009

„Durch die Unterordnung des Menschen unter die Maschine entsteht der Zustand, dass die Menschen gegenüber der Arbeit verschwinden, dass der Pendel der Uhr der genaue Messer für das Verhältnis der Leistungen zweier Arbeiter geworden [..] ist. So muss es nicht mehr heißen, dass eine (Arbeits-)stunde eines Menschen gleichkommt einer Stunde eines anderen Menschen, sondern dass vielmehr ein Mensch während einer Stunde so viel wert ist wie ein anderer Mensch während einer Stunde. Die Zeit ist alles, der Mensch ist nichts mehr, er ist höchstens noch die Verkörperung der Zeit. Es handelt sich nicht mehr um die Qualität. Die Quantität allein entscheidet alles.“

- K. Marx: Das Elend der Philosophie (1847)


Zitat des Tages

März 3, 2009

„Können die Arbeiter denn nicht begreifen, daß dadurch, daß sie sich mit Arbeit überbörden, sie ihre und ihrer Nachkommenschaft Kräfte erschöpfen, daß sie, abgenutzt, vorzeitig arbeitsunfähig werden, daß sie, aufgesogen und abgestumpft von einem einzigen Laster, nicht mehr Menschen sind, sondern menschliche Wracks, daß sie alle schönen Anlagen in sich ertöten, nur um der rasenden Arbeitssucht willen?“

Paul LaFargue: Das Recht auf Faulheit (1880)


Zitat des Tages

Februar 9, 2009

„Wozu  haben alle sonstigen Kulturerrungenschaften geführt? Die furchtbare Antwort liegt vor unseren Augen: Man ist von keiner Angst erlöst, ein finsterer Alpdruck liegt auf der Welt. Die Vernunft hat bis jetzt kläglich versagt, und gerade das, was alle vermeiden wollen, geschieht in schauerlicher Progression. Gewaltiges an Nützlichem hat sich der Mensch errungen, dafür aber hat er auch den Abgrund der Welt aufgerissen, und wo wird er, wo kann er noch Halt machen? Man hat nach dem letzten Weltkrieg auf die Vernunft gehofft; man hofft jetzt wieder. Aber schon ist man von den Möglichkeiten der Uranspaltung fasziniert und verspricht sich ein Goldenes Zeitalter – beste Gewähr dafür, daß der Greuel der Verwüstung ins Unermessliche wächst. Und wer ist es, der all dies zustandebringt? Es ist der sogenannte harmlose, begabte, erfinderische und vernünftige menschliche Geist, der nur leider seiner ihm anhaftenden Dämonie unbewußt ist. Ja, dieser Geist tut alles, um sein eigenes Gesicht nicht sehen zu müssen, und jeder hilft ihm dabei nach Kräften. Nur ja keine Psychologie, denn diese Ausschweifung könnte zur Selbsterkenntnis führen! Dann schon lieber Kriege, an denen jeweils der andere schuld ist, und keiner sieht, daß alle Welt besessen ist, das zu tun, was man flieht und fürchtet.
Mir scheint – offen gestanden – als ob die vergangenen Zeiten nicht übertrieben, der Geist seine Dämonie nicht abgestreift, und die Menschen vermöge ihrer wissenschaftlichen und technischen Entwicklung sich der Gefahr der Besessenheit in zunehmenden Maße ausgeliefert hätten. Wohl ist der Archetypus des Geistes als böser sowohl wie guter Wirkung fähig charakterisiert, aber es hängt an der freien, d.h. bewußten Entscheidung des Menschen, ob nicht auch das Gute sich noch ins Satanische verkehren soll. [...] Kann man nicht endlich begreifen, daß alle äußeren Änderungen und Verbesserungen die innere Natur des Menschen nicht berühren[..]?“

- C. G. Jung: Zur Phänomenologie des Geistes im Märchen (1945 / 1953)